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27.03.2012

15:05 Uhr

Eurokrise

Der italienische Zuchtmeister

Angela Merkel ist nicht mehr allein: Auch Italiens Premier Mario Monti rügt europäische Partner wie Spanien. Betroffene Südländer gehen einander nun auch gegenseitig an. Wenn Spanien wankt, zittert auch Italien.

Mario Monti bei einem Glas Wein in Mailand. Reuters

Mario Monti bei einem Glas Wein in Mailand.

Angela Merkel schwingt nicht mehr allein die Peitsche in Europa. Auch der Italiener Mario Monti hat sie herausgeholt und schwingt damit in Richtung Spanien. Der spanische Staatshaushalt gebe Grund zur Besorgnis in der EU, mahnt der Professor. Der italienische Premier lobte zwar die jüngste Arbeitsmarktreform der Spanier. Doch beim Haushalt hätten die Cousins von der Iberischen Halbinsel zu wenig durchgegriffen. Mit diesem Verhalten könnten sie der gesamten Euro-Zone schaden.

Das Neue an der Rüge unter Partnern: Die Disziplinierung kommt nicht mehr nur aus dem Norden. Auch die betroffenen Südländer schauen sich nun gegenseitig in die Bücher – und lesen sich die Leviten. Italien, das mit seiner Staatsverschuldung von mehr als 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts immer wieder in das Visier der Anleger gerät, sich aber unter Monti jüngst eine radikale Sparkur und große Umwälzungen verordnet hat, fordert mehr Disziplin von Madrid. Monti fürchtet sich vor den Ansteckungsrisiken.

Dass die Warnung aus Rom kommt, ist keine Überraschung. Jedes Mal, wenn die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen in die Höhe schießen, muss auch Italien zittern. Die Sorge um ein anderes Euro-Land trifft immer auch Italien. Sosehr sich Monti auch in der Heimat anstrengt, die Märkte nehmen ihn immer wieder in Sippenhaft. Und jeder Zinsaufschlag macht es für Italien teurer, sich am Kapitalmarkt zu finanzieren. Angesichts der hohen Verschuldung muss Italien mehr Geld als andere Länder am Markt aufnehmen.

Kommentare (1)

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27.03.2012, 16:00 Uhr

Bald Hollande in Frankreich... Die hauen sich alle die Köppe ein. Wenn daran der Euro endlich zerbricht, dann ist es gut! Wenn das der Königsweg ist, um aus diesem "politischen Projekt" endlich rauszukommen... mir ist es nur recht. Schön ohne Gesichtsverlust mit dem Finger auf die anderen zeigen. Das ist Europa.
Wer von den "Vereinigten Staaten von Europa" schwadroniert braucht ein Bett in der Psychiatrie. Das ist schon gemeingefährlich!

Wir brauchen weniger Europa. Nicht mehr!

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