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13.01.2014

19:06 Uhr

Zur Bürgerlichkeit

CDU und FDP gründen Gesprächskreis

Nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr wollen CDU und FDP in einem Gesprächskreis wieder aufeinander zugehen. In der „Kartoffelküche“ suchen die ehemaligen Koalitionspartner nach Gemeinsamkeiten.

Otto Fricke von der FDP wird Teil des neugegründeten Gesprächskreises zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern Union und FDP. Reuters

Otto Fricke von der FDP wird Teil des neugegründeten Gesprächskreises zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern Union und FDP.

BerlinSchwarz-Gelb rückt in der „Kartoffelküche“ wieder zusammen: In einem Gesprächskreis wollen Politiker von CDU und FDP vergangene Verletzungen aufarbeiten und gemeinsam den Begriff des Bürgerlichen mit neuen Inhalten füllen, wie der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke am Montag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der von Fricke und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), ins Leben gerufene Kreis soll möglichst bald erstmals zusammenkommen.

Die FDP hatte bei der Bundestagswahl erstmals seit Jahrzehnten den Sprung in den Bundestag verpasst, die schwarz-gelben Koalitionspartner hatten sich in der letzten Phase des Wahlkampfs einen erbitterten Kampf um Zweitstimmen geliefert. Die Union regiert nun in einer großen Koalition mit der SPD.

Der tiefe Fall der FDP

Ende einer Ära

Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Als Regierungspartei ereilte dieses Schicksal bisher nur die damalige Kriegsgeschädigten- und Vertriebenenpartei Gesamtdeutscher Block/BHE (GB/BHE) 1957 in der jungen Bundesrepublik.

Die Königsmacher

Seit 1949 saß die FDP ununterbrochen im Parlament. Mehr als vier Jahrzehnte war sie an Bundesregierungen beteiligt und bei Kanzlerwechseln mehrfach das Zünglein an der Waage.

Hohe Stimmenverluste

Den in früheren Jahren größten Stimmenverlust mussten die Liberalen 1994 hinnehmen. Damals rutschten sie von 11,0 auf 6,9 Prozent - ein Verlust von 4,1 Punkten. Nach ihrer „Wende“ von der SPD zur Union war die Partei aber schon 1983 auf 7,0 Prozent abgerutscht (minus 3,7).

Der Tiefpunkt

Schon 1969 hatte der FDP fast das Totenglöcklein geläutet. Mit ihrem schlechten Ergebnis von 5,8 Prozent (minus 3,7) überwand sie nur knapp die Sperrklausel, konnte aber mit der SPD eine sozial-liberale Bundesregierung bilden. Das Bündnis hielt 13 Jahre lang bis 1982.

Letzte Bastion Baden-Württemberg

Mehr als 50 Mal wurde die FDP aus Landtagen gekippt - zuletzt in Bayern. Nur in Baden-Württemberg ist sie noch nie gescheitert.

In dem Gesprächskreis namens „Kartoffelküche“ - in ironischer Abgrenzung zu dem schwarz-grünen Gesprächskreis „Pizza-Connection“ aus den 1990er Jahren - sollen sich Schwarz und Gelb wieder näherkommen. „Es gab in den vier Jahren Koalition auch manche Verletzungen, die nicht einfach zu verarbeiten waren“, sagte Fricke. In dem Gesprächskreis solle es aber nicht vordergründig darum gehen, „die nächste schwarz-gelbe Koalition“ vorzubereiten. Es gehe darum, „frei von Druck, frei von machtpolitischen Hintergedanken zu fragen, wo haben wir Gemeinsamkeiten?“

Kommentare (3)

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AfD

13.01.2014, 19:26 Uhr

Die FDP macht sich als Duckmäuser nur noch lächerlich. Diese Partei, die fast 15 % Bürgervotum hatte, ist verschwunden. Warum wohl? Mit Politik ohne Inhalt, mit dem Ausverkauf der Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung an die Union und Europa hat man das eigene Herz abgeschaltet. Und nun soll man einem Neuanfang glauben? Im Leben nicht. Da ist mit die AfD lieber, sie war noch nicht im Parlament, ist unverbraucht und kann die FDP nebenher ersetzen. Darum habe ich die Mitgliedschaft von der FDP zur AfD verlagert.

Account gelöscht!

13.01.2014, 19:52 Uhr

Zitat : CDU und FDP gründen Gesprächskreis

-die haben doch die letzten 4 Jahre intensiv miteinander gesprochen.......gebracht hat es NICHTS !

r-tiroch@t-online.de

14.01.2014, 20:36 Uhr

und schon lässt sich die FDP wieder pausenlos über 5% in den Umfragewerten geben. die AfD soll unter 4% sein. den Scheiß predigen sie uns nun täglich bis zur nächsten Wahl, das ist einfach nur Lächerlich.

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