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20.03.2012

12:11 Uhr

Energiewende

Bundesländer behindern sich gegenseitig

VonKlaus Stratmann

Mangelnde Koordination erschwert den Umbau der Energieversorgung. Schleswig-Holstein warnt, dass man sich nicht verzetteln dürfe: Im Süden werden Windanlagen forciert, obwohl sie im Norden viel effizienter wären.

Windkraftanlagen sind im Süden deutlich weniger ertragreich. dpa

Windkraftanlagen sind im Süden deutlich weniger ertragreich.

BerlinDie Energiewende droht an mangelnder Zusammenarbeit der Bundesländer zu scheitern. „Wir haben zu viele Kosten und zu wenig Koordination“, sagte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) dem Handelsblatt. Das Bundesland spielt als Standort für die Windkraft und beim Ausbau der Netze eine Schlüsselrolle.

De Jager befürchtet, dass Industriestandorte und Ballungszentren irgendwann nicht mehr die benötigten Energiemengen abrufen könnten. Die Länder seien daher in der Bringschuld, ihre Arbeit besser aufeinander abzustimmen, sagte de Jager. Der CDU-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Länder-Wirtschaftsministerkonferenz.

De Jager kritisierte, die Länder richteten ihre Strategien auf unterschiedliche Zeithorizonte und auf unterschiedliche Ziele aus. „Wir laufen Gefahr, uns zu verzetteln“, sagte er. Der Wildwuchs müsse ein Ende haben. So setzt zwar das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit der Höhe der Einspeisevergütung einen einheitlichen Rahmen für die Förderung der Stromgewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie. Tatsächlich haben aber viele Länder zusätzliche Förderprogramme aufgelegt oder locken durch großzügige Ausweisung von Flächen Investoren an.

Sie verfolgen damit Ziele, die weit über denen der Bundesregierung liegen. So will etwa Brandenburg bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 90 Prozent erreichen. Ziel der Bundesregierung ist ein Anteil von 35 Prozent im Jahr 2020. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) könnten bereits Anfang des kommenden Jahrzehnts Ökostrom-Anlagen installiert sein, deren Kapazität ausreicht, um bis zu 58 Prozent des Strombedarfs zu decken.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.03.2012, 12:32 Uhr

17 Kleinstaaten, und jeder macht seine eigenen Gesetzte, kocht sein eigenes Süppchen.

Account gelöscht!

20.03.2012, 12:47 Uhr

hihi ich lach mir einen ast, wie die lobby wieder versucht "struktur" in den markt zu bekommen. natürlich sollten windräder nur offshore oder in schleswig holstein stehen. und dann nach süddeutschland transportiert werden ist doch klar, die trassen dafür zahlt bitte mal der bund. und das bayern und baden würtemberg ihren eigenen strom produzieren ungeheuerlich, sie sollten ihn lieber aus norddeutschland kaufen weil er da ja effizienter gewonnen werden kann (und natürlich auch von jemand anderem) und solar braucht ja zuviel subventionen und hat in süddeutschland einen zu geringen wirkungsgrad. ginge man nach der selben logik vor müsste man den strom dann per solar in der sahara gewinnen und dann zu uns transportieren. nach dem modell unseres lobbykollegen existieren ja keine transportkosten vom norden in den süden, denn wenn man die einrechnen würde dann wäre wind in bawü und solar in bayern doch wieder vernünftig.

Rene

20.03.2012, 13:22 Uhr

Nein wirklich? Subventionen führen zu Fehlallokationen? Um Himmels Willen blos nicht laut sagen...

Dann dürfte ja kein insolventes Unternehmens mehr "gerettet" werden.

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