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27.12.2016

07:30 Uhr

Zukunft von Bayerns Ministerpräsident offen

Seehofer geißelt Populismus

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer lehnt „Populismus als bevorzugtes Politikelement“ ab – lässt sich aber auch eine Hintertür für seine eigenen Sprüche. Offen bleibt auch, ob er 2018 aus seinem Amt scheidet.

Seehofer: „Ich will nicht in gebückter Haltung durch Bayern gehen müssen und hoffen, dass mich keiner erkennt, weil meine politische Hinterlassenschaft gramvoll wäre.“ dpa

Horst Seehofer

Seehofer: „Ich will nicht in gebückter Haltung durch Bayern gehen müssen und hoffen, dass mich keiner erkennt, weil meine politische Hinterlassenschaft gramvoll wäre.“

MünchenPopulismus darf aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kein Politikersatz sein. „Populismus als bevorzugtes Politikelement lehne ich ab“, sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in München. Das heiße ja, dass man populistisch alles problematisiere, aber keine Lösungen anbieten könne. „Dass allerdings jeder Politiker, ausnahmslos, gelegentlich populär spricht, auf Marktplätzen, in Bierzelten, vor vielen Menschen, das ist erlaubt und in Ordnung.“

Seehofer ließ weiter offen, ob er 2018 aus dem Amt scheiden will. Er wolle das Leben nach der Politik zufrieden führen, „auch über das, was man hinterlässt“, sagte er. „Ich will nicht in gebückter Haltung durch Bayern gehen müssen und hoffen, dass mich keiner erkennt, weil meine politische Hinterlassenschaft gramvoll wäre.“

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Mit Blick auf den Unions-Streit über die Flüchtlingspolitik sagte Seehofer, er sehe keinen dauerhaften Schaden. „Normalisierungsprozesse finden allerdings nicht statt durch Ankündigungen, sondern durch Tun.“ Eine inszenierte, gekünstelte Partnerschaft würde sofort durchschaut werden. „Deshalb sind wir beide uns sicher, die Kanzlerin und ich, es muss eine ehrliche Normalisierung stattfinden. Deshalb braucht es auch Zeit.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Clemens Keil

27.12.2016, 10:11 Uhr

Keiner kann Populismus besser als die CSU mit ihren Alpenpopulisten (gestern: Stoiber, heute: Seehofer, morgen: Söder? Oder doch wieder Seehofer?) und ihrem Lautsprecher Scheuer!
Statt neuem Konzertsaal (versprochen) gibt es Gasteigumbau (beschlossen, aber schon wieder verworfen, ...) und dann doch wieder Konzertsaal ...
Statt "Die Geigerin Anne-Sophie Mutter ist ein Knaller" hieß es letztens: " Die Geigerin Anne-Sophie Mutter hat einen Knall".
Statt Verkehrspolitik gibt es Maut (versprochen), statt Maut gibt es keine kalte Progression mehr (versprochen), statt Ausländerfeindlichkeit gibt es "wer betrügt, der fliegt" (versprochen).
Statt "Bayern ist die Vorstufe zum Paradies" heißt es jetzt: "Bayern soll (als Einwanderungsland) unattraktiv, also zur Vorhölle, werden".
Statt Flüchtlings-Obergrenzen gibt es Populismus-Untergrenzen: bereits täglich praktiziert
Statt Integration (z.B. in Form von "fußballspielenden, ministrierenden Senegalesen") gibt es Hetze ("den kriegen wir nie wieder los")
Statt vorbildliche Willkommenskultur, insbesondere in Bayern, ist lt. Seehofer deren Ende notariell besiegelt
Statt Verfassungsklage gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gibt es eingeknicktes Bayern-Weichei,
Statt Rückgang der Flüchtlingszahlen infolge des Türkeiabkommens, Rückgang infolge der Schließung der Balkanroute, aber nach Erdogans Drohung zur Aufhebung des Abkommens klagt Seehofer über ein dann drohendes großes Problem,
Statt mehr Universitäten gibt es Flüchtlinge: steht lt. Söder in Bayern an
Statt G8-Murx gibt es Murx-G8 (versprochen),
Statt Parlamentsdebatten gibt es CSU-Verlautbarungen (bereits überaus erfolgreich umgesetzt: "Ausländer haben Zuhause Deutsch zu sprechen").
Statt Strommasten, gibt es Windräder (einst versprochen), statt Windrädern gibt es 10-H-Abstandsregelung (mittlerweile beschlossen). Im übrigen: in Bayern kommt der Strom aus Steckdosen und Erdkabeln!
...

Herr Clemens Keil

27.12.2016, 10:12 Uhr

...
Statt Anzahl der "Monstertrassen" = 2, jetzt Anzahl der "Monstertrassen" = 2-x, bei x=0 (x bezeichnet auch die Größe des Verhandlungserfolges von Seehofer)!
Statt Finanzierung der Energiewende aus einem staatlichen Fonds, Finanzierung durch die Verbraucher über die EEG-Umlage, und neuerdings statt weiterer Erhöhung der EEG-Umlage, Finanzierung aus einem staatlichen Fonds.
Statt Betreuungsgeld gibt es eine "Klatsche" vom Verfassungsgericht.
Statt Mindestlohn (in der Regierung mitbeschlossen), gibt es eine CSU-Dagegen-Kampagne.
Statt "Das soll bis Aschermittwoch abgeschlossen sein" heißt es später: "Darüber müssen wir nicht bis Ostern entscheiden".
Statt EURO-Bonds/Transferunion (im Wahlkampf abgelehnt) gibt es Milliardenkredite ohne Rückzahlung (sicher).
Statt CSU 2.0 gibt es CSU-alt (bereits umgesetzt).
Statt Seehofer-Nachfolger gibt es Nachfolger Seehofer (definitiv, da alternativlos).
Statt Populismus gibt es Populismus ("das ist völliger Quatsch").
Verkehrte Welt?
Mein Tip:
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
Viel Spaß beim Anhören!

Herr Wolfgang Trantow

27.12.2016, 14:18 Uhr

Populismus ist falsch? Warum kümmern sich die Politiker nicht um ihre Bürger, sondern verachten sie nur? Beispiel Armut: Laufend zu lesen: Unsere Politiker wollen die Armut für alle Deutschen, besonders Kinderarmut wollen Sie. Oder alles nur für Ausländer!

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