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17.11.2015

21:39 Uhr

++ Paris-Anschläge und die Folgen ++

DFB-Länderspiel abgesagt – kein Sprengstoff gefunden

Die Spur des Terrors führt auch nach Deutschland. Die Behörden können die Sicherheit für das Länderspiel in Hannover nicht garantieren – es gab Hinweise auf ein Attentat. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

Fahnenträger verlassen das evakuierte Stadion. Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist abgesagt worden. Das teilte am Dienstagabend die Polizei in Hannover mit, nannte aber zunächst keine weiteren Gründe. dpa

Kurzfristige Absage

Fahnenträger verlassen das evakuierte Stadion. Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist abgesagt worden. Das teilte am Dienstagabend die Polizei in Hannover mit, nannte aber zunächst keine weiteren Gründe.

Im Raum Aachen hat die Polizei bei mehreren Aktionen am Dienstag insgesamt sieben Personen verhaftet. Nach den Vernehmungen wurden sie jedoch alle freigelassen. Am Abend rückte die Absage des Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft in Hannover in den Fokus. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

Paris: Überwachungsvideo zeigt drei Attentäter auf Straßencafé
Bei der Terrorserie in Paris griff ein Team von drei Angreifern ein Straßencafé an. Dies geht aus den Aufnahmen einer Überwachungskamera hervor, die der Nachrichtenagentur AP am Dienstag vorlagen. Die Erkenntnisse stützen die Annahme der Polizei, dass ein zweiter Verdächtiger auf der Flucht ist. Nach dem Verdächtigen wird nun gefahndet.

+++ Herrmann bestätigt: Hinweis kam von ausländischem Dienst+++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat bestätigt, dass der Hinweis auf ein mögliches Attentat beim Länderspiel in Hannover von einem ausländischen Geheimdienst kam. Er habe am Dienstagmittag die Information erhalten, dass „innerhalb der nächsten 48 Stunden ein Anschlag auf ein Sportereignis in Deutschland stattfinden sollte oder könnte“, sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Fernsehen

+++ IC in Hannover nach Fund von verdächtigem Gegenstand durchsucht+++

Die Bundespolizei durchsucht zur Stunde einen IC in Hannover, nachdem eine Reisende dort eine verdächtigen Gegenstand gemeldet hatte. Alle Menschen hätten den Zug verlassen, sagte Bundespolizei-Sprecherin Sandra Perlebach. „Der verdächtige Gegenstand wird zur Zeit von Entschärfern untersucht.“ Gesperrt sind derzeit die Gleise 11 und 12, zeitweilige waren auch noch mehr Gleise dicht. Der Hauptbahnhof könne aber nach wie vor auf einer Ebene durchlaufen werden. Der betroffene Zug soll auf dem Weg von Bremen nach Oldenburg gewesen sein

+++ Französische Polizei: Hinweise auf neunten Attentäter+++

Nach den Anschlägen von Paris hat die Polizei offenbar Hinweise auf einen neunten Attentäter. Wie am Dienstagabend aus Polizeikreisen verlautete, stützen sich die Ermittler bei dieser Annahme auf ein Video. Sie gehen demnach nun davon aus, dass das Attentäter-Kommando, das vor Restaurants und Cafés in der französischen Hauptstadt mehrere Menschen erschoss, aus drei Männer bestand.

+++ Polizeikräfte durchsuchen Gebiet um Stadion in Hannover +++

Nach der Absage des Fußballspiels durchsuchen Sondereinsatzkräfte der Polizei das Stadion und umliegende Gelände. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sagte in der ARD, es sei nicht klar, was mögliche Terroristen nach der Absage des Spiels nun alternativ tun würden. Die Polizei war bereits direkt nach der Absage des Spiels mit unzähligen Mannschaftswagen vorgefahren, das Gebiet ist nach Angaben von Augenzeugen weiträumig abgesperrt worden. Vermummte und schwer bewaffnete Einsatzkräften rannten in das Stadion.

+++ Kein Sprengstoff gefunden +++

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius gab bekannt, dass bislang keine Festnahmen erfolgt sind und auch keine Sprengstoffe gefunden wurden. Gerüchte, Sprengstoff sei in einem Krankenwagen deponiert worden, ließen „sich bislang nicht bestätigen“.

+++ Erklärung von de Maizière bringt kaum neue Erkenntnisse +++

„Die Gefährdung für Deutschland und Europa ist hoch, die Lage ist ernst“, sagte der Bundesinnenminister in Hannover. Auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz konnte er aber zunächst keine neuen Informationen zu den Ermittlungen nennen. „Es gehen immer wieder Hinweise ein auf denkbare Anschläge, auf künftige Gefährdungen, auf bestimmte Personen. (...) Hinweise auf die Gefährdung haben sich im Laufe des frühen Abends so verdichtet, dass wir aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung dringend empfohlen haben, dieses Länderspiel abzusagen.“ De Maizière bat des weiteren um Vertrauen in die Entscheidungen der Sicherheitsbehörden.

+++ Hinweis auf Anschlag von Islamisten von ausländischem Geheimdienst +++

Der Hinweis auf einen drohenden islamistischen Anschlag beim Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande kam von einem ausländischen Geheimdienst. Das erfuhr die dpa am Dienstagabend aus Sicherheitskreisen in Berlin. Zeitgleich sagte Bundesinnenminister de Maizière auf einer Pressekonferenz in Hannover, er wolle die Quelle und das Ausmaß der Warnung nicht bekannt geben. Weitere Informationen gaben er und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius nicht heraus.

+++ Engländer singen Marseillaise in Wembley +++

Während sich in Deutschland die Ereignisse überschlagen, setzen die Fußballfans in England ein Zeichen gegen den Terror und singen gemeinsam mit den Gästen aus Frankreich die Marseillaise.

+++ Gerüchte über Sprengstoff in einem Krankenwagen +++

Die Kreiszeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe von einem Sprengstofffund in einem Rettungswagen. In den sozialen Medien werden Hinweise auf Personen mit Sprengstoffgürteln geteilt. Nichts davon konnte bislang bestätigt werden. Die Polizei hat noch keine Details veröffentlicht. Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wollen in Kürze weitere Informationen bekannt geben.

+++ Polizei spricht von Sprengstoff +++

Bei dem Fußball-Länderspiel bestand die Gefahr eines Sprengstoff-Anschlags. „Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte“, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe der dpa.

+++ Mannschaft war noch nicht im Stadion +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war zum Zeitpunkt der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande noch nicht im Stadion. Der Deutsche Fußball-Bund machte danach keine Angaben, wo das Team hingebracht wurde. Die Mannschaft war von ihrem Quartier in Barsinghausen aus zum Stadion gefahren.

+++ Länderspiel abgesagt +++

Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist nach Hinweisen auf einen möglichen Anschlag in Hannover abgesagt worden. Es gebe einen Hinweis auf ein drohendes Attentat, der ernst genommen werden müsse, erfuhr die dpa am Dienstagabend in Berlin. Zu dem Spiel waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere Bundesminister erwartet worden. Zum Zeitpunkt der Absage des Spiels um 19.14 Uhr waren erst wenige Zuschauer im Stadion. Sie wurden per Lautsprecher aufgefordert, den Stadionbereich zu verlassen. Knapp eine Stunde zuvor war nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands vor dem Stadion zunächst Entwarnung gegeben worden. Auf Twitter kursiert derzeit ein Video mit der Durchsage der Beamten.

+++ Verdächtige aus Deutschland wieder frei +++

Die sieben in Nordrhein-Westfalen festgenommenen Personen werden wieder freigelassen. Es besteht kein Grund, sie weiter festzuhalten“, sagt eine Polizeisprecherin. Es handele sich nicht um die Gesuchten.

+++ Festnahmen in Deutschland bedeuten keinen Durchbruch +++

Den Fahndern in NRW ist nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere anders als erhofft kein „dicker Fisch“ ins Netz gegangen. Die sieben Festnahmen stünden anscheinend nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris, sagt de Maiziere in Berlin.

Nach Pariser Attentaten

Kleinstadt in Aufruhr: Polizei nimmt Terror-Verdächtige vor Jobcenter fest

Nach Pariser Attentaten: Kleinstadt in Aufruhr: Polizei nimmt Terror-Verdächtige vor Jobcenter fest

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+++ Polizei stürmt Mehrfamilienbaus +++

Nach der Anschlagsserie in Paris hat die Polizei in dem nordrhein-westfälischen Ort Alsdorf nahe der Grenze zu den Niederlanden zwei weitere Männer festgenommen. Ein Polizeisprecher in Aachen, damit seien insgesamt sieben Personen verhaftet worden. Die beiden Männer seien von Spezialkräften der Polizei in einem Mehrfamilienhaus festgenommen worden.

+++ Festnahmen bei Aachen +++

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris sind am Dienstag in Alsdorf bei Aachen insgesamt fünf Personen festgenommen worden. „Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält“, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Spezialeinsatzkommando habe zunächst drei Menschen festgenommen – zu den Umständen wurden keine Angaben gemacht. „Es sind ausländische Staatsbürger“, sagte Polizeisprecher Werner Schneider dem Sender n-tv. Weitere Details zu den Identitäten könne er aber noch nicht nennen, die Vernehmungen liefen. Laut Aachener Zeitung handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, die gegen 9.30 Uhr in einem Auto am Jobcenter verhaftet wurden. Am Nachmittag meldeten Spezialkräfte der deutschen Polizei die Festnahme zweier weiterer Personen in Alsdorf.

Festnahmen : Die Terror-Spur führt nach Aachen

Festnahmen

Die Terror-Spur führt nach Aachen

Die Polizei hat mittlerweile sieben Verdächtige in Alsdorf bei Aachen festgenommen. Sie stehen im Verdacht, etwas mit den Anschlägen von Paris zu tun zu haben. Der Ort ihrer Festnahme könnte mehr als ein Zufall sein.

+++ Nicht die erste Polizeiaktion in Grenznähe +++

Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl den 26-Jährigen Salah Abdeslam, einen Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris. Bereits am Montag hatte es einen Großeinsatz der niederländischen Polizei unweit der Grenze zu Belgien gegeben. Auf Videoaufnahmen niederländischer Medien waren Polizisten mit Sturmhauben sowie mindestens zehn Streifenwagen und Zivilfahrzeuge der Polizei bei einer Scheune in der Nähe der Kleinstadt Susteren, 30 Kilometer von Maastricht entfernt, zu sehen. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Geschehen, zwei Personen wurden festgenommen.

+++ Salah Abdeslam war vor zwei Monaten auch in Deutschland +++

Der wegen der Terroranschläge in Paris gesuchte Verdächtige Salah Abdeslam war vor zwei Monaten offenbar in Deutschland und Österreich. Das österreichische Innenministerium erklärte am Dienstag, Abdeslam sei am 9. September mit zwei Begleitern aus der Bundesrepublik nach Österreich eingereist. Seine Identität sei bei einer Verkehrskontrolle festgestellt worden. Der 26-Jährige steht im Verdacht, bei den Pariser Anschlägen am Freitagabend das Auto einer Gruppe von Attentätern gesteuert zu haben. Er wurde in der Nacht zu Samstag von der Polizei gestoppt, doch ließen ihn die Beamten versehentlich in Richtung Belgien weiter fahren. Sein Bruder Brahim Abdeslam gehörte zu den Selbstmordattentätern, die sich am Freitag in Paris in die Luft sprengten.

Kommentare (109)

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Herr Walter Gerhartz

17.11.2015, 09:52 Uhr

"Westen hat das Monster mitgeschaffen" – Wagenknecht zur IS-Entstehung
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© AFP 2015/ Clemens Bilan
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In ihrem gestrigen Twitter-Post hat Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht Washington angegriffen. In dem Text der Kurznachricht bezichtigt sie die USA den Islamischen Staat geschaffen zu haben. Der Westen habe dabei geholfen. Nun ruft die Politikerin dazu auf, keine US-geführten Kriege mehr zu unterstützen.
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Der Tweet enthält außerdem einen Link auf einen N-TV-Artikel vom 27. Mai mit dem Titel „Pentagon-Bericht enthüllt. USA ließen den IS gewähren". Laut diesem Artikel hätten die Amerikaner der Entstehung des Islamischen Staats „zumindest nichts entgegensetzt". Die Regierung in Washington habe außerdem schon vor drei Jahren geahnt, dass eine islamistische Terrororganisation in Syrien einen eigenen Staat ausrufen wollte, so N-TV.
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Sahra Wagenknecht: „Man will TTIP durch die Hintertür durchsetzen“
„Das belegen Dokumente der amerikanischen Verteidigungsagentur (DIA), die der britische Enthüllungsjournalist Nafeez Ahmed ausgewertet hat. Der Artikel ist auf der durch Crowdfunding finanzierten Plattform „Insurge Intelligence" erschienen", wie aus dem Artikel hervorgeht.
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Trotz aller Gefahren, sei der IS vom Pentagon als hilfreich angesehen worden, um die Regierung von Assad zu destabilisieren. Somit sei Washingtons offizielle Version, wonach die Amerikaner nur moderate Rebellen im Syrienkrieg unterstützt hätten, falsch, schlussfolgert NTV.

Herr Walter Gerhartz

17.11.2015, 10:03 Uhr

Nach dem 9/11-Terroranschlag in den USA hat die amerikanische Administration den weltweiten Krieg gegen den Terror ausgerufen, mit dem "Recht" auf Vergeltung (quasi der Blutrache), dem "Recht" auf Lynchjustiz via Drohenmorde, der "Pflicht"
Völker von (ihnen definierte!) Diktatoren mittels Krieg "zu befreien".
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Mit dem Ergebnis, dass Millionen von unschuldigen Menschen durch diese Kriege terrorisiert wurden, mit dem Endergebnis, dass Menschen auch für sich das Recht auf Blutrache in Anspruch nehmen und z.b. zu Selbstmordattentätern werden .
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Solange die westlichen Edeldemokraten nicht begreifen, dass man mit derartigen Kriegen den Terror nicht besiegen kann, wird die Menschheit sich Stück für Stück selbst zerstören!
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Ich wiederhole mich... Peter Ustinov hat es aus meiner Sicht genial "auf den Punkt" gebracht:
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"Krieg ist Terror der Mächtigen und Terror ist Krieg der Ohnmächtigen"

Herr jochen voss

17.11.2015, 10:05 Uhr

Belgien ist nicht Deutschland- aber es sagt ein Fussballländerspiel ab.
Deutschland führt eins mit hoher Regierungspräsenz durch " um ein Zeichen für die wehrhafte Demokratie zu setzen" usw. usw.
was für eine naive populistische Regierung. Es bedarf eines Fussballspiels unter stark bewaffneten Schutz einer ohnehin schon übermäßig belasteten Polizei mit hohen Kosten für den Steuerzahler für eine solche Demonstration. Und die Spieler und ihr Management lassen sich von der Politik dafür "gewinnen". Auf derartige populistische nichts ernsthaft bewegende Propagandapolitik würde ich gern verzichten. In früheren Zeiten hätten man das als eine diktatorische Unterwerfung des Sportes durch die Politik gegeißelt.

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