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22.01.2004

17:38 Uhr

Zuzahlung bei Behandlungen

Ärzte und Kassen einigen sich über Chroniker-Regelung

Kassenärzte und gesetzliche Krankenkassen haben sich auf die Kriterien geeinigt, nach denen Patienten als chronisch krank eingestuft werden und damit weniger zu ihrer Behandlung zuzahlen müssen. Geregelt wurde zudem die Übernahme von Fahrtkosten durch die Krankenkassen.

HB BERLIN. Chronisch krank sei, wer wenigstens ein Jahr lang mindestens ein Mal pro Quartal ärztlich behandelt wurde, erklärte die Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen am Donnerstag nach einer Sitzung des Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen in Bonn. Zusätzlich muss der Patient entweder schwer pflegebedürftig sein oder ein Behinderungs- oder Erwerbsminderungsgrad von mindestens 60 Prozent vorliegen.

Ausschlaggebend kann auch sein, dass ein Arzt eine kontinuierliche medizinische Versorgung für nötig hält, damit sich ein Leiden nicht lebensbedrohlich verschlimmert oder die Lebenserwartung sich verkürzt. Treffen diese Kriterien zu, muss der Patient jährlich maximal ein Prozent seines Bruttoeinkommens zu seinen Behandlungen zuzahlen. Für alle anderen gelten als Grenze zwei Prozent des Bruttoeinkommens.

Die gesetzlichen Krankenkassen erklärten, der Beschluss sei sozial und medizinisch sinnvoll, da nun kein Patient aus finanziellen Gründen notwendige Behandlungen ausfallen lassen müsse. Der Spielraum für die Senkung der Beitragssätze werde allerdings erheblich verringert.

Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen werden von den Krankenkassen nach dem Ausschussbeschluss dann weiter übernommen, wenn es sich um Dialysebehandlungen oder Krebstherapien handelt. Auch hier müssen die Patienten bis zu zehn Prozent der Fahrtkosten - mindestens fünf und höchstens zehn Euro - selber zahlen. Die Regelung gilt auch für Schwerbehinderte und schwer Pflegebedürftige. Ärzte können bei besonders schweren Krankheiten auch eine Fahrtkostenübernahme anordnen, die dann aber von der Kasse genehmigt werden muss. Wegen der Unklarheit der Zuzahlungsregelungen hatten sich Kassen und Ärzte sowie das Sozialministerium in den vergangenen Wochen gegenseitig erheblich Vorwürfe gemacht.

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