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01.09.2014

17:17 Uhr

+++ Blog zur Ukraine-Krise +++

„Wenn ich will, nehme ich Kiew in zwei Wochen“

In einem Telefonat droht Russlands Präsident Wladimir Putin den Westmächten. Er könne, sofern er wolle, in zwei Wochen die ukrainische Hauptstadt Kiew einnehmen. Unterdessen gehen die Kämpfe in der Ostukraine weiter.

Russland warnt den Westen

Die Märkte in Angst vor einer Eskalation

Russland warnt den Westen: Die Märkte in Angst vor einer Eskalation

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Die Lage in der Ukraine bleibt angespannt. Im weißrussischen Minsk stand ein Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe an. Daran soll neben Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE auch ein Gesandter der Separatisten teilnehmen. Unterdessen fanden auch am Montag heftige Kämpfe um Lugansk und Donezk statt. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ Poroschenko will Führungsposten im Militär neu besetzen +++
Nach zunehmenden Misserfolgen des ukrainischen Militärs bei der „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Separatisten will Präsident Petro Poroschenko Führungsposten in der Armee neu besetzen. Die Ereignisse der vergangenen Wochen würden analysiert und es würden personelle Konsequenzen daraus gezogen, sagte Poroschenko am Montag in Kiew. Die Regierungstruppen hatten bei Kämpfen in der Ostukraine zuletzt schwere Verluste verzeichnet. Mehrere Einheiten wurden eingekesselt. Bei einem für die zweite Septemberhälfte geplanten Besuch in den USA will Poroschenko Washington überzeugen, die Aufständischen als Terrorgruppen einzustufen

+++ Putin droht Barroso am Telefon +++
Wladimir Putin soll EU-Kommissionschef Barroso in einem Telefongespräch gedroht haben, er könne die ukrainische Hauptstadt Kiew in zwei Wochen einnehmen. Das berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“. Barroso habe auf dem EU-Gipfel am Wochenende den versammelten Staats- und Regierungschefs von einem Telefonat berichtet, das er soeben mit dem russischen Präsidenten geführt habe.

+++ Merkel: Russland versucht, Grenzen zu verschieben +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland vorgeworfen, im Ukraine-Konflikt gewaltsam die Grenzen verändern zu wollen. Inzwischen sei es klar, dass es sich um einen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine handle und nicht um eine innerukrainische Auseinandersetzung, sagte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Russland unternimmt den Versuch, bestehende Grenzen unter Androhung oder sogar unter Einsatz von Gewalt zu verschieben“, sagte Merkel. Mit diesem Vorgehen verletze Russland die Grundfesten der europäischen Nachkriegsordnung. Dieser Bruch des Völkerrechts könne nicht folgenlos bleiben, daher prüfe die EU weitere Sanktionen gegen Russland. Diese seien selbst dann richtig, wenn sie auch der deutschen Wirtschaft schaden könnten.

+++ Rasmussen: Nato wird präsenter im Osten sein +++

Die Nato wird nach den Worten von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen künftig militärisch deutlich stärker als bisher in den östlichen Mitgliedsstaaten des Bündnisses präsent sein. Rasmussen bestätigte, der Nato-Gipfel am Donnerstag und Freitag werde eine „Speerspitze“ der schnellen Nato-Eingreiftruppe beschließen. Dies seien sehr schnell einsatzfähige Truppen, die auf Rotationsbasis von verschiedenen Bündnismitgliedern gestellt werden. Zudem müsse in den östlichen Staaten Militärmaterial gelagert werden. Die Truppe werde „innerhalb sehr weniger Tage“ einsetzbar sein und könne „mehrere Tausend Soldaten“ umfassen.

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.


+++ Russland und Ukraine einigen sich auf neue Gas-Gespräche +++

Russland und die Ukraine haben sich offiziellen Angaben zufolge auf neue Gespräche zur Beilegung ihres Gas-Streits geeinigt. Die Verhandlungen seien für kommenden Samstag angesetzt, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak. Es werde noch auf eine Entscheidung der Europäischen Union gewartet, ob sie ebenfalls einen Vertreter zu den Gesprächen entsende. Wegen des Streits über den Gas-Preis bekommt die Ukraine seit Wochen keinen Brennstoff mehr aus Russland.

+++ Ukrainische Armee zieht sich zurück +++

Heftige Kämpfe in Ukraine

Ukrainische Soldaten geben Flughafen von Lugansk auf

Heftige Kämpfe in Ukraine: Ukrainische Soldaten geben Flughafen von Lugansk auf

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Ukrainische Soldaten geben den Flughafen von Lugansk und den nahe gelegenen Ort Georgijiwka auf. Die Soldaten hätten den entsprechenden Befehl zum „geordneten Rückzug“ erhalten, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko. Zuvor seien sie unter Artilleriebeschuss russischer Streitkräfte geraten. Angesichts der „Präzision“ der Angriffe sei klar, dass „professionelle Artillerietruppen“ der russischen Armee an den Kämpfen beteiligt seien. In den vergangenen 24 Stunden seien sieben Soldaten getötet worden.

+++ Poroschenko kündigt Wechsel in der Militärführung an +++

Der ukrainische Präsident Poroschenko hat nach den schweren Niederlagen seiner Armee im Kampf gegen die prorussischen Separatisten Veränderungen in der obersten Armeeführung angekündigt, ohne Details zu nennen.

Kommentare (177)

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Herr Wolfgang Wüst

01.09.2014, 08:23 Uhr

Ich hatte das schon vor Wochen nach der Krim-Anektierung gepostet. Putin ist hoch-faschistoid und eine Gefahr für Europa und die Welt. Seine Machtgelüste toben sich derzeit bei seinen Nachbarn aus. Es gibt kaum eine Parallele in der Historie, wo ein so geprägter Machtmensch damit nach Erreichen eines Zieles von selbst aufgehört hätte. Jedes Ziel ist nur eine Etappe - danach ist das nächste dran.

Es wird Zeit, dass die Politik begreift, dass die Zeit eines "friedfertigen" Rußlands vorbei ist und man sich auf die gewohnten Blöcke wieder einstellt. Mit allen Konsequenzen. Es ist sehr bedauerlich, dass der Westen sich in viel zu hohem Maße von russischer Energie abhängig gemacht hat. Das wird uns noch ganz brutal auf die Füße fallen. Wollen wir hoffen, das es das einzige ist, was uns auf die Füße fällt.

Herr Tenzin Konchuk

01.09.2014, 08:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Moritz J. Mueller

01.09.2014, 09:13 Uhr

Herr Putin ist ein von Minderwertigkeitskomplexen und damit pathologischem Geltungsdrang getriebener. Und wie so oft nicht durch Verdienste sondern dank des Alkoholikers Jelzin an die Macht gekommen. Der gleiche Jelzin, der auch das Russische Volksvermögen unter einer Hand voll hochkrimineller Oligarchien verteilt hat. Diese versteht er, über jedes demokratische Maß hinaus, durch Betrug zu erhalten. Ein durch und durch anmaßendes und selbstherrliches Wesen. Und da er auch noch jede Sicht für die Realität verloren hat, kann man ihm auch noch ein hohen Grad an Dummheit bescheinigen. Denn wie immer begreift auch er nicht dass totale Kontrolle und unproduktive Regulierung zum Niedergang führt. Dieser wiederum zeichnet sich in Russland schon seit geraumer Zeit im Niedergang der produzierenden Industrie aus. Was bleibt sind ein paar Rohstoffe, die langfristig aber keine Werte für das Russische Volk schaffen. Und zudem hohe Schulden seitens der Oligarchien, die, da sie aus dem gleichen Holz geschnitzt sind wie Herr Putin, täglich der ganzen Welt, in Form immer längerer Superyachten, zeigen müssen was für tolle Kerle sie sind. Und wie immer ist dann das gemeine und tumbe Volk auch noch stolz (generiert sich auch aus fehlenden Selbstbewusstsein verbunden mit Denkfaulheit des einzelnen) auf seine völlig unfähigen Machthaber. Also Russlands Probleme und seine gegenwärtige Verfassung sind hausgemacht! Armes Russland!

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