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08.10.2014

17:30 Uhr

+++ Liveblog zu Kobane +++

US-Luftschläge zerstören Panzer und Artillerie der IS

Entscheidungsschlacht um Kobane: Die USA haben innerhalb von zwei Tagen sechs Angriffe geflogen. Und nach eigenen Angaben haben Kurden die Kämpfer des IS zurückgedrängt. Bei Protesten in der Türkei sterben 18 Menschen.

An der Grenze zu Kobane: In der Stadt in Syrien an der türkischen Grenze wird auf den Straßen gekämpft.

An der Grenze zu Kobane: In der Stadt in Syrien an der türkischen Grenze wird auf den Straßen gekämpft.

Die Kurdenbastion Kobane droht in die Hand der IS-Terroristen zu fallen. Doch die heftige Gegenwehr kurdischer Kämpfer scheint den Vormarsch vorerst gestoppt zu haben. Jenseits der Grenze beobachteten türkische Truppen das Geschehen. In der Türkei kommt es zu blutigen Protesten. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Erfolg durch Luftschläge

Kurden melden IS-Rückzug aus Kobani

Erfolg durch Luftschläge: Kurden melden IS-Rückzug aus Kobani

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+++ USA fliegen verstärkt Luftangriffe in Syrien +++

Die US-Streitkräfte haben Luftangriffe auf IS-Stellungen nahe der umkämpften syrischen Stadt Kobane an der türkischen Grenze bestätigt. Bei den sechs Angriffen seien am Dienstag und Mittwoch unter anderem ein Transportpanzer und Artilleriegeschütze der Extremistenmiliz zerstört worden, teilte die Armee mit. Insgesamt gab es demnach in Syrien innerhalb von zwei Tagen neun Luftschläge, an denen sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligten. Zudem habe man zusammen mit Großbritannien und den Niederlanden IS-Ziele im Irak angegriffen.

+++ Kurden besetzen Bielefelder SPD-Geschäftsstelle +++
Mehr als 30 junge Kurden haben am Mittwoch vorübergehend die Bielefelder SPD-Geschäftsstelle besetzt. Die Mitglieder der Studentenorganisation YXK wollten nach eigenen Angaben damit gegen die „Barbarei“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) protestieren. In einer Erklärung forderten sie mehr Unterstützung bei der Verteidigung der umkämpften syrisch-kurdischen Stadt Kobane. Zudem müsse das Verbot der kurdischen Untergrundorganisation PKK aufgehoben werden. Die eineinhalbstündige Aktion sei friedlich verlaufen, teilte die Bielefelder SPD mit.

+++ Türkische Behörden nehmen hunderte Kurden fest +++

Die türkischen Behörden haben nach eigenen Angaben an der Grenze zu Syrien hunderte aus dem Bürgerkriegsland kommende Kurden festgenommen. Die 265 Festgenommen würden zur Feststellung ihrer Identität festgehalten, sagte ein Behördenvertreter in der türkischen Grenzstadt Suruc am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. „Wer jetzt noch von der anderen Seite der Grenze herüberkommt, gehört entweder zur PKK oder zu YPG“, sagte der Behördenvertreter.

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

+++ 18 Tote bei Protesten in Türkei +++

Bei Protesten von Kurden in der Türkei gegen die Syrien-Politik der Regierung wurden neuen Angaben zufolge mindestens 18 Menschen getötet. Die Demonstranten werfen Ankara vor, dem drohenden Fall Kobanes tatenlos zuzusehen.

+++„Die Situation ist schlechter, als die Menschen denken“+++

Kurdische Kämpfer beschreiben die Lage in der von der Terrormiliz IS eingekesselten syrisch-kurdischen Stadt Kobane als dramatisch. „Die Situation ist schlechter, als die Menschen denken“, sagte ein Kämpfer der Volksschutzeinheiten, der aus Kobane über die Grenze in die Türkei kam, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Suruc. „Viele sind ernsthaft verletzt und noch immer drinnen (in Kobane). Es war nicht möglich, sie raus zu bringen. IS ist sogar noch näher gekommen.“ Der Kämpfer wollte nicht namentlich genannt werden.

Trotz heftiger Gegenwehr

IS kontrolliert Teile Kobanis

Trotz heftiger Gegenwehr: IS kontrolliert Teile Kobanis

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+++Türkische Regierung fordert Ende gewalttätiger Proteste+++

Die türkische Regierung hat zu einem sofortigen Ende der gewalttätigen Demonstrationen im Zusammenhang mit der syrisch-kurdischen Stadt Kobane in der Türkei aufgerufen. „Wir werden keine Toleranz gegenüber gewalttätigen Protesten oder Vandalismus zeigen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Yalcin Akdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu.

+++ Zieht sich IS zurück? +++

Unter der Gegenwehr von kurdischen Kämpfer und US-Luftangriffen soll sich die radikalislamische IS-Miliz an den Stadtrand von Kobane zurückgezogen haben. „Sie sind nun vor den Toren der Stadt“, sagte der stellvertretende Außenminister des gleichnamigen Bezirks, Idris Nassan, der Nachrichtenagentur Reuters. Der Beschuss und das Bombardement seien sehr wirkungsvoll gewesen und hätten die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) dazu veranlasst, viele Positionen zu räumen. „Das ist ihr größter Rückzug seit sie in die Stadt eingedrungen sind“, sagte Nassan. „Wir können davon ausgehen, dass das der Beginn ihres Rückzuges aus der Region ist.“

Kommentare (23)

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Herr C. Falk

08.10.2014, 11:35 Uhr

Die Kurden als ein Volk ohne Staat und nur ein Bauer auf dem Schachbrett der Mächtigen. Die umkämpfte Stadt Kubane ein verlorener Posten. Die Verteidiger ohne Unterstützung von außen. Das erinnert an den Warschauer Aufstand 1944 als die sowjetischen Truppen Gewehr bei Fuß abwarteten, bis der verzweifelte Aufstand der Polen von deutschen Einheiten niedergeschlagen wurde.

Die fadenscheinigen Begründungen von Erdogan die Kurden nicht zu unterstützen sprechen Bände was die Moral und die Interessen dieses sunnitischen Herrschers angeht, der mit dem ebenfalls sunnitischen IS unter einer Decke steckt, obwohl er dreist das Gegenteil behauptet.

Herr Alfred Werner

08.10.2014, 11:56 Uhr

Finde ich schön, dass die gewalttätigen Ausschreitungen der kurdischen und salafistischen Kulturbereicherer in unseren Städten schon wieder von der Titelseite verschwunden sind.
Dann können wir beruhigt wieder unsere Kerze in die Hand nehmen und gegen Hitlergrüsse von ein paar Dummbeuteln auf die Strasse gehen.
ICH WILL MEIN LAND ZURÜCK !!!!!!!!

Herr Vittorio Queri

08.10.2014, 12:06 Uhr

>> Die von den USA geführte internationale Militärallianz hat am Mittwoch erneut einen Luftangriff gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) nahe der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane geflogen.<<

Die Betonung liegt wohl auf "Geflogen"...?

Interessante Analyse zur Entstehung der IS, die den Amis , ähnlich wie die Talibans, wohl aus dem Ruder gelaufen sind.

http://www.boilingfrogspost.com/2014/09/08/will-the-real-al-baghdadi-of-isis-please-stand-up/#sthash.3JO4ksvi.dpuf

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