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28.11.2015

13:21 Uhr

Zweites Asylpaket

Union und SPD streiten über die Integration

Auch beim neuen Asylpaket soll es schnell gehen. Doch die Koalition ist uneins, eine Einigung bis Dienstag fraglich. Bei der Integration von Zuwanderern setzen Union und SPD ebenfalls andere Schwerpunkte.

Bei ihrem Asylantrag könnten Flüchtlinge bald eine Integrationsverpflichtung unterzeichnen müssen, geht es nach dem Willen der CDU. dpa

Erstaufnahme in Chemnitz

Bei ihrem Asylantrag könnten Flüchtlinge bald eine Integrationsverpflichtung unterzeichnen müssen, geht es nach dem Willen der CDU.

BerlinDie von Union und SPD angestrebte Verschärfung des Asylrechts droht erneut zu scheitern. Forderungen der SPD für ein zweites Asylpaket stoßen bei CDU/CSU auf Ablehnung. Die bis Dienstag geplante Einigung wird damit immer schwieriger. Umstritten ist vor allem die von der SPD vorgeschlagene Verbesserung medizinischer Hilfen für schwangere, minderjährige sowie behinderte Asylbewerber. Uneins ist die Koalition auch beim Familiennachzug.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) wies die SPD-Forderungen für ein zweites Asylpaket zurück: „Die SPD hat nach dem Konsens der drei Parteivorsitzenden nachgelegt. So kann nicht gearbeitet werden“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstag).

In der Unionsfraktion wird dem Vernehmen nach mit Unverständnis auf die zusätzlichen Forderungen der SPD reagiert. Es gebe keinerlei Hinweise, dass in der Praxis die besonderen Bedürfnisse von Schwangeren, Minderjährigen und Behinderten nicht beachtet würden.

Portale, Hotlines und Beratungsstellen zum Thema ausländische Arbeitskräfte

Ein Segen für Deutschland

Allein in den nächsten zehn Jahren braucht unsere Wirtschaft 1,5 Millionen ausländische Fachkräfte, sagt das Magazin Creditreform. Die große Herausforderung für Unternehmer wird es sein, aus den bisherigen Qualifikationen der Zuwanderer das Optimum für ihren Betrieb herauszuholen. Hier ein paar Portale, Hotlines und Beratungsstellen, bei denen sich Unternehmer und Mitarbeiter über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen informieren können.

Anerkennung in Deutschland

anerkennung-in-deutschland.de ist eine Datenbank mit 700 Berufsprofilen, Tipps zum Anerkennungsverfahren und Beratungsadressen.

BQ-Portal

bq-portal.de liefert qualitätsgeprüfte Beschreibungen ausländischer Berufsbildungssysteme und Berufsqualifikationen.

Make it in Germany

make-it-in-germany.com hat Infos zu Karrieremöglichkeiten in Deutschland und zur Einstufung der ausländischen Berufsqualifikation. Plus Rekrutierungstool von ausländischen Fachkräften.

Anabin-Datenbank

anabin.kmk.org ist eine Datenbank zur Bewertung ausländischer Bildungsnachweise.

Workeer

workeer.de ist – viele haben sicher schon davon gehört und gelesen – die erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, die sich speziell an Flüchtlinge richtet. Sie wurde im Rahmen eines Abschlussprojekts von Studierenden der HTW Berlin entwickelt. Darauf soll „diese besondere Gruppe von Arbeitssuchenden“ auf „ihnen gegenüber positiv eingestellte Arbeitgeber“ treffen können.

Arbeiten und Leben in Deutschland

Unter der Telefonnummer 030/1815-111 „Arbeiten und Leben in Deutschland“ gibt es Infos zur Jobsuche, Arbeit, persönliche Beratung auf Deutsch und Englisch.

IHK Forsa-Kompetenzcenter

IHK Forsa bietet ein Kompetenzcenter für 77 der 80 IHKs zur Beratung und Bewertung ausländischer Berufsqualifikationen.

Laut „Bild“-Zeitung gerät der Zeitplan für das Asylpaket ins Wanken, sollte bis zum kommenden Dienstag keine Einigung zwischen Parteien und Fraktionen zustande kommen. Der Entwurf solle an diesem Tag parallel im Bundeskabinett und in die Fraktionen der Koalition eingebracht werden, um die Verabschiedung in Bundestag und Bundesrat noch vor Jahresende zu gewährleisten.

Ungeklärt sei nach wie vor, wie die Beschränkung des Familiennachzugs für Asylbewerber rechtlich geregelt werden könne. Strittig ist laut „Bild“ auch die Umsetzung der vereinbarten Beteiligung von Flüchtlingen an den Kosten für Deutschkurse.

Die SPD fordere einen „Solidarbeitrag“ von monatlich zehn Euro, den auch solche Asylbewerber zahlen sollten, die keinen Sprachkurs besuchen. Die Union wolle dagegen Unterrichtsstunden einzeln berechnen mit 60 Cent pro Unterrichtseinheit beziehungsweise 36 Euro im Monat. Das Geld sollen allerdings nur jene Flüchtlinge zahlen, die tatsächlich an einem Deutschkurs teilnehmen.

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