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09.09.2014

20:35 Uhr

+++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++

Putin und Poroschenko um Entspannung bemüht

Moskau drängt auf Verhandlungen über den Status der Ostukraine. Der deutsche Außenminister verlangt, Russland müsse seine Kämpfer abziehen. Im Schwarzen Meer werden Schiffe in Stellung gebracht. Die Ereignisse des Tages.

Kämpfer der prorussischen Separatisten an der Absturzstelle von MH17. ap

Kämpfer der prorussischen Separatisten an der Absturzstelle von MH17.

+++ Putin und Poroschenko um Deeskalation bemüht +++

Kremlchef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko haben sich bei ihrem zweiten Telefonat innerhalb von 24 Stunden um eine Entspannung der Lage im Konfliktgebiet bemüht. Putin habe betont, dass Russland zur Unterstützung einer Friedensregelung in der Ostukraine bereit sei, teilte der Kreml in Moskau am Dienstag mit. Das ukrainische Präsidialamt bestätigte das Gespräch. Die Staatschefs hätten die Notwendigkeit unterstrichen, die am vergangenen Freitag vereinbarte Feuerpause beizubehalten. Die EU hatte Putin am Montag mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Russland im Ukraine-Konflikt nicht mehr zur Entspannung beitragen.

+++ Russland hält eigene Übung im Schwarzen Meer ab +++
Nach scharfer russischer Kritik an einem Manöver von Ukraine und USA im Schwarzen Meer hat Moskau in der Region nun selbst eine Übung begonnen. 15 Kriegsschiffe der Schwarzmeerflotte und 10 Flugzeuge trainierten das Raketenschießen auf Seeziele, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Das Manöver der Flotte, die auf der Halbinsel Krim stationiert ist, sei seit längerem geplant gewesen, sagte ein Armeesprecher. Die Ukraine und USA hatten am Montag mit einer dreitägigen Übung begonnen.

+++ Steinmeier: Russland muss seine Kämpfer abziehen +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die Führung in Moskau auf, russische Kämpfer und Waffen aus der Ukraine abzuziehen. Russland müsse seinen Beitrag zur Umsetzung des Waffenstillstands-Abkommens leisten. "Dazu gehört dann auch, dass es Verabredungen zwischen der Ukraine und Russland geben muss, dass das, was an russischen Kämpfern und Waffen noch auf ukrainischem Gebiet ist, zurückgezogen werden muss", betonte er. Die internationale Staatengemeinschaft werde dies sorgfältig im Auge behalten.

+++Rutte kündigt weitere Ermittlungen zu MH 17 an+++

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Absturz von Flug MH 17 über der Ostukraine hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte weitere Ermittlungen versprochen. Der Leiter eines Ermittlerteams werde am Mittwoch in die Ukraine reisen und andere Experten seien ebenfalls für eine Rückkehr bereit, sobald es dafür sicher genug sei. „Es liegt noch ein langer Weg vor uns“, sagte Rutte. „Wir schulden es den Angehörigen, dass wir unser Möglichstes tun, um menschliche Überreste und persönliche Habe sicherstellen, um Klarheit darüber zu schaffen, was passierte, und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine

2300 Kilometer...

... lang soll die Mauer zwischen Russland und der Ukraine nach dem Willen der ukrainischen Führung werden. Damit möchte die Führung in Kiew verhindern, dass heimlich Waffen und Kämpfer zur Verstärkung der moskautreuen Separatisten in die Ex-Sowjetrepublik gelangen. Die Ukraine wirft Russland vor, die Aufständischen auszurüsten. Moskau weist dies zurück und kritisiert die geplante Mauer.

Rund 400 Kilometer...

...Grenze sind aber derzeit nicht in der Hand der ukrainischen Behörden. Dort haben die Aufständischen die Kontrolle. In diesen Gebieten soll den Plänen Kiews zufolge erst in einer zweiten Phase gebaut werden. In einer ersten Phase soll in den Gebieten mit dem Bau begonnen werden, die der ukrainische Grenzschutz kontrolliert: in Tschernigow, Sumy und Charkow sowie im Norden des Raums Lugansk.

Provisorische Befestigungen...

... sind an der Grenze zu der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim geplant.

Herzstück des Mauerprojekts...

... sind ein Erdwall und ein mindestens vier Meter breiter und zwei Meter tiefer Graben. Ein fünf Meter breiter Sandstreifen soll Spuren von möglichen Grenzverletzungen zeigen. Alle 20 Kilometer ist ein Wachturm geplant.

Ein Zaun statt einer Mauer...

... ist für die weitgehend von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Alle 100 Meter sollen dort Kameras Grenzverstöße aufdecken helfen.

Rund 100 Millionen Euro...

... soll die Grenzbefestigung ersten Schätzungen zufolge kosten. Experten gehen von weitaus höheren Kosten aus. Der Bau soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein.

+++ Poroschenko entlässt nach Niederlage Chef der Militäraufklärung +++

Nach Niederlagen der ukrainischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Separatisten im Osten hat Präsident Petro Poroschenko den Chef der Militäraufklärung, Generaloberst Sergej Gmysa, entlassen. Das teilte die Präsidialkanzlei mit. Gmysa war von Poroschenkos umstrittenem Vorgänger Viktor Janukowitsch im August 2010 ernannt worden. Die prorussischen Aufständischen hatten am ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August 2014 die Armee mit einer Offensive überrascht.

+++Russland will Status der Ostukraine klären+++

Die russische Regierung dringt auf baldige Gespräche über die Zukunft der Region. Die am vergangenen Freitag in Weißrussland erzielte Vereinbarung sehe vor, dass über den „Status des Südostens der Ukraine“ verhandelt werde, sagte Außenminister Sergej Lawrow. „Wir hoffen, dass diese Verhandlungen bald beginnen“, fügte er hinzu. Die zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten im Beisein von Vertretern Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geschlossene Vereinbarung sieht einen „Sonderstatus“ für derzeit von den Aufständischen kontrollierte Regionen vor. Zudem wurde vereinbart, dass in den Regionen Donezk und Lugansk Wahlen stattfinden sollen.

Kommentare (34)

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Herr Josef Schmidt

09.09.2014, 11:00 Uhr

Was sucht eine kanadische Fregatte im schwarzen Meer ? Was würden die Kanadier machen wenn die Russen Manöver vor der kanadischen Küste abhalten würde.

Es ist nur lächerlich dass die Kanadier von Provokation sprechen.

Herr Gerhard Mariacher

09.09.2014, 11:04 Uhr

Hmh, was hat denn dort eine kanadische Fregatte verloren? Will sie etwa eine militärische Konfrontation mit den Russen förmlich provozieren?

Herr Uwe Reissner

09.09.2014, 11:11 Uhr

Zitat: Eine große Zahl energiereicher Objekte habe den Rumpf der Boeing 777 von außen durchdrungen. Die Maschine der Malaysia Airlines sei daraufhin auseinandergebrochen. Die Angaben stützen den Verdacht, dass das Flugzeug über Kriegsgebiet in der Ostukraine mit einer Rakete abgeschossen wurde.....

Können Sie mal den Originaltext hineinstellen, denn wie es scheint, verdreht das Handelsblatt mal wieder die Tatsachen.

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