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29.06.2015

04:03 Uhr

++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++

Banken bleiben für sieben Tage geschlossen

Die Euro-Zone steht vor einer Erschütterung, Athen steuert auf die Pleite zu. Die Banken bleiben geschlossen, Kapitalkontrollen werden eingeführt. Griechen dürfen 60 Euro pro Tag abheben, Ausländer unbegrenzt.

Schäuble: Verhandlungen mit Griechenland scheinen gescheitert

Video: Schäuble: Verhandlungen mit Griechenland scheinen gescheitert

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Die Euro-Zone steht vor einer gewaltigen Erschütterung. Athen steuert auf die Pleite zu. Zahlreiche Krisengespräche sind angelaufen. Alle Ereignisse im Liveblog.

+++ Griechischer Erdölkonzern versichert: Es gibt genügend Treibstoff +++

Die größte griechische Erdölgesellschaft Hellenic Petroleum tritt der in der Bevölkerung wachsenden Sorge über eine drohende Treibstoffknappheit entgegen. Das Land verfüge für etliche weitere Monate über volle Reserven, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Auch die Versorgung der Raffinerien mit Rohöl sei gesichert. In ganz Griechenland hatten sich am Wochenende angesichts der Eskalation im Schuldendrama lange Schlangen vor Tankstellen gebildet.

Der Ansturm hat wohl aber weniger mit der Sorge über Benzinknappheit zu tun, sondern geht auf die Nachricht zurück, dass von Montag an nur noch Abhebungen an Geldautomaten von bis zu 60 Euro pro Tag möglich sind. Die Nutzung von Kreditkarten soll angeblich nicht mehr erlaubt seien.

+++ Banken bleiben bis zum 6. Juli geschlossen +++

Angesichts der akuten Schuldenkrise Griechenlands bleiben die Banken des Landes bis zum 6. Juli geschlossen. Das wurde in einer in der Nacht zum Montag in Athen veröffentlichten amtlichen Mitteilung festgelegt. Die Bankenschließung gilt damit bis nach dem Referendum über die Vorschläge der internationalen Geldgeber Griechenlands am kommenden Sonntag. Die täglichen Barabhebungen an Geldautomaten werden der Mitteilung zufolge für Griechen auf 60 Euro pro Tag beschränkt. Mit der offiziellen Bekanntgabe wurden entsprechende Berichte griechischer Medien bestätigt.

Unterzeichnet wurden die Verfügungen von Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos und Regierungschef Alexis Tsipras. Es handele sich um Maßnahmen "von extremer Dringlichkeit". Sie sollten "das griechische Finanzsystem und die griechische Wirtschaft wegen des Mangels an Liquidität schützen, der durch die Entscheidung der Eurogruppe vom 27. Juni gegen die Ausweitung des Abkommens über die Kredite für Griechenland herbeigeführt" worden sei, heißt es in der amtlichen Mitteilung.

+++ Ausländer sollen unbegrenzt Bargeld abheben dürfen +++

Trotz der ab Montag geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollen ausländische Besucher weiter unbegrenzt Geld an Automaten abheben können. Die Einschränkungen würden nicht für Besucher aus dem Ausland gelten, wenn diese "mit einer in ihrem Herkunftsland ausgestellten Kreditkarte Transaktionen und Abhebungen" vornehmen wollten, teilte die Regierung in Athen in der Nacht zum Montag mit. Regierungschef Alexis Tsipras hatte am Sonntagabend angekündigt, dass angesichts der akuten Schuldenkrise des Landes die Banken in Griechenland am Montag vorerst geschlossen blieben und der griechische Bankensektor durch Kapitalverkehrskontrollen geschützt werde.

+++ Banken bleiben bis 7. Juli geschlossen +++

Noch eine halbe Stunde bis Mitternacht in Griechenland – dann bricht eine Ära ohne Banken an. Mindestens bis zum 7. Juli werden die Geldinstitute geschlossen bleiben. Auf Twitter kursieren Fotos, die hunderte Menschen vor einem Geldautomaten auf dem Aristotelis-Platz im nordgriechischen Thessaloniki zeigen. Riesiger Andrang auch vor den Tankstellen in Athen. Vielerorts stauen sich die Fahrzeuge mittlerweile auf mehrere hundert Meter. Und an immer mehr Zapfsäulen geht nun der Sprit aus.

Griechenland droht Chaos-Woche: „Es wird knallen“

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„Es wird knallen“

Zum Wochenstart bleiben Griechenlands Banken geschlossen, Tausende Griechen leerten am Sonntag die EC-Automaten. Viele schimpfen, dass Premier Tsipras sie mit einem Referendum vor die Wahl stellt – denn sie sind ratlos.

+++ Hamsterkäufe: Lange Schlangen an Tankstellen und Apotheken +++

Nachdem die Nachricht von der Schließung der griechischen Banken für mindestens neun Kalendertage wie ein Lauffeuer die Runde machte, geraten nun viele Griechen in Panik. Vor den Tankstellen in Athen bildeten sich am späten Sonntagabend immer längere Schlangen. Die Automobilisten fürchten offenbar, dass dem Land nicht nur das Geld sondern auch der Sprit ausgehen wird. Auch vor den wenigen an diesem Abend geöffneten Apotheken, die Nachtdienst haben, herrscht großer Andrang. Die Menschen versuchen, sich mit dringend benötigten Arzneimitteln einzudecken. Wenn Ministerpräsident Tsipras Griechenland aus dem Euro führt, wonach es derzeit aussieht, könnte das Land Probleme bekommen, Medikamente zu importieren. In der EU arbeitet man deshalb bereits an Notfallplänen für humanitäre Hilfen – wie Arzneimitteleinfuhren.

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