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10.09.2014

14:35 Uhr

+++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++

Russland testet Atomrakete

Russische Soldaten ziehen offenbar aus der Ukraine ab. Gleichzeitig setzt Moskau mit dem Test einer Interkontinentalrakete ein Zeichen der Stärke. Weitere Tests seien bereits geplant.

Test der Interkontinental-Rakete Topol (Archivbild): Die Rakete soll künftig durch den Typ Bulawa ersetzt werden. ap

Test der Interkontinental-Rakete Topol (Archivbild): Die Rakete soll künftig durch den Typ Bulawa ersetzt werden.

Bestraft die EU Russland? Sanktionen sind beschlossen, deren Anwendung jedoch ausgesetzt. Heute beraten die Botschafter der 28 EU-Länder. Sie wollen prüfen, wie viel die Beteiligten in der Ostukraine zu einer friedlichen Lösung beitragen. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++Putin will Rüstungsindustrie direkt kontrollieren+++

Russlands Präsident Wladimir Putin verschärft die Kontrolle der heimischen Rüstungsindustrie. Per Dekret machte sich Putin am Mittwoch selbst zum Vorsitzenden der Kommission, die für die Aufsicht der Branche zuständigen ist. Die Regierung in Moskau bemüht sich um eine geringere Abhängigkeit von Rüstungsimporten aus dem Ausland, seit EU und USA in der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland verhängt haben. Putin kritisierte am Mittwoch zudem die Nato. Das westliche Verteidigungsbündnis nutze den Ukraine-Konflikt, um sich "selbst wiederzubeleben", sagte Putin. Russland habe bereits wiederholt gewarnt, dass es darauf reagieren müsse.

+++ Polen bekommt weniger Gas aus Russland +++

Gazprom fühlt sich unschuldig: Weniger russisches Gas für Deutschland

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An dem Tag, an dem die EU über schärfere Sanktionen gegen Russland berät, kommt weniger russisches Gas in Europa an. Auch Deutschland ist von den Lieferungen abhängig. Dreht Moskau jetzt am Gashahn?

+++ Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Militärs +++

Nach einem Gefecht gegen Separatisten mit schweren Verlusten für die ukrainische Armee hat die Staatsanwaltschaft in Kiew Ermittlungen gegen führende Militärs aufgenommen. Die Justiz prüfe, ob der Tod von mehr als 200 Soldaten bei Ilowaisk Ende August auf Fehler der Militärführung zurückzuführen sei, sagte am Mittwoch Generalstaatsanwalt Vitali Jarema in Kiew. Unter anderem wurden Generalstabschef Viktor Muschenko und der Kommandeur der Südstreitkräfte, Pjotr Litwin, in Dnjepropetrowsk befragt. Bei einer Offensive der Aufständischen waren Schätzungen zufolge bis zu 7000 Soldaten eingekesselt worden. Hunderte gerieten in Gefangenschaft.

+++ Russland testet Rakete +++

Zeichen der Stärke inmitten des Ukraine-Konflikt: Russland hat eine Interkontinentalrakete getestet, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Das Atom-U-Boot „Wladimir Monomach“ habe die Rakete vom Typ Bulawa (Nato-Code: SS-N-30) aus dem arktischen Weißen Meer abgefeuert. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die seegestützte Rakete sei wie geplant auf dem rund 6000 Kilometer entfernten Versuchsgelände Kura auf der Halbinsel Kamtschatka im ostasiatischen Teil Russlands zerschellt. „Der Test war erfolgreich“, sagte Ministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow. Russland hat die Bulawa bereits mehreren Tests unterzogen. Einige davon gingen schief und warfen das Projekt zurück. Die Rakete soll das Kernstück der russischen Atomwaffen über die nächsten zehn Jahre sein.

Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine

2300 Kilometer...

... lang soll die Mauer zwischen Russland und der Ukraine nach dem Willen der ukrainischen Führung werden. Damit möchte die Führung in Kiew verhindern, dass heimlich Waffen und Kämpfer zur Verstärkung der moskautreuen Separatisten in die Ex-Sowjetrepublik gelangen. Die Ukraine wirft Russland vor, die Aufständischen auszurüsten. Moskau weist dies zurück und kritisiert die geplante Mauer.

Rund 400 Kilometer...

...Grenze sind aber derzeit nicht in der Hand der ukrainischen Behörden. Dort haben die Aufständischen die Kontrolle. In diesen Gebieten soll den Plänen Kiews zufolge erst in einer zweiten Phase gebaut werden. In einer ersten Phase soll in den Gebieten mit dem Bau begonnen werden, die der ukrainische Grenzschutz kontrolliert: in Tschernigow, Sumy und Charkow sowie im Norden des Raums Lugansk.

Provisorische Befestigungen...

... sind an der Grenze zu der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim geplant.

Herzstück des Mauerprojekts...

... sind ein Erdwall und ein mindestens vier Meter breiter und zwei Meter tiefer Graben. Ein fünf Meter breiter Sandstreifen soll Spuren von möglichen Grenzverletzungen zeigen. Alle 20 Kilometer ist ein Wachturm geplant.

Ein Zaun statt einer Mauer...

... ist für die weitgehend von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Alle 100 Meter sollen dort Kameras Grenzverstöße aufdecken helfen.

Rund 100 Millionen Euro...

... soll die Grenzbefestigung ersten Schätzungen zufolge kosten. Experten gehen von weitaus höheren Kosten aus. Der Bau soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein.

+++ Sanktionen bremsen Öl-Förderung +++

Die westlichen Sanktionen gegen Russland verzögern der Moskauer Regierung zufolge die Ausbeutung schwer zugänglicher Ölvorkommen. Die Strafmaßnahmen wirkten sich bereits auf die Entwicklung solcher Felder sowie die Produktion von Schieferöl aus, sagte Rohstoffminister Sergej Donskoi der Nachrichtenagentur Interfax. Schließlich nutze die heimische Branche dafür in der Regel Technologie aus dem Ausland und passe sie den örtlichen Bedingungen an.

+++OSZE-Vorsitzender plädiert für mehr Geduld +++

Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter stellt sich mit Blick auf den Ukraine-Konflikt gegen die Äußerungen einiger EU-Politiker und spricht sich gegen eine sofortige Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland aus. Dem vereinbarten Waffenstillstand solle mehr Zeit gegeben werden, damit ein politischer Dialog zustande gebracht werden könne, sagte der Schweizer Präsident, dessen Land den Vorsitz bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) innehat. "Die Frage lautet ... ist jetzt die angemessene Zeit, neue Sanktionen zu verkünden, oder macht dies die instabile Lage nur noch instabiler", sagte Burkhalter am Mittwoch in Prag.

Kommentare (7)

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Herr Paul Müller

10.09.2014, 11:10 Uhr

"...Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko die meisten seiner ins Nachbarland geschickten Soldaten wieder zurückgezogen..."

Brille? Schielmann!

Herr C. Falk

10.09.2014, 15:02 Uhr

Also eine Sache ist klar. Wenn Russland weniger Öl fördern kann, weil das technische Instrumentarium aus dem Westen nicht mehr geliefert wird, fehlt dieses Öl schließlich im Westen wohin es exportiert werden sollte und die EU muß sehen woher sie diese Fehlmenge bekommt.

Sanktionen ohne Selbstschädigungen sind in Zeiten komplexer Wirtschaftsbeziehungen nicht mehr möglich, insofern ist die Feststellung von Helmut Schmidt "Sanktionen sind dummes Zeug" absolut zutreffend.

Herr Tenzin Konchuk

10.09.2014, 15:26 Uhr

Hat eigentlich schon einmal jemand gesehen, dass Syrien und die ISIS Bekämpfung ein strategischer Brückenkopf zur Krim ist.
Das was dort jetzt für ein Szenario entsteht ist das was Latour hat kommen sehen.

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