Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2012

08:15 Uhr

Zeitungszeugen

Schröder kritisiert geplante „Mein Kampf“-Auszüge

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sieht das neueste Vorhaben des Medienprojekts „Zeitungszeugen“ kritisch. Sie sagt, es brauche keinen Nachdruck von „Mein Kampf“-Auszügen, um die NS-Taten zu begreifen.

Aus Sicht von Kristina Schröder unnötig: Nachdrucke von „Mein Kampf“-Auszügen. dpa

Aus Sicht von Kristina Schröder unnötig: Nachdrucke von „Mein Kampf“-Auszügen.

Wiesbaden/BerlinBundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert den geplanten Verkauf von Auszügen aus Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“. „Um die Menschenverachtung der NS-Taten zu begreifen, braucht man angesichts zahlloser eindrucksvoller Orte des Grauens überall in Deutschland ganz bestimmt nicht Auszüge aus „Mein Kampf' in den Zeitschriftenständen“, sagte Schröder dem „Wiesbadener Kurier“ (Mittwochausgabe).

Der britische Verleger Peter McGee hat angekündigt, kommentierte „Mein Kampf“-Auszüge in Deutschland zu verkaufen. Schröder nannte das ein falsches Signal. Teile des Buches sollten in der Schule mit einer fundierten Kommentierung und fachlicher Begleitung behandelt werden. Dem früheren Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, der zu Gelassenheit gemahnt hatte, warf sie Verharmlosung und falsche Toleranz vor.

McGee sagte der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe): „Es ist längst überfällig, dass eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Originaltext auseinanderzusetzen.“ Für einen Außenseiter wie ihn wirke es fast, als gehe von „Mein Kampf“ eine dämonische Magie aus, gerade weil das Buch nicht verfügbar sei.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte dem „Spiegel“ zufolge, ein kommentierter Nachdruck könne „Mein Kampf“ ein Stück weit entzaubern.

Von

dapd

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.01.2012, 08:28 Uhr

"Mein Kampf" ist für mich ein, wenn auch abstruses Buch der Weltgeschichte. Sollte wieder freigegeben werden, damit auch unsere heutige Jugend dies mal lesen kann. Damit wäre der Mythos weitestgehend entzaubert, denn dieses Machwerk ist einfach doof!
Verbotenes reizt hingehend immer!

Account gelöscht!

18.01.2012, 08:31 Uhr

Für wie dämlich hält Kristina Schröder eigentlich die deutschen Bürger? Schriften und Reden der Protagonisten der NS-Zeit können in der ganzen Welt im Original gelesen werden - außer in der BRD. Wir sind doch keine unmündigen Kinder und benötigen nicht amtliche Kommentare, um uns selbst ein Bild machen zu können.

Account gelöscht!

18.01.2012, 08:35 Uhr

Ist das schon wieder Zensur? Falls Bedarf besteht, kann mondahu seine Originalausgabe leihweise zu Verfügung stellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×