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23.08.2016

16:20 Uhr

Zivilverteidigung

Anleitung für die Apokalypse

Terror, Cyber-Attacken, Krieg: Was tun, wenn in Deutschland der Ernstfall eintritt? Im Konzept zur Zivilverteidigung zeigt die Bundesregierung, wie sie die Bürger bei einem Angriff schützen will.

Was tun im Ernstfall? Die Bundesregierung hat einen Plan für den zivilen Schutz. Imago

Notvorrat

Was tun im Ernstfall? Die Bundesregierung hat einen Plan für den zivilen Schutz.

BerlinDie Bundesregierung will mit einer neuen „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV) lebenswichtige Grundbedürfnisse der Menschen im Fall eines Angriffs oder einer verheerenden Terrorattacke sichern. Es geht etwa um die Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln oder Medizin. Und außerdem um eine „minimale Daseinsvorsorge“ etwa bei der Bargeldversorgung. Das Konzept will Innenminister Thomas de Maizère am Mittwoch vorstellen und vom Kabinett verabschieden lassen.

Die wichtigsten Themen in Stichpunkten:

Trinkwasser

Die Notversorgung wird demnach über „autarke Brunnen und Quellen in Verbindung mit einer mobilen Trinkwassernotversorgung (Wassertransporte)“ sichergestellt. „Leistungsstarke Brunnen sollen an exponierten Standorten insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten gebaut oder hergerichtet werden“, heißt es. Zur Desinfektion des Wassers sollen Chlortabletten eingesetzt werden.

Konzept zur zivilen Verteidigung

Plan für den Super-Gau: Müssen wir wirklich Lebensmittel bunkern?

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Die Bevölkerung soll „durch geeignete Maßnahmen angehalten werden“, zur Eigen- und Erstversorgung „für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag in nicht gesundheitsschädlicher Qualität vorzuhalten“.

Die staatliche Notvorsorge sichere die Minimalversorgung für die Bevölkerung mit Trinkwasser für mindestens 14 Tage, heißt es weiter. Als Mindestbedarf werden 15 Liter pro Person und Tag, 75 Liter pro Bett und Tag in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie 150 Liter in der Intensivmedizin angegeben. Auch an Nutztiere ist gedacht: Für jede „Großvieheinheit“ liege der Mindestbedarf bei 40 Litern Wasser am Tag.

Was halten Sie von dem neuen Zivilschutzkonzept?

Ernährungsnotfallvorsorge

Die Versorgung soll bei einer Attacke so lange wie möglich durch die private Lebensmittelwirtschaft über den freien Markt abgewickelt werden. Ist eine solche Grundversorgung nicht mehr gewährleistet, kann die Regierung demnach per Rechtsverordnung in die Lebensmittelerzeugung und bei deren Verteilung einschreiten. Es könnte Erlasse zu Anbau, Verarbeitung, Verteilung und Verkauf von Lebensmitteln geben. Sprich: Es würde eine Rationierung geben.

Zum Selbstschutz sollten die Bürger zudem angehalten werden, „einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen vorzuhalten, um durch entsprechende Eigenvorsorge die staatlichen Maßnahmen zu unterstützen“. Konkrete Mengenangaben werden hier nicht gemacht.

Kommentare (12)

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Herr Fritz Yoski

23.08.2016, 16:45 Uhr

Was für ein Ernstfall? Wovor schützen?
Bügerkrieg oder Barbarossa 2.0?

Herr Tom Schmidt

23.08.2016, 16:49 Uhr

Gott sei Dank wir das Thema Sicherheitsvorsoge nicht mehr komplett ignoriert. Es ist eine der Kernaufgaben des Staates und wird nur von unseren real existierenden Politikern komplett ignoriert.

Jetzt wird über Panikmache polemisiert, wobei die Polemisierenden nicht mal im Entferntesten eine Ahnung davon haben, welche Prozesse und Techniken funktionieren müssen, dass sie so effizient versorgt werden.

Beispiele was passiert, wenn die Infrastruktur zusammenbricht, gibt es genug. Nur keiner will das hören. In Italien starben tausende von alten Leuten als in einer Hitzewelle die Klimaanlagen nicht mehr betrieben werden konnten. Oder erinnern wir uns an die griechischesn Rentner vor den Geldautomaten, oder, oder, oder...

Aber Menschen verdrängen so etwas gerne und der Status quo wird als gut bezeichnet (ist ja immer noch gut gegangen, wobei man selbst nur über ein Kurzzeitgedächtnis verfügt). Besten Beispiel: im aufgeklärten Europa gibt es Millionenstädte neben aktiven Vulkanen. Jeder weiss, es ist eine Riesendummheit und geht irgendwann schief, aber... egal! Diejenigen die die Wahrheit leugnen, sehen sich lustigerweise auch immer noch in der Tradition der Aufklärung. In diesem Sinne, Grüße nach Pompeji! (Neapel hat gelernt...)

Account gelöscht!

23.08.2016, 17:21 Uhr

Rainer von Horn@
Sie werden es nicht glauben , ich bin etwa auf Ihren Weg aus dem gleichen Grund. Das Problem Notstrom muß ich noch lösen.

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