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23.06.2015

18:57 Uhr

++ Newsblog zur Griechenland-Krise ++

Euro-Finanzminister vereinbaren Krisentreffen am Mittwoch

Griechenland bleiben 48 Stunden: In der Zeit muss Premier Tsipras seine Reformpläne konkretisieren und die eigene Partei davon überzeugen. Die Gläubiger warten auf Ergebnisse. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Verhandlungen mit Geldgebern

9 Prozent Plus: Athens Börse und der Hoffnungsschimmer

Verhandlungen mit Geldgebern: 9 Prozent Plus: Athens Börse und der Hoffnungsschimmer

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Endlich Bewegung im Gerangel mit Griechenland, lautet ein Fazit nach dem EU-Sondergipfel in Brüssel. Denn Athen stellt wichtige Zugeständnisse in Aussicht. Doch Regierungschef Tsipras steht daheim noch schwere Überzeugungsarbeit bevor. Die Ereignisse des Tages im Newsblog zum Nachlesen.

+++ EU bestätigt Krisentreffen am Mittwoch +++
Im griechischen Schuldenstreit wollen sich die Euro-Finanzminister an diesem Mittwoch um 19 Uhr auf einen Kompromiss einigen. Der EU-Ministerrat bestätigte am Dienstag in Brüssel den Termin für das Krisentreffen. Das Gremium der 19 nationalen Ressortchefs komme zusammen, um „Details des griechischen Reformplans abzuschließen“, teilte der Rat mit. Gelingt die angestrebte Vereinbarung, könnten nach früheren Angaben die Staats- und Regierungschefs die Pläne beim regulären EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag gutheißen.

+++ Gabriel hält nichts von einem Schuldenschnitt +++
Ein Schuldenschnitt für Griechenland würde nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nichts bringen, wenn gleich danach wieder neue Schulden aufgebaut würden. Eine Einigung mit Griechenland sei noch möglich, Deutschland und Europa ließen sich aber nicht erpressen, sagt der Vizekanzler in Fellbach bei Stuttgart.

+++ Dombrovskis: Griechenland-Deal ist machbar +++

Eine Vereinbarung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern ist nach Einschätzung von EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis kurzfristig machbar. Der jüngste Spar- und Reformplan der griechischen Regierung stimme in großen Zügen mit der Offerte der drei Geldgeber-Institutionen überein, sagte der für den Euro verantwortliche Kommissar der Deutschen Presse-Agentur. „Mit diesem Vorschlag ist eine Vereinbarung möglich, wenn beide Seiten ernsthaft in den nächsten ein oder zwei Tagen arbeiten.“

+++ Wirtschaft fordert Ende der Griechenland-Hängepartie +++

Die deutsche Wirtschaft dringt auf eine rasche Entscheidung in der Griechenland-Krise. „Gerade die Wirtschaft vor Ort braucht endlich eine Einigung“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Nachrichtenagentur Reuters. An die Adresse der Regierung in Athen mahnte er: „Die politischen und wirtschaftlichen Risiken für Griechenland sind zu groß, um weiter zu pokern.“

+++ S&P rechnet mit Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone +++
Die Ratingagentur Standard & Poor's rechnet nicht mit einem baldigen Grexit. Griechenland werde auch Ende des Jahres noch der Euro-Zone und der Europäischen Union (EU) angehören, sagte S&P-Experte Moritz Krämer am Dienstag in London. Davon gehe die Agentur in ihrem Hauptszenario aus. Zugleich warnte Krämer, dass der Schuldenstreit weiter schwelen werde, auch wenn es nun ein Abkommen der Geldgeber mit Griechenland geben werde. Analyst Dietmar Hornung von der Ratingagentur Moody's betont, dass ein Grexit Auswirkungen auf die Bewertung anderer Euro-Länder hätte, die mit Ramsch-Ratings (Non-Investment Grade) beurteilt werden.

Syriza greift Tsipras an: „Ein Grabstein für Griechenland“

Syriza greift Tsipras an

„Ein Grabstein für Griechenland“

In Brüssel macht Tsipras’ Angebot Hoffnung, in Athen versetzt es die politische Linke in Wallung. In seiner Syriza-Partei gibt es Widerstand gegen die Reformpläne. Scheitert Tsipras ausgerechnet an den eigenen Leuten?

+++ Sicherheitsfirma rüstet sich für akute Bankenkrise +++
In Griechenland bereitet sich die britische Sicherheitsfirma G4S mit einem Notfallplan zur Bargeldversorgung auf eine akute Bankenkrise vor. Wie der zuständige Manager Andreas Paterakis Reuters am Dienstag mitteilte, sind Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen worden. Darin sei geregelt, wie viel Bargeld bei Bedarf zu den jeweiligen Standorten transportiert werden müsse: „Alles, was wir planen, ist mit der Notenbank abgestimmt und von ihr abgesegnet.“ Das Unternehmen hat bereits in Zypern während der Bankenkrise 2013 dafür gesorgt, dass die Bargeldversorgung nicht zusammenbrach. In Griechenland arbeitet die Firma nach eigenen Angaben bereits mit dem Großteil der Institute zusammen.

Euro-Krise : Wo die Griechen ihr Bargeld herbekommen

Euro-Krise

Wo die Griechen ihr Bargeld herbekommen

Sechs Milliarden Euro sollen die griechischen Sparer alleine in der vergangenen Woche von ihren Konten abgezogen haben. Für die Notenbank bedeutet das eine riesige Herausforderung. Kann sie das bewältigen?

+++ CDU-Politiker fordert Stopp der EZB-Nothilfen +++
Die Union kritisiert, dass die EZB das Volumen für die Notfallkredite ELA erneut angehoben hat. „Die EZB läuft Gefahr, außerhalb ihres Mandates zu agieren. Vorrangige EZB-Ziele sind Währungs- und Preisstabilität. Eine explizite monetäre Finanzierung einzelner Mitgliedstaaten ist ihr hingegen untersagt“, sagt CDU/CSU-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus. „Genau diese Gefahr droht jedoch durch eine anhaltende Ausweitung des ELA-Limits als Folge massiver Kapitalabflüsse. Man fragt sich, was noch passieren muss, damit der griechische Staat endlich Kapitalverkehrskontrollen einführt.“

+++ EZB erhöht erneut Kreditrahmen für griechische Banken +++
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Kreisen zufolge die Notkredite für griechische Banken nochmals erhöht, um Geldauszahlungen zu ermöglichen. Die Nothilfen für die Geldhäuser seien abermals ausgeweitet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Bezug auf eine mit der Sache vertraute Person. Ein genauer Betrag wurde nicht genannt. Damit erhöhte die EZB den Rahmen für die sogenannten ELA-Notkredite zum vierten Mal binnen weniger Tage. Erst am Montag hatte die Notenbank eine Erhöhung um 1,9 Milliarden auf 87,8 Milliarden Euro bewilligt.

Wie geht es weiter in der Griechenland-Krise

Mittwoch, 24. Juni

Die Euro-Finanzminister treffen sich in Brüssel, zum dritten Mal binnen sieben Tagen. Anhand der Bewertungen des aktuellen griechischen Reformangebots durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission soll die Eurogruppe einen Deal mit Griechenland aushandeln.

Donnerstag, 25. Juni

Beim Sommer-Gipfel der EU wollen Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs die Einigung abnicken. Es wird eine Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms auf europäischer Seite angestrebt. Der Zeitraum der Verlängerung ist noch nicht klar. Insgesamt stehen von den Geldgebern, also inklusive des IWF, noch 7,2 Milliarden Euro bereit, sollten die Reformzusagen die Geldgeber überzeugen.

Samstag, 27. Juni

Möglicherweise am Wochenende könnte das griechische Parlament über eine Vereinbarung abstimmen. Harte Sparmaßnahmen dürften dabei zum Belastungstest für Premier Alexis Tsipras werden, denn auch aus seiner eigenen Partei Syriza gibt es bereits Kritik.

Montag, 29. Juni

Vom kommenden Montag an könnte der Bundestag in seiner letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause über die Hilfen abstimmen. Auch andere nationale Parlamente der Eurozone müssen zustimmen.

Dienstag, 30. Juni

Griechenland muss Raten von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Zum selben Stichtag läuft nach aktuellem Stand das derzeitige Hilfsprogramm aus.

Kommentare (7)

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Frau Ich Kritisch

23.06.2015, 09:39 Uhr

Zitat: "Schon im Mai 2010 seien Merkel die „Anlegerinteressen wichtiger“ gewesen „als ein Schuldenschnitt zur Sanierung der griechischen Wirtschaft“, "

tja, die "Anleger" waren damals Deutsche und sind heute deutsche Steuerzahler.
Die sollten Frau Merkel wichtiger sein als die griechische Wirtschaft - sonst wäre sie meineidig!

Herr Henry Wuttke

23.06.2015, 10:13 Uhr

Ich befürchte, dass Griechenland seinen Geldgebern alles Mögliche verspricht um weitere Milliarden € zu kassieren. Nach Erhalt der Hilfspakete wird Griechenland die Versprechungen an die Geldgeber, zum Wohle seiner reichen Kaste, nicht einhalten. Zudem wären Reformen nach den Vorstellungen der Geldgeber im griechischen Parlament nicht beschlussfähig. Griechenland will und braucht den Grexit.

Das traurige Schauspiel um Griechenland ist eine perfekte Blaupause für Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Diese Länder stehen ebenfalls vor dem Abgrund und werden Hilfspakete ohne Gegenleistung verlangen. Seit 2010 hat sich nichts geändert. Würde der Leitzins jetzt um 1 % angehoben, ist Italien sofort zahlungsunfähig und andere Länder könnten folgen. Die EZB verzögert den Konkurs der oben genannten Länder mittels monatlichen Anleihekäufe von 60 Milliarden €.

Allein die unterschiedlichen Mentalitäten der Völker und die geostrategisch ausgerichteten Wirtschaften lassen nur eine bestimmte Wirtschaftsleistung zu. Folglich entspring daraus ein unterschiedliches Wirtschaftswachstum. Diese gravierenden Unterschiede wurden mittels Auf- oder Abwertung der jeweiligen Währungen ausgeglichen.

In Brüssel muss ein Reglement verabschiedet werden, wo Euro-Länder ihre eigene Währung wieder einführen können und dabei in der EU bleiben dürfen. Ein „Vereinigte Staaten von Europa“ wie nach dem Vorbild der „Vereinigte Staaten von Amerika“ wird in absehbarer Zeit nicht umsetzbar sein. Zu tief sitzt der Wille der Bevölkerungen, ihre eignen Souveränitäten zu behalten!!!

Eine politische Union ist nicht umsetzbar. Das haben die Euro-Beführworten von Anfang an gewusst. Die Völker wurden permanent angelogen. Unsere Volksvertreter hofften, dass über die Gemeinschaftswährung die Völker zueinander „geknebelt“ werden können. Die Bevölkerungen in Europa folgen nicht immer dem Kapital. Die gierige abstrakte und kalte Finanzwelt und das gefühlte Wohlwollen der Menschen können nicht übereinkommen.

Herr Thomas Behrends

23.06.2015, 14:06 Uhr

Richtig, Herr Wuttke, die letzten beißen die Hunde und das sind im Zweifelsfalle wir Deutschen, die dann alle Loserstaaten mitdurchgeschleppt und -finanziert haben. Daran werden wir in der Konsequenz zugrunde gehen.

... und nun noch die Neueste HB-Nachricht:

"+++ Höhenflug an der Frankfurter Börse +++
Die Rally am deutschen Aktienmarkt geht weiter. Dank einer Annäherung im griechischen Schuldenstreit legte der Dax am Dienstag in den ersten Handelsminuten um 0,88 Prozent auf 11 561,72 Punkte zu. "

Sehen Sie, und darum geht es letztlich, dass nämlich reiche Investoren ungeachtet dieser tiefen Krise mit Politikerhilfe schöne ungestörte Geschäfte treiben können während die Mehrheit der EU-Bürger ins Gras beißt.

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