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03.04.2017

23:18 Uhr

++ Newsblog St. Petersburg ++

Brandenburger Tor wird nicht in russischen Farben angestrahlt

Bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn von St. Petersburg sind mindestens elf Menschen getötet und mindestens 45 verletzt worden. Kremlchef Putin war zum Tatzeitpunkt in der Stadt. Die Ereignisse im Newsblog.

Polizisten sichern den Eingang einer Metro-Station in St. Petersburg. AFP

Nach der Explosion

Polizisten sichern den Eingang einer Metro-Station in St. Petersburg.

Bei einem Bombenschlag in der U-Bahn der russischen Großstadt St. Petersburg sind mindestens zehn Menschen getötet und mindestens 47 verletzt worden. Die Ermittler gehen von einem Terror-Anschlag aus. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

+++ Selbstmordattentäter löste Explosion aus +++

Die Explosion in der Metro wurde offenbar von einem Selbstmordattentäter ausgelöst. Die verdächtige Person sei 23 Jahre alt und komme aus Zentralasien, berichtete Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Sie habe Verbindung zu radikal-islamistischen Gruppen gehabt, die in Russland verboten seien. Genauere Rückschlüsse könnten erst nach einem DNA-Abgleich gezogen werden.

+++ Zahl der Todesopfer steigt auf elf +++

Die Zahl der Todesopfer in St. Petersburg ist nach Angaben der russischen Behörden auf mindestens elf gestiegen. Weitere 45 Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt.

+++ Merkel kondoliert Putin nach Anschlag +++
Kanzlerin Merkel hat Russlands Präsident Putin ein Kondolenztelegramm geschickt. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass es sich um einen feigen Anschlag gehandelt habe, schreibt Merkel. Sollte sich dies bewahrheiten, so wäre dies ein barbarischer Akt, den sie aufs Schärfste verurteile und dessen Drahtzieher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

+++ Brandenburger Tor ohne die Farben Russlands +++
Nach dem Anschlag in der U-Bahn von St. Petersburg sollte das Brandenburger Tor am Montagabend nicht in den russischen Nationalfarben angestrahlt werden. Das sagte ein Senatssprecher der Deutschen Presse-Agentur. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es zur Begründung. Davon solle nur in Ausnahmefällen abgewichen werden. Nach Anschlägen wie etwa in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), Nizza und Jerusalem war das Berliner Wahrzeichen in Solidarität mit den Betroffenen in den Nationalfarben der jeweiligen Länder angestrahlt worden. Nach dem Massaker eines islamistischen Attentäters in einem Schwulen-Club in Orlando in Florida mit rund 50 Toten im vergangenen Sommer war das Brandenburger Tor in die Regenbogenfarben der Schwulenbewegung getaucht.

+++ U-Bahn in St. Petersburg fährt nach Terroranschlag wieder +++
Wenige Stunden nach einem Terroranschlag in der russischen Millionenmetropole St. Petersburg haben die U-Bahnen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Metro der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, werde zunächst jedoch nur einige Stationen anfahren, teilte der U-Bahn-Betreiber am Montag der Agentur Interfax zufolge mit.

+++ Juncker: Schockiert und betrübt +++
„Schockiert und betrübt“ über den Anschlag in der Metro von St. Petersburg hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gezeigt. „Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Bürger dieser wunderschönen Stadt eine solche Tragödie erleiden mussten“, heißt es in einer am Montag in Brüssel veröffentlichten Erklärung Junckers. Seine Gedanken seien bei den Opfern: „Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen.“

+++ Trump nennt Anschlag „schreckliche Sache“
US-Präsident Donald Trump verurteilt den Anschlag. Auf Reporterfragen sagt Trump, dieser sei „eine schreckliche Sache – es passiert überall auf der Welt – absolut eine schreckliche Sache“.

+++ Russische Behörden eröffnen Terror-Verfahren +++
Das russische Untersuchungskomitee teilt mit, dass es ein Verfahren wegen eines terroristischen Anschlags eingeleitet habe. Es werde aber weiterhin Spuren in alle Richtungen nachgegangen.

+++ Paris verschärft Sicherheitsvorkehrungen +++
Das französische Innenministerium kündigt an, als Konsequenz aus den Ereignissen in St. Petersburg auch in Paris die Sicherheitsvorkehrungen für den öffentlichen Nahverkehr zu verstärken.

+++ Fahndungsfoto veröffentlicht +++
Russische Medien veröffentlichen ein Foto einer Person, die von der Polizei im Zusammenhang mit den Explosionen gesucht werde. Das Foto zeigt einen bärtigen Mann mit schwarzem Hut.

+++ Zehn Tote, 47 Verletzte +++
Das russische Gesundheitsministerium bilanziert laut Agentur Interfax zehn Tote. 47 Menschen seien verletzt. Zuvor hatte das russische Anti-Terror-Komitee die Zahl der Toten mit neun beziffert. Den Angaben zufolge explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum.

+++ Täter gefilmt? +++
Laut Agentur Interfax wurde ein Sprengsatz gefüllt mit Schrapnellen gezündet, der sich in einem Aktenkoffer befunden habe. Eine Überwachungskamera habe einen mutmaßlichen Verantwortlichen gefilmt.

+++ Weiterer Sprengsatz entdeckt +++
In St. Petersburg ist ein weiterer, nicht explodierter Sprengsatz entdeckt worden. Das meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Behördenquellen in der russischen Millionenstadt. Gefunden wurde die Bombe demnach in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands), die direkt unter dem größten Bahnhof der Stadt liegt.

+++ „Tiefstes Mitgefühl“ +++
Mit großer Bestürzung habe er von dem vermutlichen Attentat in St. Petersburg gehört, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Luxemburg. Neben dem Entsetzen gebe es die große Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien sowie den Menschen Russlands. „Das zeigt, dass wir überall auf der Welt einen großen Gegner haben: Das sind Terroristen und Menschen, die andere in Angst und Schrecken versetzen wollen.“ Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht den Betroffenen, ihren Angehörigen und den Bürgern Russlands über den Kurznachrichtendienst Twitter sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.

+++ Moskau erhöht Sicherheitsmaßnahmen +++
In Moskau erklärte der stellvertretende Bürgermeister Maxim Liksutow, dass die Sicherheit im Metrosystem der Hauptstadt verschärft worden sei.

+++ Putin äußert sich zu den Explosionen +++
Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, wie Medien berichteten. Die Ursache für die Explosionen seien unklar. „Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht – ob es eine kriminelle Tat war oder sie einen terroristischen Charakter hat“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Alle Anzeichen deuteten auf einen Terroranschlag hin, sagte Viktor Oserow, Abgeordneter im russischen Föderationsrat.

+++ Kremlchef in der Stadt +++
Russlands Präsident Wladimir Putin hat bestätigt, dass es Tote und Verletzte gibt. Der Präsident war zum Tatzeitpunkt in der Stadt, allerdings nicht im Zentrum, sondern im Vorort Strelna. Putin war zu einer Konferenz nach St. Petersburg gereist und wollte den weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko treffen.

+++ Stationen geräumt +++
Die U-Bahn-Stationen in der Fünf-Millionen-Stadt werden geräumt. In der betroffene Station Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) entwickelte sich starker Rauch. Im Internet machten Bilder des zerstörten U-Bahn-Wagens die Runde.

+++ Sprengsatz mit Metallteilen versehen +++
Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen. Nach ersten Erkenntnissen sei kein Selbstmordattentäter unterwegs gewesen. Der Sprengsatz sei in dem Wagen platziert worden.

+++ Die Metro von St. Petersburg +++
Die Untergrundbahn in St. Petersburg gilt als die tiefste der Welt. Aufgrund des sumpfigen Grundes mussten die Tunnelschächte in bis zu 100 Metern Tiefe und mehr gegraben werden. Die Rolltreppen in den Stationen sind entsprechend lang. Der Bau begann zu Sowjetzeiten. 1955 wurde im damaligen Leningrad die erste Linie eröffnet, 10,8 Kilometer lang mit acht Stationen. Einige Stationen sind besonders prunkvoll. Heute gibt es fünf Metrolinien mit einer Streckenlänge von etwa 110 Kilometern und 67 Stationen. Täglich werden schätzungsweise etwa drei Millionen Menschen befördert.

Russland

Tote bei Explosionen in Metro in St. Petersburg

Russland: Tote bei Explosionen in Metro in St. Petersburg

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Kommentare (1)

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Herr Philipp Rosengarten

03.04.2017, 19:30 Uhr

Wenn jetzt nicht das Brandenburger Tor in den russischen Farben angeleuchtet wird, kann ich mich für unsere Regierung nur fremdschämen - deutsche Spießer eben...

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