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09.03.2016

15:54 Uhr

Zschäpe und der Terror

NSU-Prozess wird bis 2017 verlängert

Im Mai 2013 hat das Verfahren begonnen, frühestens in zwei Jahren wird es enden. Am 269. Verhandlungstag belastet der Mitangeklagte Carsten S. den mutmaßlichen Terrorhelfer Ralf Wohlleben. Es geht um eine Mordwaffe.

Er soll den Kontakt zwischen dem untergetauchten NSU-Trio und Unterstützern vermittelt haben. AFP; Files; Francois Guillot

Ralf Wohlleben

Er soll den Kontakt zwischen dem untergetauchten NSU-Trio und Unterstützern vermittelt haben.

MünchenDer NSU-Prozess wird sich bis 2017 hinziehen. Das Oberlandesgericht München gab am Mittwoch weitere Verhandlungstermine bis zum 12. Januar 2017 bekannt. Bisher hatte das Gericht Termine bis zum September 2016 festgelegt. Das Verfahren soll die Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) ahnden. Der NSU-Prozess hatte am 6. Mai 2013 begonnen.

Am 269. Verhandlungstag am Mittwoch belastete der Mitangeklagte Carsten S. den mutmaßlichen Terrorhelfer Ralf Wohlleben erneut. Wohlleben habe ihm den Auftrag zur Beschaffung der Mordwaffe für den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gegeben, bekräftigte S. vor Gericht. Außerdem habe Wohlleben den Kontakt zwischen dem untergetauchten NSU-Trio und Unterstützern vermittelt.

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Waffen, Unterschlupf, gefälschte Papiere: Dass das Terror-Trio NSU Helfer hatte, galt als gesichert. Nun hat die Angeklagte Namen genannt. Sie selbst habe die Zeit beim NSU nur mit Alkohol ertragen, erklärte Zschäpe.

Beide Männer sind wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, weil sie gemeinsam die Waffe vom Typ „Ceska“ besorgt haben sollen. S. hatte das auch schon zu Beginn des Prozesses gestanden. Mit der Pistole sollen die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun türkisch- und griechischstämmige Gewerbetreibende aus fremdenfeindlichen Motiven ermordet haben. Als einzige Überlebende des NSU-Trios muss sich Beate Zschäpe wegen Mittäterschaft vor Gericht verantworten.

S. reagierte mit seiner Aussage auf die Angaben mehrerer Zeugen und auf die Einlassung Wohllebens im vergangenen Dezember. Darin hatte Wohlleben jede Beteiligung am Kauf der „Ceska“ abgestritten. Das habe S. ganz allein gemacht. Den Auftrag habe er direkt von Mundlos oder Böhnhardt erhalten. Das Geld für die Waffe habe ihm möglicherweise Tino Brandt gegeben, der Ende der 1990er Jahre die rechtsextreme Szene in Thüringen führte.

S. erklärte dagegen nun: „Das Geld habe ich von Herrn Wohlleben bekommen, da war kein Trio und kein Tino Brandt involviert.“ Wohlleben sei es auch gewesen, der ihn zu einem Einbruch in die verlassene Wohnung von Beate Zschäpe im August 1998 angestiftet und ihm einen Komplizen dafür vermittelt habe. Zschäpe war kurz vorher mit Böhnhardt und Mundlos in den Untergrund gegangen.

Von

dpa

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