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21.10.2015

15:40 Uhr

Zukunft der IG Metall

Die Wiedererweckung des Volkseigenen Betriebs

VonFrank Specht

Mitbestimmung, freie Wahl der Arbeitszeit und großzügige Erstattungen bei Verdienstausfall: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann fordert ein Schlaraffenland für Angestellte – und bleibt dabei bewusst unrealistisch. Ein Kommentar.

Frank Specht berichtet für das Handelsblatt aus Berlin über die Themen Arbeitsmarkt und Gewerkschaften.

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Frank Specht berichtet für das Handelsblatt aus Berlin über die Themen Arbeitsmarkt und Gewerkschaften.

BerlinVolkseigene Betriebe sind hierzulande seit dem Ende der DDR ein Relikt der Vergangenheit. Doch wenn man dem Zukunftsreferat des neuen IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann lauscht, kann fast der Eindruck entstehen, dass die Gewerkschaft die alte Ordnung in den Unternehmen wieder herstellen will.

Überall sollen Gewerkschaften und Betriebsräte künftig mitbestimmen. Bei der Festlegung von Ausbildungsinhalten an den Unis, damit aus den Hochschulen „kein Arbeitgeber-Protektorat“ wird. Bei der Entscheidung, ob Firmen Aufträge an externe Dienstleister vergeben dürfen. Bei Innovationen im Rahmen der Industrie 4.0.

Im volkseigenen Betrieb ist natürlich jeder Beschäftigte auch sein eigener Herr und kommt und geht, wann er will. „Was wir brauchen, ist ein echtes Wahlrecht zur Arbeitszeit“, sagt Hofmann dazu. Nur so könne man der „Fremdbestimmung und der freien Verfügbarkeit der Arbeitskraft Grenzen setzen“. Frei nehmen die Beschäftigten natürlich, wenn es ihnen passt, und nicht dann, wenn es dem Chef gefällt. Und nutzen sie gesetzliche Pflegezeit, erstatten Kollegen und Arbeitgeber selbstverständlich den Verdienstausfall.

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Natürlich ist der Job im VEB von morgen auch sicher, unbefristet und gut bezahlt – bevorzugt natürlich nach dem teuren Metalltarif. Und wenn das Geld dann trotzdem nicht für eine auskömmliche Rente reicht, dann müssen zur Not eben die Beiträge rauf. Oder die private Vorsorge fließt nicht mehr länger in die Riester-Rente zur Alimentierung der Versicherungswirtschaft, sondern in betriebliche Altersvorsorgetöpfe, über deren Verteilung dann auch wieder Gewerkschaften und Betriebsräte mitentscheiden.

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