Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2014

19:16 Uhr

+++ Liveblog +++

Poroschenko laut Prognose klar vorne

Die Ukraine hat einen neuen Präsidenten gewählt. Laut einer ersten Prognose hat der Milliardär Pjotr Poroschenko bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erreicht. Die Wahlen wurden von Gewalttaten begleitet.

Die Ukraine wählt einen neuen Präsidenten. Groß ist der Andrang in Kiew – in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Städten in der Ostukraine bleiben dagegen viele Wahllokale geschlossen. Und es kommt zu Gewalttaten. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++ Brok gratuliert Poroschenko +++
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments, Elmar Brok (CDU), hat dem ukrainischen Unternehmer Pjotr Poroschenko zu dessen voraussichtlichem Wahlsieg gratuliert. „Russland ist dazu aufgerufen, das Ergebnis dieser Wahl zu akzeptieren und mit dem neuen Präsidenten konstruktiv zusammenzuarbeiten“, heißt es in einer Erklärung Broks vom Sonntagabend in Brüssel. Die Menschen in der Ukraine hätten „der Einschüchterung getrotzt und für die Einheit ihres Landes und Demokratie gestimmt“.

+++ Poroschenko gewinnt Präsidentenwahl in der Ukraine +++

Der Milliardär Pjotr Poroschenko kann bei der Präsidentenwahl in der Ukraine mit einem Sieg in der ersten Runde rechnen. Er erhielt bei der Abstimmung am Sonntag 55,7 Prozent der Stimmen, wie eine Prognose auf Grundlage von Wählerbefragungen nach Angaben des Staatsfernsehens ergab.

+++ Italienischer Journalist in der Ostukraine getötet +++
In einer von prorussischen Separatisten kontrollierten Region der Ostukraine ist ein italienischer Fotograf durch Beschuss getötet worden. Das Außenministerium in Rom teilte am Sonntag mit, es sei von den ukrainischen Behörden über den Tod des Mannes informiert worden. Der Tod des 30 Jahre alten Fotografen wurde durch einen Gerichtsmediziner bestätigt. Zudem sei ein russischer Übersetzer getötet worden. Auch ein französischer Journalist wurde demnach verletzt.

+++ Hohe Wahlbeteiligung im Westen der Ukraine +++
Bei der ukrainischen Präsidentenwahl haben nach offiziellen Angaben bis 15 Uhr Ortszeit (1400 MESZ) 40,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Wahlleitung räumte allerdings ein, dass sich aus vielen Bezirken die Zwischenergebnisse verzögerten. In der Hauptstadt Kiew und im Westen des Landes bildeten sich tagsüber in den Wahllokalen Schlangen. Dies wurde auch darauf zurückgeführt, dass in den Wahllokalen deutlich weniger Wahlhelfer aktiv waren als bei der Wahl 2010. Die Wahllokale sollten um 20 Uhr Ortszeit schließen.

In den östlichen Gebieten Donezk und Lugansk verhinderten prorussische Separatisten vielerorts eine Abstimmung. Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl 2010 hatte die Wahlbeteiligung insgesamt bei 66 Prozent gelegen.

+++ Medwedew besucht die Krim +++
Am Tag der Präsidentschaftswahl in der Ukraine ist Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew überraschend auf die annektierte Krim gereist. Der Ministerpräsident traf am Sonntagnachmittag auf der Schwarzmeerhalbinsel ein. Die ukrainische Übergangsregierung in Kiew warf Moskau eine Provokation vor.

Dass Medwedew am Tag der Präsidentschaftswahl in die "okkupierte" Ukraine reise, sei "eine besondere Unverschämtheit und eine absichtliche Provokation", erklärte das Außenministerium in Kiew unmittelbar nach Medwedews Landung auf der Krim. Ziel Russlands sei es, die Lage in der Ukraine "zu destabilisieren".

+++ Tausende protestieren in Donezk gegen die Wahl +++
In der ostukrainischen Industriestadt Donezk demonstrieren mehrere tausend Menschen gegen die landesweite Präsidentenwahl. Auf dem zentralen Lenin-Platz seien mehr als 2500 Menschen versammelt, meldete die Agentur Itar-Tass. Eine Einheit bewaffneter Aufständischer sei mit Jubelrufen begrüßt worden. Hunderte prorussische Aktivisten marschierten zudem zum Wohnsitz des aus Donezk stammenden Oligarchen Rinat Achmetow. Der vermutlich reichste Unternehmer des Landes hatte die geschätzt 300.000 Angestellten seiner Betriebe aufgerufen, sich dem Treiben der Separatisten zu widersetzen.

+++ Poroschenko will Dialog mit dem Osten +++
Der Milliardär Pjotr Poroschenko will nach einem Sieg bei der ukrainischen Präsidentenwahl den Dialog mit den Menschen im krisengeschüttelten Osten des Landes suchen. Es sei unerlässlich, in direkten Kontakt zu treten, sagte der Süßwarenfabrikant bei der Stimmabgabe in Kiew. „Als Erstes müssen wir den Menschen den Frieden zurückbringen“, sagte Poroschenko. Er gilt nach Umfragen als aussichtsreichster Kandidat bei der Wahl. In der Ostukraine verhindern prorussische Separatisten in weiten Gebieten die Stimmabgabe.


+++ Traditionsbewusste Familie +++
„Bewaffnete müssen die Städte und Dörfer verlassen“, forderte Poroschenko mit Blick auf die Separatisten, die Gebiete im Osten unter Kontrolle haben. Die Stimmabgabe des 48-Jährigen wurde von einem riesigen Medienaufgebot verfolgt. Begleitet wurde Poroschenko von seinen vier Kindern, die alle traditionelle ukrainische Hemden trugen.

Favorit Petro Poroschenko mit seiner Frau Marina un den Kindern bei der Stimmabgabe. AFP

Favorit Petro Poroschenko mit seiner Frau Marina un den Kindern bei der Stimmabgabe.

+++ „Für die Freiheit und die Demokratie“ +++
In Umfragen liegt Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko mit weitem Abstand auf Platz zwei. Trotzdem gibt sie sich kämpferisch: „Ich habe für die Freiheit und die Demokratie in der Ukraine gestimmt“, sagte die 53-Jährige bei der Stimmabgabe in ihrer Heimatstadt Dnjepropetrowsk. Die Ukraine ist seit der Amtsenthebung und Flucht von Präsident Viktor Janukowitsch ins russische Exil Mitte Februar ohne gewählten Staatschef.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×