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16.03.2011

22:48 Uhr

UN-Vizebotschafter

Ohne Flugverbot droht in Libyen Völkermord

Während die Aufständischen in Libyen militärisch immer mehr an Boden verlieren, verschärfen die Truppen von Gaddafi ihre Offensive. Ohne ein schnelles Flugverbot drohe nun ein Völkermord, so UN-Vizebotschafter Dabbashi.

Gruppe von Demonstranten gegen die Regierung von Staatschef Gaddafi. Die Rebellen hoffen auf ein Flugverbot. Quelle: dpa

Gruppe von Demonstranten gegen die Regierung von Staatschef Gaddafi. Die Rebellen hoffen auf ein Flugverbot.

New York/TobrukOhne ein sofortiges Flugverbot für die Luftwaffe von Machthaber Muammar al-Gaddafi droht nach den Worten des libyschen UN-Vizebotschafters ein Völkermord in Libyen. „Gaddafi hat den Verstand verloren. Er greift mit Kampfflugzeugen Zivilisten in dichtbewohnten Städten an“, sagte Ibrahim Dabbashi am Mittwoch am Rande der Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Dabbashi hatte sich vor einem Monat von Gaddafi losgesagt.

Frische Kräfte seien in mehr als 400 Fahrzeugen auf dem Weg in das belagerte Adschdabija. „Sie zerstören alles und töten jeden, den sie finden“, sagte Dabbashi. „Wenn die Weltgemeinschaft nicht sofort handelt, dann wird es einen furchtbaren Völkermord geben.“

Das Flugverbot, über dass der Sicherheitsrat am Mittwoch erneut verhandelte, müsse schnell kommen. „Wenn wir in zehn Stunden keine Entscheidung haben, ist Libyen verloren“, sagte Dabbashi um 22.00 Uhr deutscher Zeit. „Das libysche Volk wartet auf die internationale Gemeinschaft und ein Flugverbot.“ Nach Dabbashis Angaben wirbt Gaddafi immer mehr ausländische Söldner an. Auch in vielen Kampfflugzeugen würden Piloten sitzen, die wegen des Geldes nach Libyen gekommen seien.

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Die Stadt Adschdabija im Osten wurden am Mittwoch pausenlos beschossen, um die Aufständischen von dort zu vertreiben. Mit der Eroberung der Stadt wäre der Weg frei für Gaddafis Truppen weiter in den noch von den Rebellen beherrschten Teil des Landes, darunter auch Bengasi, die zweitgrößte Stadt des Landes und quasi die Hauptstadt der Aufständischen.

Die Artillerie der Regierungstruppen beschoss die 140.000 Einwohner zählende Stadt die ganze Nacht hindurch. Dabei gab es kaum Widerstand der Rebellen. Diese verfügen nur über leichte Waffen, wie einer der Aufständischen sagte. Viele Menschen sind schon aus der Stadt geflohen. Verletzte wurden nach Bengasi gebracht.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

17.03.2011, 09:49 Uhr

Ist Herr Dabbashi überhaupt autorisiert im Namen der libyschen Regierung Erklärungen abzugeben?

Account gelöscht!

17.03.2011, 11:41 Uhr

Wenn unsere derzeitige Regierung etwas durchsetzen will, geht das immer sehr schnell. Zur Zeit verschanzt man sich aber gern hinter irgend welchen Ausreden. Die Meschlichkeit bleibt hier auf der Strecke. Herr Schwätzerwelle zieht hier einen Vergleich mit dem Aufstellen von Verkehrsschildern. Geht's dem Mann eigentlich noch gut? Möchte er zusehen, wie ein Diktator Gaddafi sich mit Geld irgend eine Armee von Söldnern zusammen stellt (u. a. mit deutschen Waffen), um damit unliebsame Protestler auszuschalten?
Und überhaupt, unsere Regierung wird von Chávez und Gaddafi gelobt. Wie tief kann man eigentlich noch sinken?!

Account gelöscht!

17.03.2011, 21:40 Uhr

Ja, dieses Lob fand ich auch zum Erbrechen entsetzlich.
Eine solch schlechten Außenminsitr hatten wir auch noch nie.
Schlimm, einfach schlimm, diese gesamte Gurkentruppe da in Berlin

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