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06.05.2014

17:02 Uhr

+++ Liveblog +++

Lawrow lehnt neue internationale Ukraine-Initiative ab

Krisengipfel in Wien: Außenminister Steinmeier – der eine „militärische Konfrontation“ befürchtet – bespricht sich mit seinen russischen und ukrainischen Kollegen. Berlin rät bereits zur Ausreise aus der Ostukraine.

Militäreinsatz

Lage in der Ukraine spitzt sich weiter zu

Militäreinsatz: Lage in der Ukraine spitzt sich weiter zu

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In der Ukraine droht Bürgerkrieg, wenn für den Konflikt nicht bald eine Lösung gefunden wird. Bundesaußenminister Steinmeier warnt vor den Gefahren und schlägt eine „Genf II“-Konferenz vor. Das Auswärtige Amt rät Bundesbürgern zur Ausreise aus der Süd- und Ostukraine. Die aktuellen Ereignisse im Überblick.

+++ Alternativen zu Erdgas aus Russland +++
Die Energieminister der wichtigsten sieben Industriestaaten (G7) haben bei einem Treffen in Rom einen 13-Punkte-Plan beschlossen mit Alternativen zur Abhängigkeit von Gas aus Russland. Die wichtigsten Ideen:

  • Neue Routen und Transportwege, etwa aus Aserbaidschan über die Türkei nach Europa. Mehr Einspeisepunkte, um bei einem Ausfall russischer Lieferungen einem Land mit Gas aushelfen zu können.
  • Förderung CO2-armer Technologien. Einige Staaten wie Großbritannien fordern mehr Atom, Deutschland mehr Ökoenergie und Gebäudedämmungen, um Heizenergie zu sparen.
  • Notfallpläne für stark von Russland abhängige Staaten, vor allem die Ukraine, die Probleme hat, erhöhte Gasrechnungen zu zahlen. Einige Staaten wollen das Gas-Fracking verstärken, also die Förderung aus tiefem Gestein mit Chemikalieneinsatz.
  • Aufbau eines Flüssiggas-Marktes, mit Terminals in Nordamerika, dem Mittleren Osten und Europa. Allerdings ist dies sehr teuer und langwierig, weshalb Investitionen ausbleiben könnten. Schon jetzt sind EU-Terminals nur zu knapp einem Drittel ausgelastet.

++ Lawrow lehnt neue internationale Ukraine-Initiative ab ++
Russland sieht nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow für eine neue internationale Initiative zur Beilegung der Ukraine-Krise zurzeit keine Chance. Zunächst müssten sich Vertreter von Regierung und Opposition auf gemeinsame Schritte für das weitere Vorgehen einigen, sagte Lawrow am Dienstag am Rande eines Treffens des Europarats in Wien. Sollte es eine Neuauflage der Genfer Initiative von Mitte April geben, bei der sich die Außenminister auf eine Deeskalation des Konflikts verständigt hatten, müssten daran auch Vertreter aus russischsprachigen Gebieten des Landes teilnehmen. „Wenn wir uns nochmal im gleichen Format ohne Vertreter der Opposition treffen würden, hätte das keinen Mehrwert“, sagte Lawrow.

Ukraine Krise: Neue Genfer Runde scheint in weiter Ferne

Ukraine Krise

Neue Genfer Runde scheint in weiter Ferne

Die Konfrontation auf beiden Seiten scheint nicht mehr steigerbar – und doch spitzt sich die Ukrainekrise weiter zu. Nun stellen Russen und Ukrainer Bedingungen für weitere Genfer Gespräche. Eine Einigung wirkt weit weg.

+++ Keine Konsequenzen für Mißfelder in Unionsfraktion +++
Der CDU-Politiker Philipp Mißfelder darf sein Amt als außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion behalten – trotz seiner umstrittenen Teilnahme an einem Geburtstagsempfang für Altkanzler Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach Teilnehmerangaben sagte Mißfelder bei einer Fraktionssitzung am Dienstag, es tue ihm leid, dass sein Besuch bei der Geburtstagsfeier für SPD-Altkanzler zu kommunikativen Irritationen geführt habe. Er sei „auf eigene Verantwortung“ nach St. Petersburg gereist und habe die Visite als Beitrag dazu gesehen, die Kommunikation zum Kreml nicht abreißen zu lassen. Die Fraktion verzichtete auf Konsequenzen.

+++ Ostausschuss warnt deutsche Firmen +++
Der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft hat vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Ost- und Südukraine gewarnt und Firmen zu einem Krisentreffen geladen. „Nach dem für Montag geplanten Treffen werden wir ein genaueres Bild der Lage haben“, sagte Geschäftsführer Rainer Lindner der Nachrichtenagentur Reuters. Firmen, die in Gebieten mit Kämpfen tätig seien, sollten die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes befolgen. Die Unternehmen müssten in jedem Fall vor Ort die Sicherheit bewerten. Das gelte für die deutschen und einheimischen Mitarbeiter. Angesichts der Unruhen im Osten und im Süden der Ukraine hatte die Bundesregierung deutschen Staatsbürgern geraten, diese Regionen zu verlassen. Man gehe von einer niedrigen dreistelligen Zahl von Deutschen aus, hieß es in Diplomatenkreisen. Der überwiegende Teil der rund 400 in der Ukraine aktiven deutschen Unternehmen befinde sich in Kiew, wo es derzeit ruhig sei, sagte Lindner. Zu Investoren in der Süd- und Ostukraine gehörten Firmen wie HeidelbergCement, Metro, oder Siemens.

+++ Ukrainisches Parlament will kein Referendum +++
Das Parlament in Kiew hat einem Abgeordneten zufolge ein landesweites Referendum über die territoriale Einheit der Ex-Sowjetrepublik abgelehnt. Bei der Abstimmung hinter verschlossenen Türen hätten nur 154 Abgeordnete statt der benötigten 226 für eine Volksbefragung am 25. Mai votiert, teilte der Parlamentarier Alexander Briginez von der mitregierenden Partei Vaterland (Batkiwschtschina) nach der Sitzung mit. Die prowestliche Regierung hatte in der Vorwoche einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht. Für den 25. Mai ist auch die Präsidentenwahl geplant. Das Referendumsprojekt galt vor allem als Zugeständnis an die russisch geprägten Regionen im Osten und Süden der Ex-Sowjetrepublik. Dort halten in vielen Städten moskautreue Kräfte zahlreiche Verwaltungsgebäude besetzt. Sie planen am 11. Mai ein eigenes Referendum über eine Abspaltung von Kiew.

Wjatscheslaw Ponomarjow: Der Wortführer der Separatisten

Wjatscheslaw Ponomarjow

Der Wortführer der Separatisten

Schwarze Trainingsjacke, Zahnlücken und verstümmelte Hand: Wjatscheslaw Ponomarjow ist vielmehr Revolutionär als gestandener Politiker. Der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk diente in der Sowjetarmee.

+++ Merkel fordert EU zum Zusammenhalt auf +++
In der Debatte über weitere Sanktionen gegen Russland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Europäische Union zum Zusammenhalt aufgefordert. „Es ist wichtig, dass sich alle Mitgliedstaaten der EU mit der gleichen Botschaft an Russland wenden“, sagte Merkel. Die Kanzlerin verwies darauf, dass die einzelnen EU-Staaten zum Beispiel bei Gasimporten von Russland unterschiedlich abhängig seien. Zugleich zeigte sie sich überzeugt, dass die Europäische Union „handlungsfähig“ bleiben werde. Zu der geplanten Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an einer Militärparade auf der Krim, mit der an den Sieg über Hitler-Deutschland erinnert wird, sagte sie: „Ich finde es schade, wenn ein solcher Tag genutzt wird, um in einem solchen Spannungsfeld eine solche Parade abzuhalten.“

+++ OSZE sieht noch Chancen für friedliche Lösung +++

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hofft weiterhin auf eine friedliche Lösung der Ukraine-Krise. „Es ist nicht zu spät für eine Deeskalation“, sagte der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter am Dienstag bei einem Außenministertreffen des Europarats in Wien. Er appellierte an alle Konfliktparteien, den Weg des Dialogs zu gehen. Lösungen müssten auf der Respektierung nationalen und internationalen Rechts basieren. Die Beobachtermission der OSZE werde auch im Umfeld der für 25. Mai geplanten Präsidentschaftswahlen eine wichtige Rolle spielen. Burkhalter will am Mittwoch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau reden. Bei dem Jahrestreffen des Europarats sprechen seit dem Vormittag 30 Außenminister über mögliche Wege aus der Ukraine-Krise. An der Konferenz nehmen auch der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Andrej Deschtschiza teil.

+++ Bulgariens Präsident will mehr Europa +++
Angesichts des russisch-ukrainischen Konflikts hat Bulgariens Präsident Rossen Plewneliew eine „stärkere Europäische Union“ gefordert. „Die richtige Antwort auf die ukrainische Krise ist mehr Europa“, sagte Plewneliew am Dienstag zum Auftakt einer Militärparade in Sofia. Europa sollte auf eine „neue Phase der Integration“ bei der Verteidigung und Energie hinarbeiten, sagte der Staatschef aus Anlass des „Tages der bulgarischen Armee“ am 6. Mai. Zehn Jahre nach dem Nato-Beitritt sind die Streitkräfte des einstigen Ostblocklandes Bulgarien noch immer vor allem mit russischen Waffen und Kampfflugzeugen ausgerüstet.

+++ Steinmeier fliegt zu Treffen mit Lawrow +++
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) fliegt an diesem Dienstag kurzfristig zu Gesprächen mit den Außenministern aus Russland und der Ukraine nach Wien. Dies teilte das Auswärtige Amt mit. Im Zentrum der Treffen mit den Kollegen Sergej Lawrow und Andrej Deschtschiza soll die Suche nach einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts stehen. Steinmeier hat dazu eine weitere Konferenz zwischen Russland, der Ukraine, den USA und der EU in Genf vorgeschlagen. Am Jahrestreffen des Europarats, das am Dienstag in Wien stattfindet, nimmt er nicht teil.

+++ Russland will Schwarzmeerflotte verstärken +++
Russland hat eine deutliche Verstärkung seiner Schwarzmeerflotte angekündigt. Neue U-Boote und andere Kriegsschiffe der neuesten Baureihen würden der in Sewastopol auf der Krim stationierten Flotte in diesem Jahr zugewiesen, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax. Die Krim hatte sich Ende März nach einem Referendum von der Ukraine abgetrennt und war der Russischen Föderation beigetreten. Schon vorher hatte die Schwarzmeerflotte nach einer Truppenvereinbarung zwischen Russland und der Ukraine ihre Basis in Sewastopol.

+++ Union kritisiert geplanten Putin-Auftritt +++
In Reihen von CDU und CSU wird Kritik laut an der geplanten Teilnahme des russischen Präsidenten Wladmir Putin an einer Militärparade auf der Krim. Die Parade am 9. Mai soll an den Sieg über Hitler-Deutschland erinnern. Auch Russland habe die Aufgabe, zur Deeskalation beizutragen und nicht „Machtspiele provozierender Art und Weise durchzuführen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU). Ein solcher Auftritt scheine angesichts der Gesamtsituation in der Ukraine „nicht gerade der erste Schritt in die richtige Richtung zu sein“. Der Bundestag wird sich nach Angaben Grosse-Brömers voraussichtlich an diesem Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit der Lage in der Ukraine befassen. Die Entwicklung in dem Land sei besorgniserregend.

+++Kiew: Mehr als 30 Separatisten am Montag in Slawjansk getötet+++
Bei der Offensive der ukrainischen Armee in Slawjansk im Osten des Landes sind nach Angaben des Innenministeriums in Kiew am Montag mehr als 30 prorussische Separatisten getötet worden. Bei den Kämpfen seien zudem dutzende Separatisten verletzt worden, erklärte Innenminister Arsen Awakow am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. Auch vier Soldaten wurden demnach getötet und 20 weitere verletzt. Der Vormarsch der ukrainischen Armee auf das Zentrum von Slawjansk ist Teil eines breit angelegten Militäreinsatzes, mit dem die Regierung die Kontrolle im Osten und Süden des Landes zurückerlangen will. Mehr als ein Dutzend Städte sind dort in der Gewalt prorussischer Kräfte. Die ukrainischen Behörden setzten unterdessen alle Flüge von und nach Donezk aus, das ebenfalls im Osten des Landes liegt. Die Flüge seien „vorläufig“ gestoppt worden, teilte der Pressedienst des Flughafens am Dienstag mit. Die Anweisung kam demnach von den ukrainischen Luftfahrtbehörden. Ein offizieller Grund für das Aussetzen der Flüge wurde zunächst nicht mitgeteilt. Donezk, Zentrum des Kohlereviers Donbass, steht im Mittelpunkt der Spannungen zwischen prorussischen Separatisten und Kiew.

+++Außenminister-Treffen hat begonnen+++
Die Ukraine-Krise steht im Mittelpunkt des Jahrestreffens des Europarats in Wien. Die Gespräche von 30 Außenministern haben am Vormittag begonnen. Daran nehmen auch Russlands Chefdiplomat Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Andrej Deschtschiza teil. Ein direktes Treffen der beiden war zunächst nicht geplant. Die Konferenz soll nur wenige Stunden dauern.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

+++Steinmeier befürchtet militärischen Konflikt+++
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat in der Ukraine-Krise vor der wachsenden Gefahr eines offenen militärischen Konflikts gewarnt. Es müssten nun alle Anstrengungen unternommen werden, um einen neuen Kalten Krieg zu vermeiden, sagte Steinmeier in einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen. „Die blutigen Bilder aus Odessa haben uns gezeigt, dass wir wenige Schritte von einer militärischen Konfrontation entfernt sind“, sagte Steinmeier. Das Auswärtige Amt riet unterdessen alles Deutschen, den Süden und Osten der Ukraine zu verlassen.

+++Bundesregierung rät zur Ausreise+++
Angesichts der sich immer weiter zuspitzende Lage rät das Auswärtige Amt zur Ausreise aus der Süd- und Ostukraine. Das Ministerium schreibt auf seiner Internetseite weiter, die Situation dort sei „zurzeit sehr angespannt“. Gewarnt werden auch Journalisten. Nach der russischen Annexion der Halbinsel Krim werde von Reisen dorthin „dringend abgeraten“. Konsularischer Schutz könne dort angesichts der aktuellen Lage derzeit nicht gewährt werden.

+++ Lösung für Krim-Konflikt im Weltatlas gesucht +++
Mitten in der Ukraine-Krise tüfteln Kartographen bereits an einer Lösung für die Darstellung der Krim im Weltatlas Diercke. Voraussichtlich werde man in zukünftigen Ausgaben die umstrittene Grenze durch eine gestrichelte Linie kennzeichnen, sagte Reinhold Schlimm, Kartenredakteur im Braunschweiger Westermann Verlag. Der Hinweis könne „von Russland verwaltet“ lauten. „Das ist am neutralsten.“ Der Diercke Atlas erklärt Schülern seit mehr als 130 Jahren die Welt. Bei der Darstellung der Staaten muss sich der Verlag nach den politischen Vorgaben der Bundesregierung und der Kultusministerkonferenz richten.

+++Europäische Außenminister beraten über Ukraine+++
Beim Jahrestreffen des Europarats in Wien beraten heute 30 Außenminister über die Ukraine-Krise. Erwartet werden dazu auch Russlands Chefdiplomat Sergej Lawrow und sein ukrainischer Amtskollege Andrej Deschtschiza. Drei Wochen vor der Präsidentenwahl in der Ukraine sucht die internationale Staatengemeinschaft neue Ansätze zur Lösung der Krise. Die Übergangsführung hat die Kontrolle über Landesteile im Osten verloren. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier schlug vor, noch vor dem Wahltermin am 25. Mai eine zweite Ukraine-Konferenz abzuhalten.

+++Moldau versetzt Grenztruppen in Alarmbereitschaft+++
Die Regierung der Republik Moldau hat die Soldaten an der Grenze des Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Grund seien die Unruhen in der benachbarten Ukraine, teilten Staatspräsident Nicolae Timofti, Regierungschef Iurie Leanca und der Parlamentsvorsitzende Igor Coreman am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Sicherheitskräfte würden „alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die öffentliche Ordnung innerhalb des Landes sicherzustellen“. Eine spezielle Bedrohung wurde in der Erklärung nicht genannt, sie wurde aber veröffentlicht, nachdem eine Eliteeinheit der ukrainischen Armee in die Hafenstadt Odessa entsandt wurde, die seit Freitag von Unruhen erschüttert wird. Timofti, Leanca und Coreman trafen sich hinter verschlossenen Türen, um die Lage in der Ukraine zu beraten. Russische Truppen sind auch in der separatistischen Republik Transnistrien stationiert, die Teil der Russischen Föderation werden will.

Bestürzende Bilder aus Donezk

Wütender Mob verschleppt Polizisten

Bestürzende Bilder aus Donezk: Wütender Mob verschleppt Polizisten

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+++ Nato-Befehlshaber glaubt nicht an russische Intervention +++
Im Ukraine-Konflikt hält es Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove nicht mehr für wahrscheinlich, dass Russland Truppen in den Osten des Landes schickt. Noch vor einigen Tagen sei er von einer russischen Intervention überzeugt gewesen, sagte Breedlove am Montag (Ortszeit) im kanadischen Ottawa laut dem Fernsehsender CBC. Inzwischen glaube er, dass der russische Präsident Wladimir Putin „seine Ziele erreichen kann, ohne die Grenze mit Truppen zu überschreiten“. „Der wahrscheinlichste Ablauf“ sei jetzt, dass Putin "weiter das macht, was er macht: die (ukrainische) Regierung in Misskredit bringen, Chaos provozieren und versuchen, den Boden für eine separatistische Bewegung zu bereiten“, sagte Breedlove bei einem Kolloquium.

+++ Geldwäsche-Ermittler sagen Moskau-Treffen ab +++
Eine internationale Organisation zum Kampf gegen Geldwäsche hat wegen der Ukraine-Krise ihr für Juni geplantes Treffen in Moskau abgesagt. In einer auf Sonntag datierten Erklärung der Financial Action Task Force (FATF) an die Mitgliedsstaaten hieß es, man werde sich stattdessen in Paris treffen. Es sei deutlich geworden, dass man in der russischen Hauptstadt nicht die volle Teilnehmerzahl werde erreichen können, hieß es. Aus hochrangigen US-Kreisen verlautete am Montag dazu, es werde keinen normalen Umgang geben, solange die Krise andauere. Das FATF-Hauptbüro in Paris nahm am Montag zu der Erklärung nicht Stellung.

Hochburgen prorussischer Milizen in der Ostukraine

Slawjansk

Die Industriestadt (110.000 Einwohner) in der Region Donezk.

Donezk

Die Hauptstadt der gleichnamigen Region (eine Million Einwohner) ist zugleich die Hauptstadt der von den Aktivisten ausgerufenen „Republik Donezk“. Das Gebäude der Regionalverwaltung wurde am 6. April besetzt, das Rathaus zehn Tage später.

Lugansk

Die Hauptstadt der Region Lugansk (400.000 Einwohner) wird von den Milizen auch als Hauptstadt der „Republik Lugansk“ bezeichnet. Die Geheimdienstzentrale ist seit dem 6. April besetzt, am 29. April stürmten prorussische Demonstranten zudem das Gebäude der Regionalverwaltung.

Kramatorsk

In der Nachbarstadt von Slawjansk (160.000 Einwohner) besetzten Aktivisten am 12. April erstmals das Rathaus. Auch ein Gebäude des Geheimdienstes ist in ihrer Gewalt. Ein ukrainischer Militärstützpunkt in der Nähe ist jedoch weiterhin unter Kontrolle ukrainischer Soldaten.

Weitere Städte

In diesen Städten sind die Rathäuser besetzt: Gorliwka (260.000 Einwohner), Makijiwka (360.000 Einwohner), Artemiwsk (78.000 Einwohner), Jenakijewe (85.000 Einwohner), Charzysk (60.000 Einwohner), Schdaniwka (14.000 Einwohner), Kirowsk (28.000 Einwohner), Tores (80.000 Einwohner), Kostjantyniwka (80.000 Einwohner)

Kommentare (50)

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06.05.2014, 07:55 Uhr

Wer von unseren geliebten Politikern war nicht auf den Maidan und unterstützte indirekt auch die Faschisten mt. Selbst Özdemir mit Türkischen Hintergrund musste seinen Senf auf dem Maidan dazu geben obwohl in seiner Heimat Erdogan den Irak öfter überfällt Teil von Zypern anektiert hat ,Journalisten verhaftet und und und. Man kann nicht alles aufzählen. Aber Erdogan ist Teil des Westen und damit ist alles was er macht Demokratisch und richtig. Jetzt kommt er wieder nach Deutschland und der berliner Hof wird wieder in Sockenhöhe um ihn rumschwänzeln. Nun brennt die Ukraine und alle Staaten nebenan werden mit in den Krieg reingezogen.

Jetzt wundert sich die Presse,Politiker ,Medien aller Art warum gibt es soviele Putinversteher. Ganz einfach die Sehnsucht von vielen Deutschen nach einem Politiker bei uns wie Putin ist unterschwellig vorhanden. Obama brennt weiltweit Staaten nieder und tötet jeden Tag im Drohnenkampf. Da ist Putin anders, er will Russland schützen. Wir setzen gegen Putin Claudia Roth,Volker Beck,Trittin,Gabriel,Merkel Mißfelder,Özdemir ein.

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06.05.2014, 08:10 Uhr

Zitat : Moldau versetzt Grenztruppen in Alarmbereitschaft

- nicht nur Moldau.

In Tschetschenien warten bis auf die Zähne bewaffnete Legionäre auf ein Signal von Putin zum Einmarsch in die Ukraine.

Dito gilt in Dagestan. Sie wollen ihre Brüder in der Ukraine ( Odessa ) rächen !

Auf der Krym werden die Militärbasen immens verstärkt durch Infanterie.

An der Grenze zur Ukraine sind Stellungen bereits bezogen und warten auf Signale aus dem Kreml.

Mal schauen, was die Faschisten und Neonationalisten jetzt mit ihren Militärs und ihrer Museumstechnik weiter veranstalten.

Es bedarf wohl nur noch eines Funkens.....und der Tanz der Vampire kann los gehen !

Die Amis sind samt ihrem Obama ratlos und verstummt !

Die Europäer betreiben ihr übliches bla, bla, bla Spielchen der zerstrittenen Zwerge und sähen Märchen vom zweiten Genfer Gespräch und sonstigem unnützen, destabilisierenden belanglosen Zeug.


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Account gelöscht!

06.05.2014, 08:44 Uhr

Zitat : Es müssten nun alle Anstrengungen unternommen werden, um einen neuen Kalten Krieg zu vermeiden, sagte Steinmeier in einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen.

- der Oberselbstdarsteller Steinzeitmeier.

Es müßte, wir fordern, die Russen sollten.....!

Mehr hat dieser Überflieger und Schwätzer nicht drauf !

Das man auch was "MACHEN" sollte, und nicht nur fordern, versteht wohl dieser Pseudo-Diplomat nicht !

Das einzige, was den Krieg noch verhindern kann, ist die Entsendung von internationalen Friedenstruppen.

Das bedeuten auch gleichzeitig die endgültige Spaltung der Ukraine und Verlust aller Kredite der Westlichen Länder und Russlands.

Die EU müßte ca. 25 Mrd. € Verluste in Kauf nehmen, die Russen ca. 50 Mrd. € !

Das sind wohl die Hauptargumente, warum Russland mit dem Einmarsch zögert und die EU gegen Einsätze der internationalen Friedenstruppen ist.

Die Ukrainer selbst sind wohl nebensächlich....Kanonenfleisch halt !

So geht Globalisierung heute.......?!!"!!


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