Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2016

15:16 Uhr

Zuwanderer

Mehr als 280.000 Ausländern droht Abschiebung

Die Zahl der zur Festnahme ausgeschriebenen Ausländer im Fahndungssystem der Polizei ist laut Bundeskriminalamt um 140 Prozent gestiegen. Ein Teil der Gesuchten wurde allerdings bereits abgeschoben.

Laut HR-Info äußerten mehrere Experten bei Ausländerbehörden die Vermutung, dass viele der Gesuchten Flüchtlinge seien, die sich der Abschiebung entziehen wollten (Symbolbild). dpa

Zur Festnahme ausgeschrieben

Laut HR-Info äußerten mehrere Experten bei Ausländerbehörden die Vermutung, dass viele der Gesuchten Flüchtlinge seien, die sich der Abschiebung entziehen wollten (Symbolbild).

WiesbadenMehr als 280.000 Ausländer waren zum 1. September dieses Jahres im Fahndungssystem der Polizei zur Festnahme ausgeschrieben, etwa weil sie abgeschoben werden sollen. Das sei eine Steigerung um rund 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, meldete der Radiosender HR-Info am Freitag unter Berufung auf das Bundeskriminalamt. 2015 und 2014 waren zum Stichtag etwa 120.000 Menschen zur Fahndung wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz ausgeschrieben.

Ausländer werden zur Fahndung ausgeschrieben, wenn sie das Land verlassen müssen, die Behörden sie aber nicht finden können. Eine Sprecherin des BKA wies allerdings laut HR-Info darauf hin, dass ein Teil der Gesuchten bereits abgeschoben worden sei. In solchen Fällen seien die Ausländer im System INPOL registriert, um sie bei illegaler Wiedereinreise sofort zu erkennen. Wie viele der Gesuchten das betrifft, teilte das BKA demnach nicht mit.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums betonte ebenfalls, die 280.000 Ausländer seien nicht allesamt mit dem Zweck der Abschiebung ausgeschrieben. Die Ausschreibung stehe im Zusammenhang einer „ausländerrechtlichen Maßnahme“, das könne eine Abschiebung sein aber etwa auch eine Einreisesperre. Daher seien auch nicht alle der 280.000 Menschen überhaupt in Deutschland. Der Sprecher wies zudem daraufhin, dass viele ausreisepflichtige Ausländer eine Duldung haben.

Laut HR-Info äußerten mehrere Experten bei Ausländerbehörden die Vermutung, dass viele der Gesuchten Flüchtlinge seien, die sich der Abschiebung entziehen wollten. Geduldete Ausländer, deren Abschiebung beispielsweise wegen Krankheit ausgesetzt wurde, sind im INPOL-System jedoch nicht erfasst. BKA und Bundesinnenministerium konnten dem Radiosender zufolge nicht sagen, wie viele Menschen derzeit illegal in Deutschland leben.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×