Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.10.2013

04:19 Uhr

Zu teuer

Familienunternehmen warnen vor Mindestlohn

Geht es nach dem Verband der Familienunternehmer, sollte sich die Politik aus Lohndebatten heraushalten. Der Verband warnte vor dem Start der Koalitionsverhandlungen vor teuren Folgen für Wirtschaft und Bürger.

Die Wettbewerbsfähigkeit sei in Deutschland „in den letzten zwei Jahren ein wenig aus den Augen verloren gegangen“, sagte Lutz Goebel. dpa

Die Wettbewerbsfähigkeit sei in Deutschland „in den letzten zwei Jahren ein wenig aus den Augen verloren gegangen“, sagte Lutz Goebel.

BerlinVor Beginn der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD haben die Familienunternehmen vor der Einführung eines einheitlichen Mindestlohns und Steuererhöhungen gewarnt. „Natürlich sagt jeder Bürger, man solle von seinem Geld auch leben können - aber differenziert nach Branchen und Regionen“, mahnte der Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer, Lutz Goebel, in Berlin.

Es könne nicht Aufgabe der Politik sein, solche Dinge festzulegen, sondern es sei Sache der Tarifpartner. „Das halte ich für sehr, sehr kritisch“, sagte Goebel der Deutschen Presse-Agentur. Besonders betroffen von einem einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn von etwa 8,50 Euro wären laut Verband Schulabbrecher und Niedrig-Qualifizierte.

Die Gefahr einer großen Koalition ist Goebel zufolge immer, dass dies für Bürger und Wirtschaft teuer werde: „Da wird sehr viel verteilt, und am Ende fehlt das Geld und es werden Steuern oder Sozialabgaben erhöht.“ Es gebe überhaupt keinen Grund für Steuererhöhungen: „Die Steuereinnahmen sprudeln deshalb so, weil die Steuersätze vernünftig sind.“

Für die Energiewende dagegen ist eine große Koalition Goebel zufolge eine günstige Konstellation: „Die SPD ist industrienah genug, so dass vernünftige Lösungen möglich sind, die den Markt wieder in den Mittelpunkt nehmen.“ Auch müssten Schulden weiter abgebaut und Subventionen gleichmäßig nach dem Rasenmäherprinzip gekürzt werden.

Grundsätzlich müsse Schwarz-Rot die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wieder in den Mittelpunkt stellen. „Das ist in den vergangenen zwei Jahren ein wenig aus den Augen verloren gegangen“, kritisierte der Familienunternehmer. Während andere Volkswirtschaften fitter werden, lebe Deutschland ein wenig von den Lorbeeren der Vergangenheit.

Von

dpa

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.10.2013, 06:39 Uhr

Während andere Volkswirtschaften fitter werden, lebe Deutschland ein wenig von den Lorbeeren der Vergangenheit.

Sehe ich ebenso.

In D kennen die AN seit über 10 Jahren nur reale Kaufkraftverluste. Ein untragbarer Zustand der sich unbedingt ändern muß. Wer meint, den deutschen Arbeitsmarkt auf chinesische Verhältnisse zu reduzieren, wird Schiffbruch erleiden.

Schönen Tag noch.

Account gelöscht!

23.10.2013, 06:48 Uhr

Naja, es bleibt dann halt weniger für die Eigner der Unternehmen übrig. Schließlich kann man die Einkaufstempel, in denen über Sub-Sub-Sub.. Hungerlöhne gezahlt werden nicht outsourcen!
Wenn wir uns die Einkommensentwicklung in den letzten Jahren ansehen, wird sich das Mitleid mit den reichen Familien in Grenzen halten. Sie profitierten schon recht gut davon, dass ihre Mitarbeiter nicht genug zum Leben haben! Wird Zeit, dass sich das ändert.

MartinH

23.10.2013, 06:50 Uhr

Die Parolen kennt man irgendwo her oder?
Was ist in den Brancen passiert wo es einen mindestlohn gibt?
Ein fairer Wettbewerb, der nicht auf Kosten der Belegschaft ausgetragen wird.

Ob hier wirklich die "Familienunternehmen" sprechen möchte ich stark bezweifeln.
Das sind ehr die Unternehmen, die sich nur durch Lohnkostensenkungen am leben erhalten.
Wirtschaftlich gesehen ist das Ressourcenverschwendung. Eine schwache Firma soll pleite gehen und nicht indireckt über Löhne Subvenstioniert werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×