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26.08.2014

17:51 Uhr

+++ LIVEBLOG ZUR KRISE IN DER UKRAINE +++

Kiew schickt neue Waffen in die Ostukraine

Die Ukraine nimmt zehn russische Soldaten gefangen, die die Grenze „aus Versehen“ überquert haben. In Minsk beginnen die Gespräche zwischen Putin und Poroschenko. Trotz Händedruck – der Gastgeber dämpft die Hoffnungen.

Ein ukrainischer Panzer in der Ostukraine.

Ein ukrainischer Panzer in der Ostukraine.

Düsseldorf/Minsk/KiewWährend alle Welt auf den Krisengipfel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk schaut, kommen aus der Ostukraine neue Hiobsbotschaften. Russland gesteht ein, dass dort eigene Soldaten im Einsatz sind. Die wichtigsten Ereignisse im Liveblog.

+++Kiewer Regierung schickt neue Waffen für Militär in die Ostukraine+++

Während der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko in Minsk mit Russland über Frieden für die Ostukraine verhandelt, plant die Regierung in Kiew den Kauf neuer Waffen. Das Kabinett beschloss am Dienstag, binnen 48 Stunden Kriegsgerät für die so genannte Anti-Terror-Operation ins Krisengebiet zu schicken, wie die Regierung mitteilte. Das Verteidigungsministerium soll demnach sämtliche Bestände der Rüstungsfirma Ukroboronprom kaufen und unverzüglich in den Osten des Landes senden.

Das Militär hatte nach den jüngsten Vorstößen der prorussischen Separatisten über fehlende gepanzerte Technik geklagt. Poroschenko hatte am Sonntag mehr als 2,2 Milliarden Euro für neue Rüstungsgüter angekündigt. Moskau fordert eine Waffenruhe zwischen Kiew und den prorussischen Separatisten.

Die Aufständischen im umkämpften Donezk berichteten von heftigem Beschuss durch Regierungstruppen. Mehrere Kämpfer seien getötet worden, sagte ein Sprecher der Agentur Interfax. Der nationale ukrainische Sicherheitsrat teilte mit, die Lage um die Hafenstadt Mariupol habe sich stabilisiert. Dort waren am Montag Gefechte mit angeblich eingedrungenen russischen Panzerwagen gemeldet worden.

+++Russland erwägt Hilfe für Ölkonzern Rosneft+++

Der vom Westen mit Sanktionen belegte staatliche russische Ölkonzern Rosneft kann auf Finanzhilfen der Regierung hoffen. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew sagte am Dienstag, dass Moskau dem Unternehmen womöglich unter die Arme greift. Die Finanzspritze würde jedoch geringer ausfallen als von dem Konzern angefragt - Rosneft hatte einem Zeitungsbericht zufolge vor kurzem um Hilfen von umgerechnet 31 Milliarden Euro gebeten. Nach einem Vorschlag von Konzernchef Igor Setschin solle der russische Staatsfonds Anleihen seines Unternehmens kaufen.

Die Summe von 31 Milliarden Euro (1,5 Billionen Rubel) entspricht genau der Verschuldung von Rosneft zur Jahresmitte. Das Unternehmen muss nach eigenen Angaben in diesem Jahr 440 Milliarden und 2015 weitere 626 Milliarden Rubel zurückzahlen. Wegen des Konfliktes in der Ukraine hat der Westen russische Firmen mit Strafmaßnahmen belegt. So darf sich Rosneft auf dem US-Finanzmarkt kein Geld mehr leihen. Dies betrifft Anleihen und Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten.

Die USA und die EU wollen Russland mit den Sanktionen dazu bewegen, auf die Separatisten im Osten der Ukraine mäßigend einzuwirken. Sie werfen der Regierung in Moskau außerdem vor, die Kämpfer zu unterstützen. Dies weist Russland zurück.

+++Putin droht Ukraine mit weiteren Handelssanktionen+++
Nach dem Import-Stopp für EU-Agrargüter durch Russland hat Präsident Wladimir Putin vor einer Umgehung der Sanktionen gewarnt. Falls die europäischen Waren den russischen Markt über die Ukraine erreichten, könne dies Russlands Wirtschaft über zwei Milliarden Euro kosten, sagte Putin beim Spitzentreffen zur Ukraine-Krise in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Daher würde Russland in diesem Fall mit weiteren Handelssanktionen reagieren.

+++Ukraine fordert Ende der Waffenlieferungen an Separatisten+++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko betrachtet eine wirksame Kontrolle der Grenze zu Russland und einen Stopp der Waffenlieferungen an die Separatisten als einzige Möglichkeit, um das Blutvergießen im Osten seines Landes zu beenden. Zudem müssten die Kriegsgefangenen freigelassen werden, sagte Poroschenko bei einem Treffen am Dienstag in Minsk, an dem auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnahm. Er werde sich alle Vorschläge anhören, die Frieden bringen könnten.

Die Streitthemen bim Ukraine-Gipfel

Die humanitäre Situation in der Ostukraine

Die Menschen in der Großstadt Lugansk haben nach Angaben des Stadtrats seit mehr als drei Wochen keinen Strom und kein Wasser. Auch in der Separatistenhochburg Donezk ist die Versorgung schlecht. Russland spricht von einer „humanitären Katastrophe“ im Krisengebiet. Eigenmächtig hat Moskau einen Konvoi mit Hilfsgütern nach Lugansk geschickt - unter lautem Protest aus Kiew, das dem Kreml eine „Invasion“ vorwarf. Am Montag kündigte Russland einen zweiten Hilfskonvoi an. Die Ukraine wirft Russland vor, die prorussischen Separatisten auszurüsten.

Die militärische Lage im Konfliktgebiet

Die Nato hat Russland mehrfach vor einer Militärintervention in der Ostukraine gewarnt und auf Truppenkonzentration an der Grenze hingewiesen. Immer wieder berichten zudem die Behörden in Kiew von illegalen Grenzüberschreitungen russischer Kämpfer. Auch Kriegsgerät soll in großem Stil aus Russland in das Separatistengebiet geschafft worden sein. Russland weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland

Seit Juni erhält die Ukraine von Russland kein Gas mehr. Der Streit dreht sich um die Höhe der Schulden Kiews für bereits erfolgte Lieferungen. Der Gasstopp wurde verhängt, weil die unter Vermittlung der EU geführten Verhandlungen über Nachzahlungen erfolglos geblieben waren. Brüssel ist stark an einer Einigung der beiden Seiten interessiert, weil die Hälfte der russischen Gaslieferungen an die EU über das Leitungsnetz der Ukraine fließen. Insgesamt kommt ein Drittel des EU-weit verbrauchten Erdgases aus Russland. Brüssel möchte neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine einleiten. Die Kommission hat die Ukraine vor Sanktionen gegen Russland gewarnt. Strafmaßnahmen könnten die Belieferung der EU mit russischem Gas gefährden.

Das Freihandelsabkommen der EU mit der Ukraine

Russland fürchtet, dass das im Juni geschlossene Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der EU den Handel zwischen Moskau und Kiew beeinträchtigen könnte. Die EU hat stets versucht, diese Bedenken zu entkräften. Nichts hindere Russland und die Ukraine am Ausbau ihrer Handelsbeziehungen. Allerdings sei eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Eurasischen Zollunion, die von Russland, Weißrussland und Kasachstan gebildet wird, nicht möglich.

Eurasische Zollunion

Nach der EU-Osterweiterung 2004 wollte Moskau ein wirtschaftliches und politisches Gegengewicht zu Brüssel schaffen. 2011 bildeten Russland, Weißrussland und Kasachstan eine Zollunion. Im Folgejahr wurde ein einheitlicher Wirtschaftsraum gegründet, der einen freien Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften garantieren soll. Ziel ist eine bereits vereinbarte Eurasische Wirtschaftsunion, die ab Januar 2015 gelten soll. Mit ihr soll ein gemeinsam koordinierter Markt geschaffen werden. Armenien und Kirgistan denken über eine Mitgliedschaft nach. Auch für die Ukraine, Moldau und Georgien war eine Mitgliedschaft angedacht, doch die Länder entschieden sich für eine stärkere Anbindung an die EU.

+++Putin wirbt in Minsk für friedliche Lösung +++
Der Ukraine-Konflikt lässt sich nach den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin nur mit friedlichen Mitteln lösen. Moskau sei zu einem weiteren Dialog über die Krise in der Ostukraine bereit, sagte Putin am Dienstag beim Gipfel in Minsk russischen Agenturen zufolge. An dem Treffen nahmen auch sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teil. „In Minsk entscheidet sich das Schicksal der Welt und Europas“, sagte Poroschenko. Er warb für seinen Friedensplan. Ziel der Gespräche sei es, das Blutvergießen in seinem Land zu beenden und einen politischen Kompromiss zu suchen.

+++Putin und Poroschenko reichen sich die Hand+++
In Minsk hat ein Gipfeltreffen mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, sowie der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton begonnen. Im Mittelpunkt sollten die Gefechte in der Ostukraine mit bereits mehr als 2000 Toten stehen. Zu Beginn der Gespräche gaben sich Putin und Poroschenko nach Angaben der Agentur Interfax die Hand. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko schlug als Gastgeber eine „Minsker Erklärung“ vor. Details nannte er nicht. Kasachstans Staatschef Nursultan Nasarbajew forderte eine Waffenruhe in der Ostukraine, damit das Krisengebiet mit Lebensmitteln versorgt werden könne.

+++Gastgeber dämpft Hoffnung bei Spitzentreffen +++
Zu Beginn des Spitzentreffens zur Ukraine-Krise hat der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko die Erwartungen gedämpft. Man dürfe keinen großen Durchbruch erwarten, "aber wir sollten mit Fortschritten in Richtung Frieden beginnen", sagte Lukaschenko als Gastgeber des Treffens am Dienstag in Minsk. Die ukrainische Seite äußerte dagegen größere Hoffnungen: "Ich hoffe, das Ergebnis des heutigen Treffens wird eine Einigung sein, die Frieden auf ukrainischem Boden bringt", sagte Präsident Petro Poroschenko. In Minsk traf er sich erstmals seit Monaten wieder mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin, beide schüttelten sich die Hände.

Was erst nach Überzeugungsarbeit aussieht.... AFP

Was erst nach Überzeugungsarbeit aussieht....

...ist wohl auch welche. Aber schließlich rücken Putin und Poroschenko doch ein wenig näher. AFP

...ist wohl auch welche. Aber schließlich rücken Putin und Poroschenko doch ein wenig näher.

++Putin ist in Minsk eingetroffen+++
Der russische Präsident Wladimir Putin ist zu den mit Spannung erwarteten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingetroffen. Putin habe sich nach der Ankunft auf den Weg zum Palast der Unabhängigkeit gemacht, berichteten Medien in Minsk am Dienstag. Dort sollte der Kremlchef zunächst in großer Runde auch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko zusammentreffen. Allerdings galten auch bilaterale Verhandlungen der beiden Staatschefs über den Ukraine-Konflikt als wahrscheinlich. Es wäre das erste Vier-Augen-Gespräch von Putin und Poroschenko seit einem Treffen am Rande einer Weltkriegs-Gedenkfeier im Juni in der Normandie.

+++Poroschenko hofft auf Frieden+++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Frieden in seinem krisengeschüttelten Land als Hauptziel des Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Minsk genannt. Eine Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe wäre ein „wichtiger Meilenstein“, sagte er am Dienstag nach Gesprächen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in der weißrussischen Hauptstadt. Poroschenko betonte, die Integration der Ukraine in EU-Strukturen richte sich nicht gegen den Nachbarn Russland. „Im Gegenteil - das Assoziierungsabkommen mit der EU soll den Handel beleben“, sagte er. Poroschenko traf sich in Minsk auch mit seinem weißrussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko.

+++Russland halbiert Wachstumsprognose für 2015+++
Russland hat angesichts der westlichen Sanktionen seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr halbiert. Statt der bislang erwartet zwei Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt wohl nur um ein Prozent zulegen, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Alexej Wedew am Dienstag in Moskau. Für dieses Jahr werden unverändert 0,5 Prozent vorausgesagt. Russland machen die Strafmaßnahmen des Westens zu schaffen, die wegen des russischen Vorgehens auf der Krim und in der Ukraine verhängt wurden. Das Land leidet auch unter einer Kapitalflucht. Wedew erwartet zudem eine steigende Inflation. Die Verbraucherpreise dürften 2015 um 7,0 bis 7,5 Prozent zulegen. Bislang waren sechs Prozent erwartet worden.

Das sind die Sanktionen des Westens gegen Russland

Banken

Die EU erschwert den Zugang zu den EU-Finanzmärkten für russische Banken. Gilt für alle Banken mit einem staatlichen Anteil von mindestens 50 Prozent. Sie können auf den EU-Kapitalmärkten keine neuen Wertpapiere oder Aktien von russischen Unternehmen mehr verkaufen.

In den USA fallen drei weitere Banken im russischen Staatsbesitz unter die Strafmaßnahmen, damit sind es nun fünf von sechs: Die Bank von Moskau, die Russische Landwirtschaftsbank und die VTB Bank kamen hinzu. Ihnen wird der Zugang zu mittel- und langfristiger Dollarfinanzierung für Russland erschwert. Sie dürfen aber weiter in den USA operieren.

Waffen

Die EU verbietet künftige Rüstungslieferungen. Betroffen sind alle Güter, die auf einer entsprechenden Liste der EU stehen. Gilt nicht für bereits unterzeichnete Verträge, also auch nicht für die Lieferung von zwei französischen Hubschrauberträgern im Wert von 1,2 Milliarden Euro an Russland.

In den USA wurde die United Shipbuilding Corporation (größtes russisches Schiffsbau-Unternehmen) zu den bislang acht auf der Sanktionsliste stehenden Firmen im Verteidigungssektor ergänzt. Die Unternehmen dürfen nicht mehr das US-Finanzsystem nutzen oder mit amerikanischen Bürgern Geschäfte machen.

Technologie

Die EU verbietet den Export von bestimmten Hochtechnologiegütern an das Militär. Gilt beispielsweise für Verschlüsselungssysteme sowie für Hochleistungscomputer.

Energie

Die EU untersagt die Ausfuhr für Spezialtechnik zur Ölförderung. Zielt auf Geräte, die für Ölbohrung und -förderung beispielsweise in der Arktis gebraucht werden.

Auch in den USA gelten für Unternehmen aus der Ölbranche eingeschränkte Importmöglichkeiten für Technik zur Erschließung von Ölquellen in tiefen Gewässern, vor der arktischen Küste oder in Schiefergestein. Die aktuelle Energieproduktion werde damit aber nicht beeinträchtigt.

+++Separatisten wollen Neuwahlen verhindern+++
Die Aufständischen in der Ukraine haben die von Staatspräsident Petro Poroschenko für den 26. Oktober ausgerufene Parlamentswahl als „Provokation“ bezeichnet. Es werde in den Separatistengebieten im Osten der Ex-Sowjetrepublik keine Abstimmung geben, kündigte einer der Sprecher der militanten Gruppen, Sergej Kawtaradse, am Dienstag in Donezk an. Wenn die Führung in Kiew in den Regionen Donezk und Lugansk Wahlkampf mache oder für den Urnengang werbe, müsse sie mit einer „harten Reaktion“ rechnen.

Catherine Ashton, EU- Außenministerin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in Minsk. ap

Catherine Ashton, EU- Außenministerin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in Minsk.

+++Ukrainische Nationalisten nehmen Journalisten gefangen+++
In der Ukraine hat die ultranationalistische Gruppierung Rechter Sektor zwei Journalisten von der Krim gefangen genommen. Die Journalisten Jewgenia Koroljowa und Maxim Wasilenko seien nahe der Stadt Donezk im Osten der Ukraine festgenommen worden, sagte der Rechter-Sektor-Führer Andrej Tarasenko am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Identität der beiden sei überprüft worden, anschließend sollten sie wieder freigelassen werden. Die Reporter arbeiten für eine Wochenzeitung auf der ukrainischen Halbinsel Krim, die im März von Russland annektiert worden war.

+++Putin am Mittag erwartet+++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist zu den mit Spannung erwarteten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingetroffen. Der Staatschef habe sich nach der Ankunft auf den Weg zur Botschaft seines Landes gemacht, berichteten Medien in Minsk am Dienstag. Dort wollte er zunächst mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton auch über den Kampf der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten sprechen. Die EU-Delegation mit Ashton an der Spitze landete kurz nach Poroschenko. Der russische Präsident sollte am frühen Nachmittag in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik eintreffen.

+++Weißrussland, die letzte Diktatur Europas+++
Weißrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Die frühere Sowjetrepublik ist das einzige Land auf dem Kontinent, das die Todesstrafe vollstreckt - per Genickschuss. Der autoritäre Präsident Alexander Lukaschenko (59) regiert seit 1994 mit harter Hand in der Hauptstadt Minsk. Weißrussland ist Mitglied im EU-Programm für die Ostpartnerschaft und in der Welthandelsorganisation WTO. Mit einer Fläche von 207 600 Quadratkilometern ist der zwischen Polen und Russland gelegene Staat etwas kleiner als die frühere Bundesrepublik Deutschland.

+++Ukraine veröffentlicht Video von gefangengenommenen Russen+++
Nach der Festnahme von zehn russischen Soldaten hat die ukrainische Armee ein Video veröffentlicht, in dem die Gefangenen offenbar zugeben, in einem bewaffneten Militärkonvoi über die Grenze gefahren zu sein. In dem Video, das am Dienstag im ukrainischen Fernsehen gezeigt wurde, sagt ein Mann in Uniform, der sich als Gefreiter Iwan Miltschakow vom 331. Fallschirmjänger-Regiment vorstellt, dass seine Einheit „in Kolonnen über die Felder, nicht über Straßen“ in die Ukraine gefahren sei. „Ich weiß nicht, in welchem Moment wir die Grenze überschritten haben“, fügte er hinzu.

+++Poroschenko in Minsk eingetroffen+++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist zu den mit Spannung erwarteten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingetroffen. Der Staatschef habe sich nach der Ankunft auf den Weg zur Botschaft seines Landes gemacht, berichteten Medien in Minsk am Dienstag. Dort wollte Poroschenko mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton auch über den Kampf der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten sprechen. Zu dem Konflikt waren in Minsk auch Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin geplant. Der russische Präsident sollte am frühen Nachmittag in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik eintreffen.

Kommentare (52)

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Herr Johann Brädt

26.08.2014, 13:04 Uhr

^^ die wollten wahrscheinlich Pilze sammeln. Aber was ist mit MH17?

Herr Mmnews De

26.08.2014, 13:04 Uhr

Das Lügen-Kartell des Westens

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass ausgerechnet Russland eine lückenlose Aufklärung der Absturzursache von MH17 verlangt.

Doch der Westen schweigt und vertuscht. Blackbox Inhalte werden nicht veröffentlicht, die Trümmer der Boeing liegen immer noch an der Absturzstelle herum, und die westliche Marionettenregierung in Kiew rückt die Fluglotsengespräche nicht raus.

Mehr als fünf Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine hat Russland ein abnehmendes Interesse an dem Fall kritisiert.
"Wir versuchen als einzige, die Aufmerksamkeit auf dieses ernste Problem zu lenken", sagte Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz am Montag in Moskau.

Nach all den Vorwürfen gegen Russland und die Aufständischen mache "niemand mehr den Mund auf", sagte er. Russland werde weiter nach der Wahrheit suchen. Separatistenführer Andrej Purgin sagte, die Wrackteile lägen weiterhin an der Absturzstelle bei Grabowo herum.
"Niemand sammelt sie ein. Offenbar braucht sie niemand mehr", kritisierte Purgin der Agentur Interfax zufolge. Die internationalen "Experten" seien schon lange nicht mehr auf dem Trümmerfeld gewesen.

"Niemand erklärt uns, warum die Auswertungen der Blackbox nicht veröffentlicht werden kann", so Lawrow weiter. Er verlangte auch Antwort auf die Frage, warum die Ukraine die Fluglotsengespräche mit der Unglücksmaschine nicht veröffentlicht.

Ebenso hüllte sich die ICAO (International Civil Aviation Organisation, UN) in Schweigen.

Der russische Außenminster forderte auf einer internationalen Pressekonferenz gestern in Moskau, dass die Umstände des Absturzes von MH17 lückenlos aufgeklärt werden müssten und verneinte erneut jegliche Beteiligung Russlands oder der Separatisten. Obwohl die Pressekonferenz auch im russischen Fernsehen übertragen wurde, fand sie in den westlichen Medien keinerlei Resonanz.

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

Herr Mmnews De

26.08.2014, 13:07 Uhr

Das Lügen-Kartell des Westens

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass ausgerechnet Russland eine lückenlose Aufklärung der Absturzursache von MH17 verlangt.

Doch der Westen schweigt und vertuscht. Blackbox Inhalte werden nicht veröffentlicht, die Trümmer der Boeing liegen immer noch an der Absturzstelle herum, und die westliche Marionettenregierung in Kiew rückt die Fluglotsengespräche nicht raus.

Mehr als fünf Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine hat Russland ein abnehmendes Interesse an dem Fall kritisiert.
"Wir versuchen als einzige, die Aufmerksamkeit auf dieses ernste Problem zu lenken", sagte Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz am Montag in Moskau.

Nach all den Vorwürfen gegen Russland und die Aufständischen mache "niemand mehr den Mund auf", sagte er. Russland werde weiter nach der Wahrheit suchen. Separatistenführer Andrej Purgin sagte, die Wrackteile lägen weiterhin an der Absturzstelle bei Grabowo herum.
"Niemand sammelt sie ein. Offenbar braucht sie niemand mehr", kritisierte Purgin der Agentur Interfax zufolge. Die internationalen "Experten" seien schon lange nicht mehr auf dem Trümmerfeld gewesen.

"Niemand erklärt uns, warum die Auswertungen der Blackbox nicht veröffentlicht werden kann", so Lawrow weiter. Er verlangte auch Antwort auf die Frage, warum die Ukraine die Fluglotsengespräche mit der Unglücksmaschine nicht veröffentlicht.

Ebenso hüllte sich die ICAO (International Civil Aviation Organisation, UN) in Schweigen.

Der russische Außenminster forderte auf einer internationalen Pressekonferenz gestern in Moskau, dass die Umstände des Absturzes von MH17 lückenlos aufgeklärt werden müssten und verneinte erneut jegliche Beteiligung Russlands oder der Separatisten. Obwohl die Pressekonferenz auch im russischen Fernsehen übertragen wurde, fand sie in den westlichen Medien keinerlei Resonanz.

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

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