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12.12.2014

18:03 Uhr

Zu viel Windenergie

Sturmtief überfordert Stromnetz

Sturmfront „Billie“ hatte große Effekte auf die deutsche Energieversorgung: Um die Netzstabilität sicherzustellen, mussten Kraftwerke heruntergefahren werden. Experten betonen die Notwendigkeit eines Netzausbaus.

Die Belastung der Stromnetze durch das Sturmtief „Billie“ wird noch einige Zeit anhalten. dpa

Die Belastung der Stromnetze durch das Sturmtief „Billie“ wird noch einige Zeit anhalten.

BayreuthDas Sturmtief „Billie“ hat im Norden und Osten Deutschlands für Windenergie im Überfluss gesorgt und das Stromnetz vor große Herausforderungen gestellt. Über 29.000 Megawatt Windenergie seien zeitweise in das deutsche Stromnetz eingespeist worden. Das sei mehr als jemals zuvor in diesem Jahr, berichtete die Sprecherin des Netzbetreibers Tennet, Ulrike Hörchens, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Um die Netzstabilität in den Höchstspannungsleitungen sicherzustellen, mussten teilweise konventionelle Kraftwerke im großem Umfang heruntergefahren werden. Auch Windanlagen wurden vom Netz genommen.

Ein Sprecher des Netzbetreibers 50Hertz berichtete, zeitweise sei allein im Netzgebiet des Unternehmens die Leistung der konventionellen Kraftwerke um über 5600 Megawatt gedrosselt worden. Das entspricht ungefähr der Leitung von fünf Kernkraftwerken.

Der Höhepunkt des Windstromaufkommens sei am Freitagnachmittag überschritten worden, sagte Hörchens. Doch werde die Belastung der Netze noch einige Zeit anhalten. Tennet-TSO-Chef Urban Keussen betonte angesichts der Herausforderungen durch „Billie“ die Notwendigkeit eins Ausbaus des deutschen Stromnetzes.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

12.12.2014, 18:17 Uhr

Solch Regulierung der Erzeuger - rauf-, runter-, dann wieder mittig fahren - kostet mehr Geld als die ganze Wind-, etc. Monstranz einsparen könnte, was sie nie kann, denn sie ist ein nur kurzweilig betreibbares Instrument, welches steter Erneuerung bedarf.

Kaufmann und Ingenieur ist klar, das funktioniert niemals, jedenfalls nicht unter Kostengesichtspunkten, die über den Tag hinaus reichen.

Herr Peter Delli

12.12.2014, 18:22 Uhr

"mussten teilweise konventionelle Kraftwerke im großem Umfang heruntergefahren werden"

Das dürfte richtig Geld kosten.

Herr Holger Narrog

12.12.2014, 18:45 Uhr

Im Stromnetz muss die Stromeinspeisung in jedem Augenblick gleich dem Verbrauch sein. Die Stabilisierung des Netzes erfolgt durch die rotativen Massen der Turbogeneratoren und die Kesselreserve der Dampfkraftwerke.

Das bedeutet, dass der Anteil umweltschädlichen Wind- und Solarstroms 50% nicht übersteigen sollte um die Netzstabilität zu gewährleisten.

Konsequenzen:

Ich nehme an, dass der Strompreis negativ war und der umweltschädliche Ökostrom den Nachbarländern in die Netze gedrückt wurde.

An einem Wochenende hätte man noch wesentlich mehr der umweltschädlichen Windmühlen abschalten müssen.

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