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22.02.2012

15:02 Uhr

Zwist um Gauck

CDU sinnt auf Rache

VonHeike Anger, Daniel Delhaes, Thomas Sigmund

Während die FDP sicht freut, in der Koalition ihren Präsidenten-Kandidaten durchgedrückt zu haben, hegt die CDU nun Rache-Gedanken. Themen für politische Breitseiten gibt es zuhauf.

Beziehungskrise: Die FDP unter Philipp Rösler hat Angela Merkels CDU in der Gauck-Frage düpiert. dpa

Beziehungskrise: Die FDP unter Philipp Rösler hat Angela Merkels CDU in der Gauck-Frage düpiert.

Politikern fehle der Mut, Konflikte auszutragen, so lautet eine der Einsichten von Joachim Gauck. Seine eigene Kür zum Bundespräsidentenkandidaten gibt jedoch genug Anlass, diese Ansicht anzuzweifeln. Die Unterstützung der FDP für den Kandidaten von SPD und Grünen hat einen tiefen Keil in die schwarz-gelbe Koalition getrieben. Die Stimmung in der Koalition hat sich auch am Tag zwei nach dem Vorstoß der FDP nicht verbessert. Ganz im Gegenteil. Manch einer sieht schon neue Machtoptionen.

Verrat, Vertrauensbruch, Vergeltung – unter diesem Motto verbuchte die Union gestern die Causa Gauck. „Bis zum Sonntag hätte ich das Verhältnis zur FDP-Fraktion als vertrauensvoll beschrieben“, sagte der Vorsitzende des Europaausschusses, Gunther Krichbaum (CDU), dem Handelsblatt. Jetzt sei es nur noch ein „Arbeitsverhältnis“. Er hoffe aber, dass „der Vertrauensbruch ein einmaliger Vorgang bleibt“ und die Koalition ihre Arbeit weiter fortführe. Der Abgeordnete und Landesvorsitzende der CDU Hamburg, Marcus Weinberg, sagte: „Das Verhalten der FDP war sehr unprofessionell.“ Ein CDU-Präsidiumsmitglied warf der FDP vor, sie habe „nicht sauber gespielt“, und kündigte an: „Dafür wird sie büßen müssen, zum Beispiel bei der Vorratsdatenspeicherung.“

In der Tat gibt es genügend Streitthemen. So wird die Union sicher nicht mehr den von Grünen und SPD geführten Bundesländern finanziell entgegenkommen. Nur so ließen sich die Pläne der FDP, die Bürger um sechs Milliarden Euro zu entlasten, realisieren, hieß es in der Union. Gleiches gelte für die Vorratsdatenspeicherung, bei der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Clinch liegen.

Neuer Koalitionskrach ist vorprogrammiert: Die CSU hält gegen die FDP, wenn es um Fragen der Gesundheits- und Pflegereform geht, während die Liberalen gegen das von der CSU durchgesetzte Betreuungsgeld meutert. Auch bei der beschlossenen Energiewende und beim Thema Mindestlohn beharken sich die Koalitionäre.

Kommentare (9)

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Numismatiker

22.02.2012, 15:31 Uhr

Diese Regierung kann man wirklich nur noch im Vollsuff ertragen. Rot-Grün war nicht halb so schlimm.

Trotzdem:
Respekt für die FDP, daß sie so mutig war, sich für Herrn Gauck zu entscheiden.

Account gelöscht!

22.02.2012, 15:45 Uhr

Rot-Grün war nicht halb so schlimm...

...naja, Rot-Grün in der damaligen Ausführung mit G. Schröder vielleicht nicht. Bzgl. der Auflage 2013 stimme ich da nicht zu.

Es zeigt sich immer mehr, dass die CDU und vor allem die CSU in einer desolten Verfassung sind. Gauck ist war erkennbar in der Bevölkerung beliebt, es wäre ein leichtes für Frau Merkel gewesen, hier einfach mal die lächerlichen Sandkastenspielchen zu unterlassen.

Ich kann die FDP voll verstehen. Sie ist es leid, immer den schwarzen Peter zugespielt zu bekommen, obwohl es doch CDU/CSU sind, die hier Harakiri-Spielchen (Atomausstieg, Transaktionssteuer, etc.) treiben und für die der Koalitionsvertrag das Papier nicht wert ist, auf den es gedurckt ist.

Merkels_wahres_Ich

22.02.2012, 15:55 Uhr




CDU und CSU zeigen ihre wahren Staerken:

Unfaehigkeit Duetschland zu dienen und vorwaertsgerichtet zu staerken

Unfaehige Fuehrungspitzen durch Merkel und Seehofer

Haufen streitlustiger Individuen

Suchen nach oeffentlichen Streitthemen und keine Entwicklung zukunftsttraechtiger Optionen

Opportunisten ersten Ranges

Machtbesessene und geldgierige Abzocker

Nicht koalitionsfaehig

Doppelmoralisten

Lobbyverbundene Politiker

Befremdliche Auffassungen gegenueber Fremden

Anti-Christlich-Soziale Tendenzen

Unverbindlich und rechthaberisch

NICHT MEHR WAEHLBAR!


CDU und CSU haben ein neues Thema auf ihrer Agenda:

RACHE


Damit bringt man Deutschland nicht voran. Eine Partei schafft sich ab!

Die FDP hat dagegen fuer das deutsche Volk entschieden und das Spielchen von Merkel durchkreuzt!
Gratulation !





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