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31.05.2013

18:24 Uhr

Zensus

Die Folgen für die Kommunen

Die geringere Einwohnerzahl hat für die Kommunen teils weitreichende Folgen. Berlin etwa muss Geld zurückzahlen, in Aachen wird der Stadtrat schrumpfen – und einige Bürgermeister müssen um Gehalt und Status bangen.

Die ersten Daten des Zensus haben ergeben, dass die deutsche Bevölkerung kleiner ist, als gemeinhin angenommen. dpa

Die ersten Daten des Zensus haben ergeben, dass die deutsche Bevölkerung kleiner ist, als gemeinhin angenommen.

BerlinDeutschland hat Inventur gemacht. Im Baumarkt wird bei dieser Gelegenheit jede Schraube und jeder Bohrer aufgelistet. Macht ein Land Inventur, werden Menschen gezählt. In einem großen Kraftakt werteten Statistiker über mehrere Jahre bundesweit Melderegister und andere Verzeichnisse aus, sie befragten Millionen Menschen nach ihrer Herkunft, Religion oder Job- und Wohnsituation. Der erste Schwung an Ergebnissen des Zensus ist da: Deutschland weiß jetzt wieder etwas besser über sich Bescheid. Die Resultate haben weitreichende Konsequenzen – vor allem für die Kommunen.

Es ist mehr als zwei Jahrzehnte her, dass die Bevölkerung in Deutschland systematisch erfasst und durchgezählt wurde. Seitdem wurden die Zahlen einfach fortgeschrieben und mit jedem Jahr etwas ungenauer. Knapp 82 Millionen Einwohner sollte Deutschland demnach haben. Nun ist klar, dass das etwas zu großzügig berechnet war: Tatsächlich sind es nur gut 80 Millionen Menschen.

Statistiker hatten bereits vermutet, dass die eigentliche Einwohnerzahl niedriger liegen würde. Aber gleich mehr als 1,5 Millionen weniger? „Die Größenordnung hat uns etwas überrascht“, räumt Roderich Egeler ein, der Chef des Statistischen Bundesamts.

Neben der Zahl von 80,2 Millionen Einwohnern gibt es akribisch genaue Daten für alle Länder, Städte und Gemeinden. In Berlin und Hamburg etwa liegen die neuen Einwohnerzahlen am deutlichsten unter den bisherigen Annahmen, ebenso in Aachen, Mannheim und Nürnberg.

Was in langen Tabellen und Zahlenreihen abstrakt daherkommt, hat für die Länder und Kommunen handfeste Auswirkungen. Was die Länder aus dem Länderfinanzausgleich bekommen oder die Kommunen als Zuweisungen vom Land, richtet sich auch nach der jeweiligen Einwohnerzahl. Berlin hat bereits berechnet, dass es nun fast eine Milliarde Euro aus dem Länderfinanzausgleich zurückzahlen muss.

Auch andere Kommunen, die ein besonders dickes Einwohner-Minus zu verzeichnen haben, müssen sich auf wenig Erfreuliches einstellen. Die Aachener Stadtverwaltung hat schon kalkuliert, dass der Stadtrat wegen der geringeren Einwohnerzahl um acht Sitze schrumpfen dürfte. Die finanziellen Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Die Stadt Mannheim dagegen will ihren Einwohnerschwund nicht einfach hinnehmen und erwägt eine Klage gegen das Zensus-Ergebnis. Die ermittelten Zahlen seien „weit jenseits dessen, was erklärlich und vorstellbar ist“, sagt Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD).

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.06.2013, 11:38 Uhr

Fakt ist, dass es keine Volkzählung war.
Die Daten die jetzt erhoben wurden, sind zufällig und durch nichts wirklich beweisbar.
Man hat ein paar Haushalte in jeder Stadt erfaßt und schließt daraus auf alles.
So wie es hier zunehmend gemacht wird.
Interessant wäre mal, warum dies überhaupt gemacht wurde und vor allem, wem es wirklich nützt
Eine wirkliche Volkszählung kenne ich anders

Account gelöscht!

02.06.2013, 16:43 Uhr

Also ich kenne niemanden der gezählt wurde und in Hamburg und Berlin wo sich oft 30 Ilegale und mehr eine Wohnung teilen, war auch niemand da zum zählen. Die Volkszählung ist
eine Mogelpackung und wie zählt man Doppelpässe. Einmal als Deutscher gezählt und einmal als Türke? Auch der Hinweis es gibt weniger Ausländer ist ja ein Witz wenn gleich 16 Millionen Migranten bei uns registriert sind, vermutlich kommen wir aber auf 20 Millionen. Die Volkszählung kann nur eine Volksschätzung gewesen sein und dann stellt sich auch die Frage welches Volk wurde geschätzt?

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