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26.03.2016

16:19 Uhr

+++ Liveblog zum Terror in Belgien ++

Dritter Attentäter des Terrorkommandos offenbar gefasst

Belgische Ermittler haben zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen. Einer von ihnen soll der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen sein. Unterdessen ruft Außenminister Steinmeier dazu auf, im Kampf gegen Terror „kühlen Kopf“ zu bewahren.

Handelt es sich um den festgenommenen Faycal Cheffou? dpa

Aufnahme des mutmaßlichen dritten Attentäter vom Brüsseler Flughafen

Handelt es sich um den festgenommenen Faycal Cheffou?

Tag vier nach den Anschlägen von Brüssel mit 31 Toten und mehr als 300 Verletzten: Die Behörden fahnden weiter nach Komplizen und Hintermännern. In Belgien, Frankreich und Deutschland wurde fast ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Auch der letzte der drei mutmaßlichen Attentäter, die den Anschlag am Flughafen durchgeführt hatten, ist offenbar verhaftet worden. Der Tag im Newsblog.

+++ Meisten Todesopfer der Anschläge inzwischen identifiziert +++

Vier Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die meisten Todesopfer identifiziert. Bei 24 der 31 von Selbstmordattentätern getöteten Menschen sei nun geklärt, um wen es sich handelt, teilte die Staatsanwaltschaft laut Nachrichtenagentur Belga am Samstag mit. Das Gesundheitsministerium geht mittlerweile von 340 Verletzten aus – bisher war von 300 Personen die Rede. Rund 100 Verletzte sind danach noch im Krankenhaus, davon 23 auf der Intensivstation. Einige Opfer haben schwere Verbrennungen. Auch der Mann der getöteten Aachenerin liegt nach Angaben vom Freitag noch im Krankenhaus.

+++ Belgische Politiker raten von Gedenkmarsch ab +++

Ein für Sonntag geplanter Gedenkmarsch in Brüssel für die Opfer der Terroranschläge ist abgesagt worden. Innenminister Jan Jambon und der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur appellierten am Samstag wegen Überlastung der Polizei an die Bürger, nicht zusammenzukommen. Organisatoren schlossen sich der Forderung an. Jambon und Mayeur erklärten, die Polizeikräfte würden für die noch laufenden Fahndungen benötigt. „Wir teilen natürlich die Gefühle der Bevölkerung. Aber wir wollen, dass die Demonstrationen um einige Wochen verschoben werden“, teilten sie laut Nachrichtenagentur Belga mit.

Mit dem „Marsch gegen die Angst“, einer Schweigeminute und Ansprachen von Opfern, wollten mehrere Tausend Menschen, die sich auf Facebook angemeldet hatten, der Anschläge gedenken. Ausgangspunkt sollte der Börsenplatz in der Innenstadt sein, wie verschiedene Organisatoren mitteilten. Der Börsenplatz war nach den Anschlägen zum zentralen Ort der Trauer geworden.

+++ Steinmeier ruft zur Besonnenheit im Kampf gegen den Terror auf +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat zur Besonnenheit im Kampf gegen den Terror aufgerufen. „Die Terroristen würden gerne ihren Krieg in unsere Städte und unsere Köpfe tragen, uns in eine Art Belagerungszustand treiben, um uns ihre perverse Logik von Gewalt und Hass aufzuzwingen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Genugtuung dürfe man ihnen nicht geben. „Vielmehr kommt es jetzt darauf an, mit kühlem Kopf gegen die Hintermänner und die Wurzeln des Terrors anzugehen und ihre Unterstützer in Europa zu identifizieren - mit allen Mitteln des Rechtsstaats“, sagte Steinmeier. Dazu gehöre die Zusammenarbeit der Geheimdienste. Zugleich warnte Steinmeier vor einem Terroranschlag auch in Deutschland: „Absolute Sicherheit gibt es nirgendwo. Terrorismus macht an Grenzen nicht Halt, auch nicht an unseren.“

Nach den Anschlägen von Brüssel: Dem Terror vereint trotzen

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Die Länder in Europa haben sich in der Vergangenheit gegenseitig zerfleischt. Nach den Anschlägen von Brüssel stellt sich die Frage: Will der Kontinent überleben oder nicht? Gegen den Terror geht es nur zusammen. Eine Analyse.

+++ Staatsanwaltschaft dementiert Terrorzusammenhang wegen totem Wachmann +++

Die Staatsanwaltschaft in Belgien hat im Zusammenhang mit den Terrorattacken von Brüssel einen Bericht über eine mögliche Sicherheitslücke in einem Atomkraftwerk dementiert. Im Fall eines am Donnerstag durch mehrere Schüsse getöteten Sicherheitsmannes gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Charleroi südlich von Brüssel. Auch die Information, der Dienstausweis des Toten sei gestohlen, wurde dementiert. Der Mann habe zudem nicht in einem Atomkraftwerk gearbeitet, sondern an einem Institut (Institut national des radioéléments) in Fleurus bei Charleroi, das sich mit medizinischen Anwendungen von Radioaktivität befasst.
+++ Anti-Terror-Beauftragte warnt vor Hacker-Angriffen auf Atomanlagen +++
Der Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, hat vor einem Angriff auf belgische Atomanlagen gewarnt. „Ich wäre nicht überrascht, wenn in den nächsten fünf Jahren das Internet genutzt würde, um einen Angriff zu verüben“, sagte de Kerchove der belgischen Zeitung „La Libre Belgique“. Durch einen Hacker-Angriff könnten Attentäter laut dem EU-Koordinator die Kontrolle über die Schaltzentrale eines Atomkraftwerks übernehmen. Auch sei ein Angriff auf ein Kontrollzentrum für den Flugverkehr oder eine Schaltanlage für den Schienenverkehr denkbar. Die Cyber-Abwehr des belgischen Verteidigungsministeriums schätzte de Kerchove als „recht gut“ ein. Zwar seien die USA, Großbritannien und Frankreich besser aufgestellt. „Aber ich denke, im Falle eines Angriffs ist unser Verteidigungsministerium recht gut“, sagte der Belgier.

+++ Dritter Mann des Terrorkommandos am Flughafen identifiziert +++
Der gesuchte dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen soll nach einem Zeitungsbericht gefasst worden sein. Die Zeitung „Le Soir“ berichtet unter Berufung auf gute Quellen, der in der Nacht zum Freitag festgenommene Faycal C. sei von dem Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht habe. Nach der Festnahme hatte es bereits am Freitag Spekulationen gegeben, wonach es sich bei ihm um den Gesuchten handeln könnte. Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag die Festnahme bestätigt, aber keine Angaben zu Verbindungen zu den Flughafenattentätern gemacht. Aus Ermittlerkreisen heißt es, er sei möglicherweise der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen, der seinen Sprengsatz nicht gezündet hatte und zunächst entkam. Einen zweiten Mann namens Aboubakar A. werde die Teilnahme an terroristischen Aktivitäten vorgeworfen.

Atomkraftwerke: Im Fokus von Terroristen

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Die Brüsseler Terroristen haben Atomforscher ausspioniert, das belgische AKW Tihange musste evakuiert werden. Atomreaktoren gelten als mögliche Anschlagsziele. Gibt es Methoden, um die Meiler vor Angriffen zu schützen?

+++ Wachmann eines belgischen Atomkraftwerks laut Zeitungsbericht erschossen +++
Zwei Tage nach den Anschlägen in Brüssel ist einem Medienbericht zufolge ein Wachmann eines belgischen Atomkraftwerks erschossen und dessen Dienstausweis gestohlen worden. Die Tat habe sich am Donnerstag in der Region Charleroi ereignet, berichtete die Zeitung „Dernière Heure“ (DH) am Samstag. Sofort nach Entdeckung der Tat sei der gestohlene Dienstausweis deaktiviert worden. Mit Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen lehnte eine Polizeisprecherin eine Stellungnahme ab. „DH“ hatte am Donnerstag berichtet, die Selbstmordattentäter vom Flughafen und der U-Bahn-Station in Brüssel hätten ursprünglich einen Anschlag auf eine Atomeinrichtung geplant. Wegen der Festnahme von mutmaßlichen Komplizen seien sie jedoch unter Zeitdruck geraten und hätten sich auf die Ziele in Brüssel konzentriert.

+++ Terrorverdächtige will seit Anschlägen nicht mehr reden +++
Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam will seit den Brüsseler Anschlägen nicht mehr mit Ermittlern sprechen. Das sagte der belgische Justizminister Koen Geens am Freitag im Parlament. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der vor einer Woche in Brüssel gefasste Abdeslam unmittelbar nach den Anschlägen am Dienstag verhört wurde, aber nichts gesagt habe. Nach einem Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“ hat Abdeslam bei einer Vernehmung am Tag nach seiner Festnahme seine Rolle im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen relativiert. Danach bezeichnete er den wenige Tage später bei einem Polizeieinsatz getöteten Abdelhamid Abaaoud als Planer der Anschläge.
+++ Passagierflüge von und nach Brüssel nicht vor Dienstag +++
Der Brüsseler Flughafen bleibt auch am Ostermontag geschlossen. Der Flughafen Zaventem werde frühestens am Dienstag wieder seinen Betrieb aufnehmen, erklärte die Betreibergesellschaft. Zwar seien die Ermittlungen in der Abflughalle, wo sich die Attentäter in die Luft gesprengt hatten, abgeschlossen. Aber die Passagierflüge würden „nicht vor Dienstag, den 29. März“, wieder aufgenommen werden. Zuvor hatte es geheißen, der Flughafen solle bis Sonntag geschlossen bleiben. Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Brussels Airport durften den Angaben zufolge am Freitag erstmals seit dem Anschlag wieder das betroffene Gebäude betreten und sich einen Eindruck vom Ausmaß der Schäden verschaffen. Die Firma prüfe derzeit „eine Zwischenlösung, um die Passagierflüge teilweise wieder aufzunehmen“, hieß es in der Mitteilung. Dabei müssten die von der Regierung beschlossenen neuen Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden.

+++ Griechische Polizei entdeckte Anschlagspläne schon vor einem Jahr +++

Die griechische Polizei soll vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf dem Flughafen von Brüssel hindeuteten. Bereits damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtete der Athener Nachrichtensender Skai am Samstag unter Berufung auf die griechische Polizei. Unter anderem sei eine Karte des Flughafens von Brüssel gefunden worden. Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen von Abdelhamid Abaaoud entdeckt, der als mutmaßlicher Drahtzieher der November-Anschläge von Paris gilt. Eine offizielle Erklärung der Polizei dazu gab es zunächst nicht.

Terror in Brüssel

Erschütternde Amateurvideos nach den Anschlägen in Brüssel

Terror in Brüssel: Erschütternde Amateurvideos nach den Anschlägen in Brüssel

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+++ Debatte um Vorratsdatenspeicherung beginnt aufs Neue +++

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat nach den Anschlägen von Brüssel zu Besonnenheit aufgerufen. „Wir sind nicht im Krieg“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Allerdings stünden Deutschland und Europa „vor einer Herausforderung durch menschenverachtenden Terrorismus, dem wir mit allen Mitteln entgegentreten müssen“. Die Terrorismusbekämpfung stelle an jeden Bürger grundsätzliche Fragen, sagte Müller mit Blick auf die Diskussion zur Vorratsdatenspeicherung. Viele Menschen stellten ohne Bedenken persönliche Daten ins Netz. Aber ein Proteststurm sei sicher, wenn der Staat das Internet zur Kriminalitätsbekämpfung nutzen wolle. „Diesen Widerspruch werden wir angesichts der neuen Erfahrungen diskutieren und auflösen müssen, um in Deutschland Terror zu verhüten“, sagte Müller.

+++ Oettinger fordert „europäische Sicherheitsunion“ +++
Nach den Anschlägen von Brüssel hat der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) die mangelnde Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen innerhalb der EU kritisiert. „Polizei und Geheimdienste müssen den Daten- und Informationsaustausch dringend verbessern“, sagte Oettinger der „Bild“-Zeitung. Nötig sei „eine schnellere Kommunikation, damit vor allem Hinweise auf geplante Anschläge rasch ausgewertet und Terrorakte möglichst im Vorfeld verhindert oder noch gezielter aufgeklärt werden können“. Wichtig sei, „dass die Mitgliedstaaten aus den Vorfällen von Brüssel lernen und nicht länger ihre eigenen Süppchen kochen“.

+++ Maas warnt vor Anschlägen in Deutschland +++
Nach den Anschlägen von Brüssel hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor neuen Attentaten auch in Deutschland gewarnt. „Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der internationale Terrorismus eine Dauerschleife um Deutschland herum zieht“, sagte Maas der „Saarbrücker Zeitung“. Die Bundesrepublik sei seit längerer Zeit ein potenzielles Anschlagsziel. Die Behörden täten alles, „um solche Anschläge zu verhindern und die Menschen in Deutschland so gut wie möglich zu schützen“. Den Bundesbürgern riet Maas, nicht in Panik zu verfallen. „Wenn wir jetzt komplett in Angst und Schrecken erstarren, dann haben die Terroristen ihr Ziel erreicht“, sagte er.

Verdächtige der Anschläge von Brüssel und Paris (24.3.)

Khalid El Bakraoui

Der 27-jährige Belgier hat sich der Staatsanwaltschaft zufolge am Dienstag in einem Zug nahe der Brüsseler Metro-Haltestelle Maelbeek in die Luft gesprengt. Bereits 2011 war er wegen Autodiebstahls zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, hatte sich der Strafe aber entzogen. Er soll einen gefälschten Ausweis benutzt haben, um eine Wohnung in Brüssel anzumieten, in der sich weitere Mitglieder der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) versteckt haben sollen.

Ibrahim El Bakraoui

Der 29-jährige Bruder Khalids hat sich den Ermittlungen zufolge am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt. Er war 2010 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er bei einem versuchten Raub auf Polizisten geschossen hatte. Seit seiner zwischenzeitlichen Haftentlassung im August 2015 war er untergetaucht. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte am Mittwoch erklärt, dass der Belgier 2015 an der türkisch-syrischen Grenze festgenommen und auf eigenen Wunsch in die Niederlande ausgewiesen worden sei. Belgien habe die Warnung, dass es sich um einen Extremisten handle, ignoriert.

Najim Laachraoui

Najim Laachraoui soll Medienberichten zufolge der zweite Selbstmordattentäter am Flughafen von Brüssel gewesen sein. Die DNS des 25-jährigen Belgiers wurde nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft auch in Wohnungen der Attentäter von Paris gefunden. Bereits im Februar 2013 war Laachraoui nach Syrien gereist, wo er wahrscheinlich von IS-Kämpfern ausgebildet wurde. Unter falschem Namen wurde er zusammen mit Salah Abdeslam im September 2015 auf dem Weg von Ungarn nach Österreich gesehen.

Salah Abdeslam

Der 26-jährige Franzose war vorige Woche als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris in Brüssel festgenommen worden. Nach eigenen Worten wollte er sich vor dem Fußballstadion in die Luft sprengen, in dem zu diesem Zeitpunkt ein Spiel zwischen Frankreich und Deutschland stattfand, machte aber im letzten Moment einen Rückzieher. Ob er auch in die Planungen der Brüssel Anschläge involviert war, ist noch unklar.

Brahim Abdeslam

Der ältere Bruder von Salah sprengte sich im November in einem Pariser Café in die Luft. Der 31-Jährige war zuvor von der Türkei in seine Heimat Belgien ausgewiesen worden, weil der Verdacht bestand, er könnte sich in Syrien einer Extremistenmiliz anschließen. Nach seiner Rückkehr nach Belgien wurde er zwar verhört, aber nicht festgenommen.

Mohammed Abrini

Der 30-jährige Belgier gilt als Freund der Abdeslam-Brüder und wird von Europol gesucht. Medienberichten zufolge könnte er der dritte Mann sein, der am Brüsseler Flughafen einen Selbstmord geplant hatte, dann aber seine Bombe zurück ließ und flüchtete. Abrini soll in Syrien gekämpft haben. Er war kurz vor den Pariser Anschlägen mit Salah Abdeslam in der französischen Hauptstadt gefilmt worden.

Abdelhamid Abaaoud

Der 28-jährige Belgier ist bei einer Schießerei mit der französischen Polizei in einem Pariser Vorort im November 2015 getötet worden. Er hat vermutlich in Syrien gekämpft und wird verdächtigt, dem Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel 2014 und einen gescheiterten Anschlag auf einen Zug von Frankreich nach Belgien 2015 unterstützt zu haben.

Mehdi Nemmouche

Der Franzose soll 2013 in Syrien gekämpft haben, bevor er bei dem Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel im Jahr 2014 vier Menschen getötet hat. Er wurde wenig später festgenommen und sitzt derzeit in dem Gefängnis in Brüssel, in dem auch Salah Abdeslam festgehalten wird.

Mohammed Belkaid

Der 35-jährige Algerier wurde mehrfach mit Laachraoui und Abdeslam gesehen. Er wurde am Freitag bei der Fahndung nach Salah Abdeslam von einem Scharfschützen getötet.

Amine Choukri oder Monir Ahmed Alaaj

Ein Mann, der die falschen Identitäten Amine Choukri und Monir Ahmed Alaaj benutzt hat, wurde am Freitag mit Saleh Abdeslam festgenommen. Der Mann war im Oktober 2015 mit Abdeslam in der Nähe von Ulm gesehen worden und soll ebenfalls in die Anschläge von Paris involviert gewesen sein.

+++ Belgischer Polizist soll Informationen über Attentäter verzögert haben +++
Ein belgischer Polizist im türkischen Istanbul hat nach Angaben von Innenminister Jan Jambon die Herausgabe von Informationen über den Attentäter Ibrahim El Bakraoui zwischen beiden Ländern verzögert. Demnach sei El Bakraoui am 11. Juni im türkischen Gaziantep an der Grenze zu Syrien festgenommen worden, worüber der belgische Verbindungsbeamte am 26. Juni informiert worden sei. Drei Tage später habe der Polizist die Informationen nach Brüssel weitergeleitet. Die dortige Antiterrorbehörde habe daraufhin um weitere Informationen über den in Belgien wegen kleinerer Delikte verurteilten El Bakraoui gebeten. Bis zum 20. Juli sei jedoch nichts geschehen. „Der Verbindungsoffizier hat nichts unternommen, es gab seinerseits keine Kommunikation mehr“, sagte Jambon. Er habe „mindestens nachlässig und weder sehr proaktiv noch sehr engagiert“ gehandelt.

+++ IAEA-Chef warnt vor „atomarem Terrorismus“ +++
Die Welt muss nach Ansicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen „atomaren Terrorismus“ unternehmen. „Dass atomare Materialien für Anschläge genutzt werden, kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte der IAEA-Chef Yukiya Amano der Nachrichtenagentur AFP. Plutonium in einer Masse von der Größe einer Pampelmuse würde nach Amanos Worten ausreichen, eine „rudimentäre“ Atombombe anzufertigen. Diese Möglichkeit sei „nicht ausgeschlossen“, sagte Amano. Die Technologie sei „alt“ und heutige Terroristen hätten „die Mittel, die Kenntnisse und die Informationen“, eine solche Bombe zu bauen. Die Mitgliedstaaten müssten ein „verstärktes Interesse“ an den Tag legen, die atomare Sicherheit auszubauen, forderte er.

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