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28.02.2004

18:36 Uhr

Zukunft des Virtuellen Arbeitsamtes offen

BA-Chef entlastet Vorstandsmitglied Alt

Bundesagentur-Chef Weise hat Vorwürfe zurückgewiesen, BA-Vorstand Alt habe bereits im August von der Kostenexplosion bei der Online-Stellenbörse gewusst. Dafür gebe es keine Hinweise.

HB BERLIN. In der Affäre um den Virtuellen Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Behördenchef Frank-Jürgen Weise in der «Welt am Sonntag» (WamS) Vorwürfe gegen BA-Vorstand Heinrich Alt zurückgewiesen. Es gebe derzeit keinerlei Hinweise, dass Alt über die Kostenexplosion frühzeitig informiert gewesen sei, sagte Weise der WamS.

Zuvor hatte die wie die WamS im Springer-Konzern erscheinende Zeitung «Die Welt» berichtet, dass Alt bereits im August 2003 gewusst habe, dass die Ausgaben für das von ihm verantwortete Internetprojekt wesentlich höher als geplant ausfallen würden. Die «Welt» schrieb am Samstag unter Berufung auf einen BA-Insider, Alt habe seit 27. August 2003 gewusst, dass das Projekt 114,6 Millionen Euro kosten werde.

BA-Sprecherin Bettina Schmidt sagte der Nachrichtenagentur AP, möglicherweise beziehe sich diese Summe auf eine «auf Arbeitsebene erstellte» Haushaltsanforderung. Der Vertreter der bayerischen Arbeitgeber im Verwaltungsrat, Stephan Götzl, übte in den «Nürnberger Nachrichten» scharfe Kritik an Alt.

Götzl sagte dem Blatt, er wolle wissen, wann der BA-Vorstand welche Details über die Kostenexplosion erfahren habe. Er selbst habe seit Mitte 2003 auf mehrere Anfragen keine Auskunft erhalten.

Die Zukunft des Projekts um das Portal arbeitsagentur.de ist laut Weise derzeit offen. Er sagte der WamS, wenn sich abzeichne, dass das Konzept nicht funktionieren könne, werde es gestoppt und kein neues Geld investiert.

Ob die Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Accenture fortgesetzt werde, wolle er in der nächsten Woche entscheiden, fügte Weise hinzu. Zuvor hatte die BA-Verwaltungsratschefin Ursula Engelen-Kefer in der «Berliner Zeitung» den weiteren Ausbau in Frage gestellt.

Dagegen hatte Weise im Nachrichtenmagazin «Focus» auf vertragliche Verpflichtungen verwiesen und erklärt, ein Ausstieg aus dem Vertrag mit Accenture sei nur theoretisch möglich. Weises Sprecherin Schmidt sagte AP, man sei vertraglich zu Leistungen in Höhe von 105 Millionen Euro gebunden, wovon 44 Millionen bereits ausgegeben seien.

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