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26.10.2016

14:53 Uhr

Zusatzrente

Geringverdiener sorgen weniger fürs Alter vor

Weniger als die Hälfte der Geringverdiener beschäftigt sich mit einer zusätzlichen Altersvorsorge. Die Verbreitung der Zusatzrente steigt jedoch parallel mit dem Einkommen. Trotzdem liegt die gesetzliche Rente vorn.

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung wird eine zusätzliche Altersvorsorge „immer wichtiger“. dpa

Altersvorsorge

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung wird eine zusätzliche Altersvorsorge „immer wichtiger“.

BerlinNicht einmal jeder zweite Geringverdiener in Deutschland sorgt neben der gesetzlichen Rente zusätzlich fürs Alter vor. Knapp 47 Prozent der 4,2 Millionen Menschen mit einem Bruttolohn von weniger als 1500 Euro pro Monat hätten weder eine betriebliche Altersversorgung noch einen Riester-Vertrag, heißt es im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung, der Reuters am Mittwoch vorlag. Dies seien rund 1,9 Millionen Personen, zwei Drittel davon Frauen. Über alle Einkommensklassen hinweg gaben rund 30 Prozent der Befragten an, über keine Zusatzrente zu verfügen. Dem Bericht zufolge wird die zusätzliche Altersvorsorge zukünftig „immer wichtiger“.

Grundsätzlich sei die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge – mit 20,4 Millionen Anwartschaften auf eine Betriebsrente und 15,6 Millionen Riester-Verträgen – erfreulich, schreibt die Regierung in dem Bericht.

Zentrale Zahlen zur Rente

Erhöhung

Zum 1. Juli 2016 gab es eine Rekordanhebung der Rente: In Westdeutschland stiegen die Bezüge im Sommer um 4,25 Prozent, in den neuen Ländern um 5,95 Prozent. Bis 2019 werden nur noch Erhöhungen jeweils unter 3 Prozent prognostiziert.

Rentenniveau

Die Rente hinkt den Löhnen somit immer stärker hinterher. Bis 2035 fällt das Rentenniveau von heute 47,8 Prozent nach Berechnungen des Sozialministeriums auf unter 43 Prozent – bis 2045 könnte es auf 41,6 Prozent sinken. Das will Nahles nun verhindern.

Beitragssatz

Er dürfte nach den vorläufigen Zahlen von heute 18,7 Prozent 2031 auf über 22 Prozent steigen. Der Satz ist nach geltendem Recht auf 22 Prozent bis 2030 begrenzt. Nach den aktuellen Zielen soll er auch bis 2045 nicht über 25 steigen.

Rücklage

Die Reserve der Rentenkasse, die Nachhaltigkeitsrücklage, sank von Juli bis August um mehr als eine Milliarde auf 30,9 Milliarden Euro.

Bezogen auf die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 25 bis 65 Jahren hätten mehr als 70 Prozent der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Zusatzrente. Insgesamt hätten Frauen etwas häufiger als Männer angegeben, zusätzlich für ihr Alter vorzusorgen. Insgesamt steige die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge mit dem Einkommen an, heißt es in dem Bericht.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist dem Bericht zufolge weiterhin „das Alterssicherungssystem mit der weitaus größten Bedeutung“.

Von

rtr

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