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03.06.2014

10:00 Uhr

Zensus in Deutschland

Jeder Fünfte hat einen Migrationshintergrund

15,3 Millionen Migranten leben in Deutschland. Die meisten von ihnen sind Deutsche, wenn auch nicht in Deutschland geboren. Doch nicht überall hierzulande wollen Migranten zu Hause sein.

In Deutschland leben insgesamt etwa 15,3 Millionen Personen mit Migrationshintergrund. dpa

Passanten in der Fußgängerzone

In Deutschland leben insgesamt etwa 15,3 Millionen Personen mit Migrationshintergrund.

WiesbadenIn Deutschland leben rund 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Dies sind 19,2 Prozent der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Laut Zensus 2011 waren am 9. Mai 2011 demnach 60,2 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund Deutsche, 39,8 waren Ausländer. Mit 63 Prozent war der Anteil der Zugewanderten unter ihnen deutlich größer als derjenige der in Deutschland Geborenen (37 Prozent).

Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle Ausländer sowie Deutsche, die nach 1955 selbst zugewandert sind oder bei denen mindestens ein Elternteil nach 1955 aus dem Ausland nach Deutschland kam. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist den Statistikern zufolge mit durchschnittlich 35 Jahren deutlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund, deren Durchschnittsalter 45 Jahre beträgt. Mehr als die Hälfte der in Deutschland geborenen Menschen mit Migrationshintergrund ist minderjährig.

96,7 Prozent der Migranten leben den Angaben zufolge in den westlichen Bundesländern und Berlin, nur 3,3 Prozent in Ostdeutschland. Mit 43,4 Prozent wohnt ein Großteil der Migranten in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern, nur 14,4 Prozent leben in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.

Im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren sind zwei Drittel der Migranten und drei Viertel der Menschen ohne Migrationshintergrund erwerbstätig. Hinsichtlich der Schulabschlüsse unterscheiden sich die Migranten den Statistikern zufolge deutlich von den Menschen ohne Migrationshintergrund: 15,5 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund haben keinen Schulabschluss, bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund beträgt der Anteil 2,3 Prozent.

Migranten leben zudem seltener allein (11,6 Prozent) als Menschen ohne Migrationshintergrund (18,0 Prozent). Die klassische Familie mit Ehepaaren und Kindern kommt bei Migranten häufiger vor, Ehepaare ohne Kinder sind dagegen erheblich seltener als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. In selbst genutztem Wohneigentum leben laut Statistik 56,6 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund, aber nur 35,5 Prozent der Migranten.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.06.2014, 11:03 Uhr

Durch die Politik verschuldete unkontrollierte Zuwanderung wird in Zukunft den "dagegen Parteien" Zulauf bringen. Kann mir nicht vorstellen das die Bürger sich das noch lange gefallen lassen, siehe Einbrüche usw...

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03.06.2014, 11:24 Uhr

Na ja... die Aussage "doch nicht überall wollen Migranten zuhause sein" sollte man nicht überbewerten. Ich will auch nicht überall zuhause sein.

Account gelöscht!

03.06.2014, 12:20 Uhr

Ich finde, man muss da unterscheiden:

1) Im letzten Jahrhundert hatten wir Zuwanderungsströme, die uns unter falschem Namen ("Gastarbeiter") verkauft wurden. Das war im Grunde eine Täuschung der Bürger, und damit nicht richtig. Das war aber nicht die Schuld der Einwanderer.

2) Dann gibt es Leute, die illegal einreisen oder Asyl beantragen obwohl sie nicht Asylberechtigt sind. Das ist ebenfalls zu verurteilen und es führt ganz nebenbei zu einem schlechteren Image von "Migranten". Diese Leute sollte man schnell und unbürokratisch aus dem Land werfen.

3) Und dann gibts noch die Wanderungsströme im Rahmen der offenen Grenzen in Europa und legale Einwanderung. Das ist aus meiner Sicht ok, wobei es unter Umständen den Herkunftsländern schadet, wenn man dort die Qualifizierten abwirbt. Die aktuellen Migrationsströme in Europa schaden uns jedenfalls eher nicht.

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