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16.03.2012

18:26 Uhr

Zweite Warnstreikwelle

Verdi legt Deutschland erneut lahm

Nächste Woche startet eine zweite, verschärfte Warnstreikwelle. Busse und Bahnen werden tageweise nicht fahren. Auch in Kindergärten und bei der Müllabfuhr wird erneut gestreikt. Verdi kämpft um ein bessers Angebot.

Zwei weitere Jahre mit Reallohnverlusten seien nicht hinnehmbar, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. dapd

Zwei weitere Jahre mit Reallohnverlusten seien nicht hinnehmbar, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske.

BerlinMit einer zweiten Welle von Warnstreiks wollen Beschäftigte von Bund und Kommunen ab Montag ihrer Lohnforderung Nachdruck verleihen. Zunächst fänden in Niedersachsen und Bremen Arbeitsniederlegungen statt, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Freitag in Berlin mit. Die Welle von ganztägigen Warnstreiks werde dann in den Süden rollen. Am Dienstag seien in Bayern, Hessen und im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Ausstände geplant.

Nach dem Verdi-Fahrplan soll am kommenden Mittwoch der öffentliche Dienst in Nordrhein-Westfalen bestreikt werden. Am Donnerstag sind in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Aktionen geplant. Für Berlin hat die Gewerkschaft ebenfalls Arbeitsniederlegungen angekündigt. Für Montag übernächster Woche (26. März) bereitet Verdi zudem Warnstreiks in Baden-Württemberg vor.

Zwei weitere Jahre mit Reallohnverlusten seien nicht hinnehmbar, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske. Die Beschäftigten in Kitas, bei der Müllabfuhr, in Stadtwerken oder kommunalen Krankenhäusern fühlten sich vom ersten Angebot der Arbeitgeber provoziert. „Die Antwort auf diese Zumutung kommt jetzt aus den Betrieben“, betonte er.

In Düsseldorf sagte der stellvertretende Verdi-Landesleiter Uli Dettmann, die Warnstreiks würden nach den Arbeitsniederlegungen der vergangenen Woche ausgeweitet. Der hessische Verdi-Landeschef Jürgen Bothner sprach von einer Warnfunktion Richtung Arbeitgeber. Er forderte ein deutlich verbessertes Angebot bei der dritten Verhandlungsrunde für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen am 28. und 29. März.

Bereits in der vergangenen Woche waren bundesweit rund 130.000 Beschäftigte von Bund und Kommunen in den Ausstand getreten. Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften ihrer Forderung nach einer Gehaltserhöhung von 6,5 Prozent und mindestens 200 Euro Nachdruck verleihen. Außerdem verlangt Verdi die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich. Die Gespräche mit den Arbeitgebern sind bislang ergebnislos geblieben. Sie hatten eine Lohnsteigerung von insgesamt 3,3 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten.

Von

dapd

Kommentare (8)

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Anachronismus

16.03.2012, 19:45 Uhr

Verdi ist ein undemokratisch gewordenes Relikt aus überkommenen Zeiten und sollte endlich dahin geschickt werden, wo diese Bonzenorganisation hingehört: ins Aus. Obwohl Verdi nur die Interessen einer kleinen Minderheit vertritt, terrorisiert sie die gesamte Gesellschaft, und die durch Terrorstreiks erpressten Lohnerhöhungen werden anschließend auf die Gemeinschaft abgewälzt. Es gibt gute Gründe, warum die Mitarbeiter vieler Unternehmen nichts mehr von den sich mit Gewalt Zutritt verschaffenden Gewerkschaften wissen wollen, die ihre eigenen Mitarbeiter derart schäbig behandeln, dass ein Aufschrei durch die Medien gehen würde, wenn ein Betrieb so handeln würde. Nur die Gewerkschaftsbonzen führen ein feines Leben nach dem Motto: Durch die Städte latscht der Treck, wir clevren Bonzen feiern schon mal vorweg.

mike23168

16.03.2012, 20:24 Uhr

Na dann darf man nur raten aus welcher Sparte Sie kommen. Oder?
Aber wenn selbst der Arbeitgeberpräsident die Schuld für nicht steigende Löhne und Gehälter bei zu schwachen Arbeitnehmervertretern sucht, kann und muss ihre Bemerkung als Unsinn bezeichnet werden. Kein Problem, noch gibt es so etwas wie Meinungsfreiheit in Deutschland. Auch für Sie.

nanoflo

16.03.2012, 20:30 Uhr

Der Streik ist absolut unangebracht!!!
Über 3%!Was wollen die mehr?????????
Ich würde die Produktivitätssteigerung der Beamten(Sozial-Schmarotzer) als Messlatte anlegen
Nur hiervon darf Lohnerhöhung ausgehen!!!!
Es ist sowieso lächerlich warum Beamten die gleiche % Erhöhung bekommen sollen als der öffentliche Dienst!!!
Immerhin zahlt diese .... nichts in die Sozialkassen ein.Die Angestellten im öffentlichen Dienst dagegen schon!!!
Also 3,3% für öffentlicher Dienst
max. 1% für Beamten!!!!!!!!!!!!!!!!!
Maximum!!!!

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