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30.01.2011

19:27 Uhr

Zugunfall in Sachsen Anhalt

Nach dem Unglück laufen die Aufräumarbeiten

Nach dem schweren Zugunglück in Sachsen-Anhalt laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. In der Nacht zum Montag haben die Einsatzkräfte fast alle Wrackteile des völlig zerstörten Zuges abtransportiert. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben.

Viele Tote von Hordorf sind noch nicht identifiziert. DAPD

Viele Tote von Hordorf sind noch nicht identifiziert.

HB HORDORF. „Diese Teile des Unglückszuges sowie die (beiden) Loks des Güterzuges werden in einer großen Halle noch mal gelagert und dann auch noch mal von der Kriminaltechnik untersucht“, erklärte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch der Nachrichtenagentur dpa. Mit schwerem Gerät zerschnitten die Einsatzkräfte das Wrack des Harz-Elbe-Expresses (HEX). Zudem wurden bis in die Nacht Spuren an der Unfallstelle gesichert. Diese bleibe mindestens bis Montagabend gesperrt.

Der HEX-Regionalzug war am späten Samstagabend auf eingleisiger Strecke bei Hordorf mit dem Güterzug zusammengestoßen. Der Aufprall war so gewaltig, dass der Harz-Elbe-Express von der Schiene geschleudert wurde. 10 Menschen starben, 23 wurden verletzt. Einige hätten die Kliniken bereits wieder verlassen, sagte Kriebitzsch am frühen Morgen. Es gebe aber noch „mindestens zehn Personen, die sich in den Krankenhäusern befinden und behandelt werden müssen“. Im Laufe des Vormittags werden weitere Angaben zu den Identitäten der Leichen erwartet. „Die Unglücksstelle zeigt ja ein Bild des Grauens“, beschrieb Kriebitzsch ein Problem der Ermittler. Zudem seien viele Zuginsassen ohne Ausweise unterwegs gewesen.

Die Ursache für das schwerste Zugunglück der vergangenen Jahre in Deutschland war zunächst unklar. Nach Angaben der Veolia Verkehr GmbH, zu der der verunglückte Harz-Elbe-Express gehört, befinden sich unter den Toten der Lokführer und die Zugbegleiterin.

Die Züge, die beide privaten Unternehmen gehören, waren gegen 22.30 Uhr am Samstagabend auf der eingleisigen Strecke zwischen Magdeburg und Halberstadt zusammengestoßen. Während der mit Kalk beladene Güterzug in den Gleisen blieb, wurde der Triebwagen des Personenzuges aus den Schienen auf einen Acker geschleudert und völlig zertrümmert. Die vorderen Sitzreihen des modernen Triebwagens wurden bis zum vierten Fenster zermalmt.

Möglicherweise hatte einer der Zugführer ein Haltesignal übersehen. Das erklärte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, der sich am Sonntagvormittag am Unglücksort über den Einsatz der Rettungskräfte informierte.

Kommentare (4)

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h.morun

30.01.2011, 21:17 Uhr

Der börsengang bringt Grube als Vorstand Millionen an Sonderzahlung und boni. Um das zu erreichen wird selbst an der Sicherheit gespart. Ob es dannn 10 oder 20 Tote sind- ist einem Grube egal. Die Millionen sind es die zählen.

Peter Scholz

30.01.2011, 21:41 Uhr

bahn in Grube, Aktie auf Null.
Mariana Mayer entwirft Plan für die bahn und wird ohne Quote Vorstand.

Thomas Melber, Stuttgart

30.01.2011, 21:46 Uhr

Tragisch, aber typisch - es wird seit einigen Jahren nur noch das allernötigste oder zwingend erforderliche investiert bzw. ausgeschrieben und geliefert. Deutschland verkommt immer mehr zum Zweite-Welt-Land, Sicherheitsmargen werden nahezu auf Null gefahren. Geiz ist eben geil. Aber manchmal auch tödlich.

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