Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2005

09:41 Uhr

Zuflüsse am Jahresende

Regierung mit Steueramnestie-Ergebnis zufrieden

Möglicherweise sind die Einnahmeerwartungen der Bundesregierung nach Einschätzung des Ministeriums aus der Steueramnestie für Schwarzgeldsünder übertroffen worden.

HB BERLIN. „In der Tendenz scheint sich abzuzeichnen, dass die Erwartungen zumindest erreicht, vielleicht sogar übertroffen wurden“, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch in Berlin. Die amtlichen Steuerschätzer hatten ihre Einnahmeerwartungen aus der Steueramnestie für das vergangene Jahr zuletzt auf rund 800 Mill. € in 2004 veranschlagt. Nach Zeitungsberichten, die sich auf Umfragen aus den Ländern beziehen, dürften die Einnahmen aus dieser so genannten „Brücke zur Steuerehrlichkeit“ bei über 900 Mill. € gelegen haben.

Der Ministeriumssprecher erklärte, offenbar hätten sich gegen Jahresende viele Besitzer von nicht versteuerten Geldern im Ausland entschlossen, die Möglichkeiten der Steueramnestie wahrzunehmen. Das zeige, dass dieses Instrument „eine gute Sache“ ist und die vielen Kritiker mit ihren Darstellungen falsch gelegen hätten. Der Sprecher äußerte die Hoffnung, dass Steuersünder auch in den ersten drei Monaten 2005 die während dieser Zeit noch bestehende Möglichkeit nutzen werden, ihre unversteuerten Auslandsgelder anzumelden und pauschal - allerdings nicht mehr zu 25 %, sondern zu 35 % - pauschal nachzuversteuern. Nach Angaben aus 15 Bundesländern flossen nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ im vergangenen Jahr rund 903 Mill. € in die Kassen des Staates. Ende November hatten die Einnahmen erst rund 556 Mill. € betragen. Eichel war ursprünglich von fünf Mrd. € Einnahmen ausgegangen, hatte seine Einschätzung jedoch deutlich nach unten korrigiert. Auch die „Berliner Zeitung“ schrieb am Mittwoch von fast einer Milliarde Euro, die Steuersünder nachgezahlt hätten.

Endgültige Zahlen zum Jahr 2004 liegen der Bundesregierung laut Finanzministerium noch nicht vor. Dies dürfte aber Anfang nächster Woche der Fall sein. Die Amnestie läuft noch bis Ende März 2005. Im Jahr 2004 konnte das Schwarzgeld steuerfrei zurückgeholt werden, wobei pauschal eine Nachversteuerung von 25 % anfiel. Wer sein Schwarzgeld erst in diesem Jahr dem Fiskus offenbart, muss 35 % zahlen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×