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28.09.2011

12:19 Uhr

Zweite Elbphilharmonie?

Wie das Saarland Millionen verschleudert

Ausgerechnet die Saar-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer stellt die deutsche Schuldenbremse infrage. Dabei ist sie in eine Affäre verstrickt, die das Saarland teuer zu stehen kommt.

Baustelle des Vierten Pavillons des Saarlandmuseums. dpa/picture alliance

Baustelle des Vierten Pavillons des Saarlandmuseums.

SaarbrückenEigentlich sollte die Erweiterung des Saarland-Museums ein Leuchtturmprojekt für die Kultur in der Region werden, die eher ein Schattendasein am Rande der Republik fristet. Doch jetzt hat sich die Geschichte des 4. Pavillons zu einer Mischung aus Kulturkrimi und Polit-Skandal entwickelt.

Klar ist, dass das umstrittene Projekt den Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Wie teuer genau, ist offen. Waren ursprünglich neun Millionen Euro für das Projekt veranschlagt worden, so haben sich die Kosten schätzungsweise bereits mehr als verdreifacht. Unklar ist, was die Steuerzahler dafür bekommen. Bisher steht in bester Lage in Saarbrücken unweit des Staatstheaters ein hässlicher Betonklotz im Rohbau, dem ein Gutachten jetzt zahlreiche Mängel bescheinigt hat.

Die Landesregierung will aber auf jeden Fall an dem schon weit vorangeschrittenen Museumsprojekt festhalten. Überlegungen, etwa der Gewerkschaften, den Rohbau abzureißen oder anderweitig zu nutzen, lehnt sie entschieden ab. Dennoch: „Der 4. Pavillon darf keine zweite Elbphilharmonie werden“, sorgt sich etwa der Landeschef der mitregierenden Grünen, Hubert Ulrich, mit Verweis auf das Prestigeprojekt in Hamburg, das immer teurer wurde.

Die neue Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Kulturminister Stephan Toscani (beide CDU) setzen auf Transparenz und Offenheit. Schon in ihrer Regierungserklärung im August bedauerte Kramp-Karrenbauer den „materiellen Schaden“ und den „Vertrauensverlust“ durch die Fehler der Vergangenheit - an der sie als einstige Kulturministerin Mitschuld trägt.

Für Kramp-Karrenbauer kommt die Affäre zur Unzeit. Den just am heutigen Tag sorgt die CDU-Frau mit eigenwilligen Gedanken zur Schuldenbremse für Unmut - auch bei ihren Parteifreunden in Berlin. Die saarländische Regierungschefin hatte in der Zeitung „Die Welt“ erklärt, wenn die Staatsschuldenkrise und notwendige Rettungsmaßnahmen in der Euro-Zone keine vernünftige Wirtschaftsentwicklung mehr möglich machten, habe man eine veränderte Geschäftsgrundlage. „Und dann müssen wir schauen, wie das weitergeht." Die Union droht nur mit dem Stopp von Bundeshilfen.

Kommentare (7)

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pendler

28.09.2011, 12:35 Uhr

Rituelle Schlachtung im Saarland?????

##-------------Für Kramp-Karrenbauer kommt die Affäre zur Unzeit. Den just am heutigen Tag sorgt die CDU-Frau mit eigenwilligen Gedanken zur Schuldenbremse für Unmut -----

4 Mio???
Seit wann kümmert man sich darum?

In wolfsburg hat das Pheno 75 Mio (nur dür den Rohbau) gekostet und keiner hat sich dafür interessiert. aber wenn man sogar für 4 Mio schon das Handelsblatt interessieren kann, ist ja wohl klar, dass man hier einen abschlachten will.

Herr Schäuble transferiert gerade 720 Mrd € am Parlament vorbei und keienr will es wirklich wissen.

Smokie2011

28.09.2011, 13:02 Uhr

KLARMACHEN ZUM ÄÄÄÄnndernnnn!

Account gelöscht!

28.09.2011, 13:07 Uhr

Bitte aufmerksam lesen. Es geht nicht um 4 Millionen Euro. Die Kosten haben sich von ursprünglich 9 Millionen mittlerweile mehr als verdreifacht! Und ein Ende der Kostensteigerung ist zurzeit nicht in Sicht.

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