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08.04.2003

19:45 Uhr

Zwickel löst Pattsituation auf - IG Metall steht vor Kurswechsel

Peters soll IG-Metall-Chef werden

IG-Metall-Vize Jürgen Peters hat sich im Vorstand der Gewerkschaft als Kandidat für den Vorsitz durchgesetzt. Überraschend nominierte der Vorstand den 59-Jährigen am Dienstag in Dresden als Nachfolger für IG-Metall-Chef Klaus Zwickel.

Reuters DRESDEN. Stellvertreter von Peters soll der bisherige Bezirkschef von Baden-Württemberg, Berthold Huber, werden, den Zwickel zunächst als seinen Nachfolger vorgeschlagen hatte. In Kreisen der Gewerkschaft hieß es, das Ergebnis komme einer Niederlage des im Oktober ausscheidenden Zwickel gleich.

Zwickel teilte am Dienstagabend in Dresden mit, das 40-köpfige Gremium habe mit großer Mehrheit für ein „Tandem“ Peter und Huber als Vorsitzende gestimmt. Der bisherige Hauptkassierer der mit 2,6 Millionen Mitgliedern zweitgrößten deutschen Gewerkschaft, Bertin Eichler, solle sein Amt behalten. Die Personalentscheidung gilt als richtungweisend für den weiteren Kurs der IG Metall. Peters gilt als kämpferisch, Huber dagegen als Mann der leisen Töne. Endgültig fällt die Entscheidung über den neuen Vorsitzenden aber erst auf dem Gewerkschaftstag im Oktober.

Zwickel zufolge gab es bei der Abstimmung über den neuen Vorsitzenden zwischen dem von ihm zunächst vorgeschlagenen Huber und Peters ein Patt von 20 zu 20 Stimmen im Gesamtvorstand. Um diese Situation aufzulösen, habe er daraufhin die Doppellösung aus Peters und Huber vorgeschlagen. Entgegen ersten Informationen aus Gewerkschaftskreisen fiel die endgültige Entscheidung nicht einstimmig. Zwickel sagte, es habe eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen gegeben. „Diese Entscheidung ist ein Ausdruck der Kontinuität in der IG Metall, aber auch Ausdruck, dass weiter Veränderungen nötig sind“, sagte Zwickel. Huber sprach von einer nicht einfachen Situation. Er habe seinen persönlichen Wunsch, Vorsitzender zu werden, aus Loyalität zur IG Metall zurück gestellt.

Mit seiner Entscheidung gab der Gesamtvorstand eine Empfehlung an den Gewerkschaftstag im Oktober, der über Zwickels Nachfolge entscheiden soll. Am Montag hatte sich der geschäftsführende Vorstand auf Zwickels Vorschlag mit Mehrheit für Huber als dessen Nachfolger ausgesprochen. Damit hatte Zwickel entgegen den Gepflogenheiten nicht seinen Stellvertreter vorgeschlagen. Peters als kämpferischem Gewerkschafter vom traditionellen linken Flügel wird das Talent nachgesagt, Stimmungen in der IG Metall aufzunehmen.

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