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07.09.2011

09:14 Uhr

Zur Eurokrise

Seehofer holt zum Rundumschlag aus

Lange hatte er sich zurückgehalten, nun gibt Horst Seehofer seinen bayrischen Senf zur Eurokrise ab. Über den Boulevard spart er nicht mit Kritik an den eigenen Reihen, fordert aber auch mehr Teamgeist in der Koalition.

Der CSU-Chef Horst Seehofer. dapd

Der CSU-Chef Horst Seehofer.

Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich „Bild“-Zeitung ausführlich zur Eurokrise geäußert und dabei nicht mit Kritik an der Berliner Koalition gespart. Dabei verlässt Seehofer auch deutlich die Linie der Kanzlerin: Er hält den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion weiter im Spiel hält.

„Ich halte das nicht für ausgeschlossen“, sagte der CSU-Parteivorsitzende laut Vorabmeldung. Er setze allerdings darauf, dass der eingeschlagene Weg von Hilfe und Sparanstrengungen zum Erfolg führe. „Allerdings gibt es Hilfen nicht ohne Eigenleistungen der Schuldenländer“, wurde Seehofer zitiert.

Außerdem forderte der CSU-Chef, weitreichende Mitbestimmung des Parlaments bei allen weiteren Rettungsschritten: „Alle wichtigen Grundsatz-Entscheidungen müssen vom ganzen Bundestag getroffen werden.“

Vehement spricht sich Seehofer auch gegen eine EU-Wirtschaftsregierung und einen EU-Finanzminister aus. „Ich bin strikt gegen eine europäische Wirtschafts- und Finanzunion und gegen einen europäischen Superstaat. Über mehr Stabilitätskontrolle können wir reden, aber einen EU-Finanzminister brauchen wir definitiv nicht.“

Eine klare Absage erteilte Seehofer auch dem Vorstoß von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die sich für Vereinigte Staaten von Europa ausgesprochen hatte. „Die Vereinigten Staaten von Europa wird es mit der CSU nicht geben. Wir ziehen den Menschen nicht die Heimat unter den Füßen weg.“ Er fügte hinzu: „Außerdem berechtigt uns das Grundgesetz nicht, Deutschland schleichend abzuschaffen.“

Trotz seiner deutlichen Kritik an den eigenen Reihen über die Boulevard-Zeitung ruft Seehofer dann doch im selben Interview die Koalition in Berlin zu mehr Geschlossenheit auf. „Ich wünsche mir einen starken Teamgeist“, sagte Seehofer.

Viel solide Arbeit sei auch von internen Querelen eines Partners überschattet worden, rügte der bayerische Ministerpräsident mit Blick auf die FDP. Die Liberalen hätten die Schmerzgrenze der Menschen in dieser Hinsicht ausreichend getestet. „Ich würde es begrüßen, wenn wir jetzt wieder kraftvoll an die Arbeit gehen können“, fügte Seehofer hinzu.

Kommentare (4)

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azaziel

07.09.2011, 10:06 Uhr

Auch wenn er hin und wieder etwas richtiges sagt, Seehofer ist und bleibt ein Populist, der nur seine eigene Agenda vorantreibt. Mein Vertrauen hat er nicht und ich kann mir kaum vorstellen, dass er je mein Vertrauen gewinnen kann. Bei mir steht er mit seinem „Freund“ Westerwelle auf einer Stufe.

Pendler

07.09.2011, 10:17 Uhr

Irgendwie hat er Recht
naja, zum € / EU hat er sehr kreative Ideen, mal sehen, ob die verhasste STASI-Oma sich wieder durchsetzt

Account gelöscht!

07.09.2011, 11:18 Uhr

Was ist das für eine Sprache ??
"Bayrischer Senf".
Der Autor dieser Zeilen sollte sich nach dem Unterschied zwischen Kommentar und Bericht erkundigen.
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