Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2015

07:44 Uhr

+++ Liveblog zur Griechenland-Krise +++

Athen: Sind einer Einigung nahe

Kommt bald die Einigung? Auf dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU stehen die Zeichen in der griechischen Schuldenkrise auf Entspannung. In Griechenland gingen am Abend Tausende auf die Straße.

Kundgebung in Athen

Angst vor Austritt: Tausende demonstrieren für Euro

Kundgebung in Athen: Angst vor Austritt: Tausende demonstrieren für Euro

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Brüssel/AthenGriechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Geldgebern über die Bedingungen zur Auszahlung ausstehender Finanzhilfen von 7,2 Milliarden Euro. Die Geldgeber werden keinem Deal zustimmen, der der griechischen Regierung keine Reformen abverlangt. Gibt es in den kommenden Tagen keine Einigung, drohen Griechenland die Pleite und womöglich ein Ausscheiden aus der Euro-Zone. Der Krisengipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Montagabend brachte keine Einigung – aber eine Annäherung. Die Ereignisse im Liveblog.

+++ Athener Regierungssprecher: Wir sind nahe an einer Einigung +++

Griechenland und seine Gläubiger sind nach Ansicht eines Athener Regierungssprechers in der Schuldenkrise nahe an einer Einigung. Es gebe einige Punkte über die man noch verhandelt, sagte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Dienstag aus Brüssel im griechischen Fernsehen weiter. Athen habe genaue Vorschläge vorgelegt. „Die Zeichen deuten darauf hin, dass wir ganz nahe an eine Übereinkunft sind“, sagte Sakellaridis. Sobald die Details einer Einigung stehen, werde der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras seine Regierung informieren. Danach werde das Parlament das Abkommen billigen, sagte Sakellaridis. Wann dies geschehen soll, ließ er offen.

+++ Lagarde und Dijsselbloem: Es steht harte Arbeit an +++

Nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde und dem Chef der Eurozone, Jeroen Dijsselbloem, steht in den kommenden 48 Stunden noch eine Menge Arbeit zu Griechenland an.

+++ Sondergipfel geht ohne Entscheidungen zu Ende +++

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone haben ihre Beratungen zur Lösung des Schuldenstreits am Montagabend beendet. Das teilte der Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Details wurden zunächst nicht bekannt. Vor dem Treffen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass bei dem Gipfel keine Entscheidungen fallen würden. Zunächst müssten die Institutionen - EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds - neue Reformvorschläge aus Athen eingehender bewerten.

+++ Einigung auf griechische Haushaltsziele +++

Beim Sondergipfel in Brüssel hat es eine Verständigung auf die griechischen Haushaltsziele für die nächsten Jahre gegeben. Das berichteten Diplomaten am Rande des Treffens übereinstimmend am Montagabend. Der sogenannte Primärüberschuss, bei dem Zinszahlungen und Tilgungen ausgeblendet werden, solle im laufenden Jahr ein Prozent der Wirtschaftsleistung betragen und im kommenden Jahr zwei Prozent. Der Primärüberschuss ist eine wichtige Größe bei der Sanierung des Budgets. Die Verständigung auf diese Werte hatte sich zuvor bereits abgezeichnet.

+++ Hoffen auf Einigung schiebt Wall-Street an +++

Hoffnungen auf eine Einigung im griechischen Schuldenstreit haben am Montag die US-Börsen nach oben getrieben. Die Wall Street ging mit Gewinnen aus dem Tag. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 18.119 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte ebenfalls 0,6 Prozent auf 2122 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit plus 0,7 Prozent bei 5153 Stellen aus dem Handel.

+++ Tausende Griechen demonstrieren für Beibehaltung des Euro +++
Tausende Griechen haben am Montag vor dem Parlamentsgebäude in Athen für die Beibehaltung des Euro demonstriert. Zu der Kundgebung, an der auch Politiker der konservativen Opposition teilnahmen, war in Internet-Netzwerken aufgerufen worden. Der frühere Ministerpräsident Konstantinos Mitsotakis warnte, sein Land sei in Gefahr. Es war die zweite Demonstration dieser Art binnen einer Woche. Teilnehmer warfen dem linksgerichteten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras vor, die Mitgliedschaft des Landes in der Euro-Zone zu gefährden. Am Vortag hatten Anhänger von Tsipras für dessen Politik demonstriert. Meinungsumfragen zufolge haben 63 Prozent der Griechen eine positive Einstellung zum Euro.

Wie reagiert der IWF auf einen Zahlungsverzug?

Zahlungsverzug tritt sofort ein

Zahlungsaufforderung durch Stab des Internationalen Währungsfonds (IWF); betreffender Staat hat keinen Zugriff mehr auf IWF-Mittel.

Quelle: IMF Financial Operations 2014, S. 139

Zwei Wochen nach Zahlungsverzug

IWF-Leitung kontaktiert zuständigen IWF-Gouverneur, drängt auf sofortige Zahlung.

Ein Monat nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor setzt Exekutivausschuss von Zahlungsverzug in Kenntnis.

Sechs Wochen nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor benachrichtigt betreffenden Staat, dass ohne sofortige Zahlung eine Beschwerde beim Exekutivausschuss eingereicht wird.

Zwei Monate nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor leitet Beschwerde an Exekutivausschuss.

Drei Monate nach Zahlungsverzug

Beschwerde wird im Exekutivausschuss behandelt; Zugriff des betreffenden Staates auf allgemeine Mittel des IWF wird beschränkt. Bei Verzug von Verpflichtungen bezgl. Sonderziehungsrechten (SZR) wird Recht auf Nutzung von SZR ausgesetzt.

+++ Merkel: Keine Entscheidung bei Sondergipfel in Brüssel +++
Kanzlerin Angela Merkel rechnet nicht mit Beschlüssen auf dem Sondergipfel der Euro-Länder zur Griechenland-Krise. Beim Eintreffen im Brüssel sagte Merkel am Montagabend: „Nach der Eurogruppe liegt keine Entscheidungsgrundlage vor, und deshalb kann dies heute nur ein Beratungsgipfel sein.“

+++ EU-Gipfelchef Tusk lobt griechische Reformvorschläge +++
EU-Gipfelchef Donald Tusk hat die jüngsten Spar- und Reformangebote Griechenlands als die „ersten wirklichen Vorschläge in vielen Wochen“ gelobt. Weitere Arbeit sei jedoch mit den Geldgeber-Institutionen nötig, sagte Tusk am Montagabend vor Beginn des von ihm geleiteten Euro-Krisengipfels zu Griechenland in Brüssel.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.06.2015, 18:38 Uhr

Während die kommunistisch-faschistische Regierungsclique unter Tsipras ganz offen zeigt, aus dem Euro fliehen zu wollen, macht sich unter der Gallionsfigur Merkel der Rest zum Affen.

Alles würden sie machen, wenn die faschistischen Kommunisten ihnen nur den Gefallen täten, so zu tun, als ob sie irgendetwas auch umsetzen wollten, was man ihnen da so vorsetzt. Das aber haben selbst alle Vorregierungen nie getan.

Das ist übelste Gefälligkeitspolitik - allein auf Kosten der eigenen Steuerzahler, die damit bis aufs Blut geopfert werden.

Das ist mies, peinlich und zum "Essen aus dem Gesicht fallen" - ohne Ende.

Frau Ich Kritisch

22.06.2015, 18:56 Uhr

erst wenn die ELA-Kredite gestoppt werden - wird GR beginnen einzusehen, dass sie was unternehmen müssen ...

Herr V. Meinhardt

22.06.2015, 19:16 Uhr

... und die EZB zahlt weiter und weiter und weiter und weiter .... ELA, ELA, ELA über alles!

Solange bis das deutsche Vermögen komplett umverteilt ist. Draghis Taten sind der Ruin Deutschlands mit Duldung von Frau Merkel!

Diese Frau ist die größte Katastrophe für Deutschland seit dem 2. Weltkrieg!

Die CDU hat mit Wahl dieser Kanzlerin Alles verraten, wofür sie mal stand. Finanzielle Solidität - den Erpressern in der EU geopfert. Rechtsstaat - zwecks Euro-"Rettung" abgeschafft. Ostpolitik und Ausgleich mit Russland - zugunsten eines failed state mit korrupter Regierung geopfert. Westpolitik (insbes. Integration Englands) - egal, wird mit beerdigt. Soll doch England austreten aus der EU - wir haben ja das Wunderland Griechenland und künftig die hochsolide Ukraine. Es geht einfach nicht mehr schlimmer!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×