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13.11.2014

15:49 Uhr

Zwischenlager

Reaktorbehälter bleibt auf Jahrzehnte in Jülich

2000 Tonnen schwer und radioaktiv belastet: Der Reaktorbehälter aus dem stillgelegten Versuchsreaktor Jülich wird dem Betreiber zufolge offenbar noch mindestens 70 Jahre in Jülich bleiben.

Der Reaktorbehälter des Forschungsreaktors in Jülich soll verlagert werden. dpa

Der Reaktorbehälter des Forschungsreaktors in Jülich soll verlagert werden.

JülichDer radioaktiv belastete Reaktorbehälter aus dem stillgelegten Versuchsreaktor Jülich wird wohl auf Jahrzehnte im Zwischenlager Jülich bleiben. Die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) rechnet nach eigenen Angaben von Donnerstag mit einer Lagerzeit von mindestens 70 Jahren in der neu gebauten Halle auf dem Gelände des Forschungszentrums.

Der Behälter könne nicht in das zentrale deutsche Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad in Salzgitter, gebracht werden. Denn dort würde er rund 70 Prozent der Kapazität für Kohlenstoff belegen, sagte ein Sprecher. Die AVR warte auf ein weiteres Endlager mit größeren Kapazitäten.

Der Fahrplan zum Atommüll-Endlager

2014 bis Mitte 2016:

Eine 33-köpfige Kommission mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet mit Expertenanhörungen die Grundlagen der Suche. Danach muss das Endlagersuchgesetz eventuell noch einmal modifiziert werden.

2015/2016:

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager gehen. Sie müssen in andere Zwischenlager in Deutschland gebracht werden.

Ab 2016:

Zunächst werden bundesweit alle ungeeigneten Regionen ausgesiebt. Regionen mit guten Gesteinsformationen werden ausgewählt und mehrere Standorte erkundet, auch mittels Probebohrungen.

Bis 2023:

Am Ende sollen die besten Standorte aufwendig unter Tage erkundet werden. Welche Standorte ausgewählt werden, soll mit einem weiteren Bundesgesetz beschlossen werden. Die Kosten pro Erkundung werden mit einer halben Milliarde Euro pro Standort veranschlagt.

2031

Bundestag und Bundesrat sollen endgültig über den Standort entscheiden, der Klageweg soll nicht eröffnet werden. Die Kosten der Endlagersuche werden mindestens zwei Milliarden Euro betragen.

Der rund 2000 Tonnen schwere Behälter wurde in den vergangenen Tagen aus der Betonhülle gehoben und soll in den nächsten Monaten einige hundert Meter weiter ins Zwischenlager gebracht werden. Der komplette Rückbau des Versuchsreaktors soll bis 2022 abgeschlossen sein.

Von

dpa

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