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29.05.2016

11:56 Uhr

Zukunftsatlas 2016

Lokomotive Leipzig

VonChristian Rickens

Ostdeutsche Großstädte steigen auf, München hebt ab, doch die Provinz kann von der gestiegenen Zuwanderung nicht profitieren: Der Zukunftsatlas 2016 zeigt, welche deutsche Regionen die besten Aussichten haben.

Leipzig hat sich von einem miserablen 334. Platz im Jahr 2004 immerhin auf Platz 137 vorgearbeitet. dpa

Zukunftsstudie

Leipzig hat sich von einem miserablen 334. Platz im Jahr 2004 immerhin auf Platz 137 vorgearbeitet.

DüsseldorfSeit 2004 misst das Forschungsinstitut Prognos alle drei Jahre die Zukunftsfähigkeit der aktuell 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Das Handelsblatt präsentiert exklusiv die Ergebnisse der Ausgabe 2016 des Zukunftsatlas. Er liefert eine einzigartige Nahaufnahme zur ökonomischen Verfassung der deutschen Regionen. Erstmals erfasste Prognos zusätzlich auch die digitalen Zukunftsaussichten in einem eigenen Digitalisierungskompass, hier wurden die Kategorien von einem Stern bis fünf Sterne plus vergeben.

Die Kategorie fünf Sterne plus musste dabei eigens für die Stadt und den Landkreis München geschaffen werden, die sonst den Vergleichsrahmen gesprengt hätten. Die Region München belegte somit nicht nur bei den konventionellen Zukunftsaussichten unangefochtenen die Spitzenposition, sondern auch bei der Digitalwirtschaft.

„Wer hat, dem wird gegeben“, kommentiert Prognos-Chef Christian Böllhoff das Ergebnis von Zukunftsatlas plus Digitalisierungskompass. Und das gilt nicht nur für Münchens Sonderstellung in Sachen Bits und Bytes. Sondern für alle drei Trends, die sich an der neuen Ausgabe des Zukunftsatlas ablesen lassen.

Methodik – So wurde gerechnet

29 Indikatoren

Seit 2004 misst das Forschungsinstitut Prognos alle drei Jahre die Zukunftsfähigkeit der aktuell 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Grundlage bilden insgesamt 29 Indikatoren aus den Bereichen Demografie (zum Beispiel Geburtenrate), Wohlstand und soziale Lage (zum Beispiel Zahl der Hartz-IV-Empfänger), Arbeitsmarkt (zum Beispiel Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor) und Wettbewerb und Innovation (zum Beispiel Zahl der Patentanmeldungen). Anhand der Indikatoren erstellen die Forscher ein Ranking und unterteilen die Regionen zusätzlich in acht Kategorien, die ihre Zukunftsfähigkeit bezeichnen: Von „Beste Chancen“ über „Ausgeglichene Chancen und Risiken“ bis zu „Sehr hohe Risiken“.

Zukunftsfelder

Zusätzlich hat Prognos 2016 gemeinsam mit der auf Medienauswertung spezialisierten Agentur Index einen Digitalisierungsatlas erstellt, der die Stärke der Regionen im Zukunftsfeld Informationstechnologie in sechs Kategorien unterteilt (ein Stern bis fünf Sterne plus). Indikatoren für dieses Ranking waren erstens die Zahl der Stellenangebote im IT-Bereich in der jeweiligen Region, zweitens der Anteil der IT-Experten an der Gesamtzahl der Beschäftigten und drittens die Zahl der Unternehmensgründungen im IT-Bereich.

Erster Trend

Generell sind Regionen, die nach den Maßstäben des Zukunftsatlas gut abschneiden, auch in Sachen Digitalisierung vorne dabei – und umgekehrt. Alle Regionen in den Top 20 des Zukunftsatlasses kommen auch im Digitalisierungskompass auf mindestens vier Sterne.

Umgekehrt schaffen es nur wenige Regionen, im Digitalen deutlich besser abzuschneiden als bei den übrigen Zukunftsvariablen. Umso bemerkenswerter die eine Ausnahme hoch im Norden: Flensburg, generell eher eine Durchschnittsregion, kommt auf vier Digitalsterne. Wie Flensburg sich diese Sonderstellung erobern konnte, lesen Sie hier.

Zweiter Trend

Die Bevölkerung in Deutschland wächst wieder. Doch dieses Zuwanderungsplus hilft nicht dabei, die demografischen Probleme vieler deutscher Regionen zu lindern. Die Zuwanderer strömen nämlich fast ausschließlich in attraktive Großstädte.

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