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24.11.2011

12:43 Uhr

Ifo-Index

Deutsche Konjunktur straft Pessimisten Lügen

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich trotz Euro-Schuldenkrise leicht gebessert. Besonders überraschend: Die Unternehmen blicken wieder optimistisch in die Zukunft. Volkswirte sind dennoch skeptisch.

„Die Beschäftigungssituation bleibt gut“

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MünchenTrotz Schuldenkrise und Rezessionssorgen in der Euro-Zone hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 106,6 Zähler von 106,4 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mit. Zuvor hatte sich die Stimmung vier Monate in Folge eingetrübt.

Analysten hatten im Schnitt mit einem weiteren Rückgang auf 105,1 Zähler gerechnet. „Der leichte Anstieg resultiert aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die rund 7000 befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser und schätzten die aktuelle Lage unverändert ein. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 97,3 Zähler, das für die Lage verharrte bei 116,7 Punkten.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt.

Die Verbraucher hatten der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal zu deutlich mehr Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu. Die Bundesbank warnte jedoch bereits, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten in schwieriges Fahrwasser geraten könnte. Die schwächere Auslandsnachfrage und die Nervosität an den Finanzmärkten bildeten ein gefährliches Gemisch.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert.


Kommentare (27)

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Meinungsmache

24.11.2011, 10:17 Uhr

0,2 Punkte Anstieg werden hier als tolle Verbesseung der Wirtschaftslage verkauft.
Wie schlecht muss es wirklich stehen, um solche Positiv-Propaganda zu betreiben @ HB?!

karstenberwanger

24.11.2011, 10:30 Uhr

Völliger Unsinn und Staatsproaganda 2000. Entschuldigung aber anders kann man das nicht nennen. Die Wirtschaft ist am absaufen, das ist Fakt. Jetzt kommen plötzlich wie verodnet seit gestern spät am Abend im TV ebenso die Medlungen dass sich urplötzlich alles zum besseren wendet aber die Realwirtschaft sieht das anders und mit einer BEsserung oder gar Aufschwung hat das alles mehr als nichts zu tun.

Den selben Unsinn verzapft die Politik in Sachen Inflation. Was der Bürger jedoch real im Haushalt fühlt, geht auf gute 10%. Diese Staatspropaganda ist auf einem Niveau wie im 3. Reich.

Account gelöscht!

24.11.2011, 10:42 Uhr

Ifo-Stimmung, Analysten und Expertenmeinungen sind etwas fuer die Presse.Die Realitaet sieht anders aus - die Auftragsbuecher sind "uebervoll", die Auslastung auch fuer 2012 laeuft auf 95-100% und das ist was zaehlt. Das ist keine Ueberraschung, das ist bekannt. Wer im Mittelstand involviert ist kann das nur bestaetigen - das ist keine Propaganda - das sind Fakten - keine Statistiken und Hochrechnungen.

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