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06.10.2013

15:15 Uhr

ZEW-Forscher schlagen Alarm

Institutschef Fuest fordert mehr Innovationen

ExklusivWissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sehen besonderen Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung in puncto Innovationen. Außer Kritik gibt es aber auch konkrete Änderungsvorschläge.

Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). dpa

Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

FrankfurtDie deutsche Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren überraschend positiv entwickelt – dass sich diese Entwicklung fortsetze, sei jedoch „keineswegs gewährleistet“, meinen die leitenden Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit Clemens Fuest an der Spitze. In einem elfseitigen Papier, das Handelsblatt-Online exklusiv vorliegt, benennen sie „Herausforderungen für die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Legislaturperiode 2013 bis 2017“.

Besonderen Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung sehen sie in puncto Innovationen: „Deutschland steht neuen Technologien oftmals zu skeptisch gegenüber“, bemängelt ZEW-Präsident Fuest. Etwa die Hälfte der gesamten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich auf die größten Unternehmen und gut ein Drittel fänden in Automobilsektor statt. Das Forschungsfeld müsse breiter werden, fordert Fuest.

Das ZEW belässt es aber nicht bei Kritik, die Wissenschaftler machen konkrete Änderungsvorschläge: Um kleinen und mittelgroßen Unternehmen einen höheren Anreiz zu bieten, in Forschung- und Entwicklung (FuE) zu investieren, sei die steuerliche Förderung geeignet. „Eine steuerliche FuE-Förderung ist für Unternehmen besser planbar als Projektförderung, bietet ihnen erheblich höhere inhaltliche Flexibilität, um ihre FuE-Projekte an Marktsignale anzupassen und verschiebt gerade auch für nicht große Unternehmen die Rentabilitätsschwelle für FuE-Aktivitäten nach unten“, heißt es in dem Papier.

Das größte Risiko für die deutsche Wirtschaft sieht das ZEW aber weiter in der Krise im Euro-Raum. „Die Verschuldungskrise ist keineswegs überwunden“, schreiben die Mannheimer Forscher. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, Staatsanleihen aufzukaufen, wenn einzelne Mitgliedstaaten das Vertrauen privater Investoren an den Kapitalmärkten zu verlieren drohen und die betreffenden Staaten sich einem ESM-Programm unterwerfen, habe die Märkte zwar beruhigt. Diese Garantie habe aber deutliche Elemente einer gemeinsamen Haftung aller Euro-Mitgliedstaaten für Staatsschulden geschaffen – obwohl die Entscheidungsgewalt über die Verschuldungspolitik bei den Mitgliedstaaten liege. Europa brauche daher einen konsistenten institutionellen Rahmen.

Von

doh

Kommentare (6)

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Charly

06.10.2013, 16:24 Uhr

"Institutschef Fuest fordert mehr Innovationen"

In dem Artikel steht nichts als die übliche nichtssagende Quacksalberei.
Vielleicht sollte der Fuest selber mal innovativer werden und sich etwas neues ausdenken als dieses Steuersubventionsgequacke das natürlich fast nur den Konzernen zugute kommt.
Die ständige Behauptung von allgemeiner Technikfeindlichkeit ist doch auch ziemlich Dummes Zeug.

Mahner

06.10.2013, 17:52 Uhr

"Institutschef Fuest fordert mehr Innovationen"

Dann soll doch dieser Fuest mal selber einige entwickeln und benennen und nicht großschnäutzig daherschwurbeln!

:o)

Ron

06.10.2013, 19:45 Uhr

Das Deutschland bei Forschung und Innovation der Weltspitze in immer größeren Abstand hinterher läuft ist richtig. Biotech, IT und Internettechnologien, Halbleiter etc. Doch selbst bei Hybrid und Elektroantrieben für Automobile ist Autoland D. nicht Weltspitze.

Auch mit der problematischen Schuldenvergemeinschaftung in der Eurozone hat Fuest recht. Das er dafür das heil im Ausbau der EU Bürokratie sucht ( 'Europa brauche daher einen konsistenten institutionellen Rahmen' ) entlarvt ihn dann allerdings als Lakaien eines EU finanzierten Institutes.

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