Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2012

01:53 Uhr

„Zuerst kommt das Land“

Kauder warnt gefeuerten Röttgen

Bundesumweltminister Röttgen solle seinen Rausschmiss durch Kanzlerin Merkel hinter sich lassen, fordert Unionsfraktionschef Volker Kauder. Er solle die Regierung jetzt nicht von „schweren Brocken“ ablenken.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU): „Noch ein paar schwere Brocken, die noch in den letzten Wochen vor der Sommerpause gemacht werden müssen.“ dapd

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU): „Noch ein paar schwere Brocken, die noch in den letzten Wochen vor der Sommerpause gemacht werden müssen.“

BerlinUnionsfraktionschef Volker Kauder hat den hinausgeworfenen Bundesumweltminister Norbert Röttgen vor einer möglichen Abrechnung mit Kanzlerin Angela Merkel (alle CDU) gewarnt. „In der Union kann jeder seine Meinung sagen. Vor allem für uns, die wir Verantwortung tragen, muss aber gelten: Zuerst kommt das Land und die Menschen, dann erst die Partei und ganz zum Schluss komme ich“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, Röttgen wolle die bisherige Darstellung der Umstände seiner Entlassung öffentlich korrigieren. Merkel habe ihm vor der Nordrhein-Westfalen-Wahl versichert, selbst bei einer Niederlage als Minister für die Energiewende unverzichtbar zu sein. Er hatte vor einer Woche mit 26,3 Prozent ein Rekordtief in NRW eingefahren und bereits den CDU-Landesvorsitz niedergelegt.

Ausweichend antwortete Kauder auf die Frage, ob Röttgen seinen CDU-Vizeposten aufgeben solle: „Das ist seine Entscheidung - und er ist ja manch gutem Rat vor der Landtagswahl nicht gefolgt“, sagte Kauder mit Blick darauf, dass Röttgen sich nicht unabhängig vom Wahlausgang zum Wechsel nach Düsseldorf bereiterklärt hatte.

Angesichts der Unruhe in der Koalition nach der NRW-Wahlniederlage und der Röttgen-Entlassung forderte Kauder die Regierungsparteien auf, sich auf die Lösung der strittigen Fragen zu konzentrieren. „Also das sind noch ein paar schwere Brocken, die noch in den letzten Wochen vor der Sommerpause gemacht werden müssen. Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren“, sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

Norbert Röttgen: Wie „Muttis Klügster“ alles verspielte

Norbert Röttgen

Wie „Muttis Klügster“ alles verspielte

Ende eines politischen Wunderkindes: Bundesumweltminister Norbert Röttgen wollte eine Karriere ohne Risiko. Jetzt hat er alles verloren.

„Diese Regierung hat jetzt ein paar harte Wochen vor sich. Wir haben noch einmal das Thema Europa. Die Gesetzgebungsvorhaben mit dem Stabilisierungsmechanismus und dem Fiskalpakt, wo wir die Opposition brauchen. Das Betreuungsgeld muss noch verabschiedet werden.“

Die schwarz-gelbe Koalition hatte sich schon am Wochenende bemüht, den Blick nach vorn zu richten. Merkel erhielt nach interner Kritik an Röttgens Entlassung überwiegend Rückendeckung aus der Union.

Das NRW-Wahlfiasko ließ aber die interne Debatte um ein konservativeres Profil der CDU wieder aufflammen. Union und FDP wollen bei einem Treffen der Parteichefs in dieser Woche Handlungsfähigkeit demonstrieren.

Von

dpa

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Gast44

21.05.2012, 04:20 Uhr

Für alle etablierten Politiker gilt: Zuerst komme ich und meine persönlichen Privilegien, dann kommt die Partei und das Land und die Menschen sind mir scheißegal; Hautpsache ich werde gewählt.

Account gelöscht!

21.05.2012, 05:19 Uhr

da fehlt noch: .... Hauptsache gewählt .., und es springen über Zusatzpöstchen noch weitere Einnahmen heraus und weitere Macht ... und Totalabsicherung auch nach dem Ende des Politikerdaseins.

Oeconomicus

21.05.2012, 06:25 Uhr

Das Kauderwelsch ist unerträglich!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×