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27.04.2011

17:03 Uhr

US-Notenbank

Bernanke gibt weiter Gas

Erstmals stellt sich Fed-Chef Bernanke heute nach einem Zinsentscheid der Presse. Viel Neues dürfte er nicht zu sagen haben. Amerika sträubt sich, vom billigen Geld loszukommen. Das belastet den Dollar immer stärker.

Auf seiner ersten Pressekonferenz dürfte US-Notenbankchef Bernanke sich auch zum umstrittenen Anleihenkaufprogramm der Fed äußern. Quelle: dpa

Auf seiner ersten Pressekonferenz dürfte US-Notenbankchef Bernanke sich auch zum umstrittenen Anleihenkaufprogramm der Fed äußern.

Düsseldorf, FrankfurtZum ersten Mal in ihrer Geschichte wird Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank, nach einem Zinsentscheid eine Pressekonferenz abhalten - um sich und seine Politik zu rechtfertigen. Das dürfte es an Neuerungen aber schon gewesen sein. Die Zinsen in der größten Volkswirtschaft werden nahe Null Prozent bleiben. Ein Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes ist noch nicht in Sicht. "Ich rechne nicht damit, dass etwas Außergewöhnliches verkündet wird", sagt Andreas Utermann, Anlagestratege von Allianz Global Investors.

An einer Stelle werden die Investoren allerdings genau hinhören. Seit Beginn der Finanzkrise hat die Notenbank US-Staatsanleihen in Billionenhöhe gekauft, um die Schulden der USA zu finanzieren und die Kurse zu stützen - ein gigantisches indirektes Konjunkturprogramm, das die schwächelnde US-Wirtschaft beleben soll. Das zweite dieser Programme, im Fachjargon "QE2" läuft nun im Juni aus. Ob es dabei bleibt oder ob das Programm verlängert wird, dürfte die wichtigste Nachricht sein, die Bernanke heute mitzuteilen hat. Wegen der schwierigen Situation am Arbeitsmarkt waren zuletzt Forderungen nach weiteren Anleiheankaufprogrammen laut geworden.

Die Entscheidung dürfte weitreichende Folgen haben, vor allem für den Dollar: Während in den USA die Zinsen niedrig bleiben und die Fed den Markt weiter mit Geld überschwemmt, hat Europa die Zinswende längst eingeleitet. Der Zinsabstand zwischen Europa und den USA wächst und wächst - das schwächt den Greenback. Vor der Entscheidung fiel die US-Währung gegenüber dem Euro am Mittwoch auf ein 16-Monats-Tief - der Euro notierte in der Spitze bei über 1,47 Dollar.

Utermann meint, die Fed solle nicht mehr lange Zeit mit der Zinsanhebung lassen. "Die US-Notenbank sollte ein Zeichen setzen. Damit würde sie signalisieren, dass sie mit einem Wachstum der Wirtschaft rechnet. Das wiederum würde für Zuversicht unter den Investoren sorgen. Ließe sie die Zinsen niedrig, würde der Markt davon ausgehen, dass das Wachstum schwach bleibt. Es geht hier vor allem um ein Spiel mit den Erwartungen." Die Europäische Zentralbank habe vorgemacht wie es geht - ohne gravierende Folgen für die Märkte.

Die EZB hatte Anfang des Monats mit der Erhöhung des Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent das Ende der expansiven Geldpolitik aus der Zeit der Finanzkrise eingeläutet. "Wir müssen Preisstabilität für 331 Millionen Menschen sicherstellen", hatte Trichet den Schritt begründet. Seit Monaten heizen hohe Energie- und Rohstoffpreise die Inflation an, im März lag die jährliche Teuerungsrate im Euro-Raum mit 2,6 Prozent deutlich über der EZB-Warnschwelle von 2,0 Prozent. Beobachter rechnen damit, dass dies nicht der letzte Zinsschritt in diesem Jahr gewesen sein wird.

Kommentare (9)

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Holla

27.04.2011, 17:18 Uhr

Hier mal zwei Zitate:

1881 sagt US-Präsident Garfield – zwei Wochen bevor er erschossen wird- „wer immer die Geldmenge in unserem Land kontrolliert, ist absoluter Herrscher über Industrie und Handel und wenn Sie sehen, dass das ganze System somit sehr leicht von einigen wenigen Mächtigen an der Spitze zu kontrollieren ist, dann muss man nicht erklären, wie Depression oder Inflation entstehen„


Anthony Sutton zum Plan von Paul Warburg, einem engen Verbündeten Rothschilds: “...sein revolutionärer Plan, die amerikanische Gesellschaft für die Wall-Street arbeiten zu lassen, war erstaunlich simpel . . . . Das „Federal Reserve
System“ ist ein legales privates Monopoly, das Geld liefert, in der Hand und zugunsten weniger, unter dem Vorwand, das öffentliche Wohl zu fördern und zu schützen

dem ist nichts mehr hinzuzufügen, FED = alle Verbrecher

gdopamin

27.04.2011, 17:31 Uhr

Diese monetären Fixer werden nie von der Geld-Nadel loskommen. Und ich befürchte, dass sie das auch bewusst nicht wollen.

Bernanke weiß, wie alle anderen Entscheidungsträger der USA, dass bei offiziell 14.000 Mrd. und inoffiziell 54.000 Mrd. Dollar, der Drops sowieso gelutscht ist.

Und die Demokraten und Republikaner streiten ob nun im laufenden Haushalt 33 Mrd. oder 40 Mrd. eingespart werden sollen. Kasperletheater fürs Volk.

Derweil die Chinesen Eis-Füße wegen ihrer 2 Billionen Dollarreserven bekommen ist der neue Golddollar wahrscheinlich längst gedruckt.

Vorher wird per exportierter Inflation aber noch schön global Destabilisierung betrieben.

Derweil die amerikanischen Firmen mit den grünen Papierschnipseln, noch schnell weltweit auf Einkaufstour gehen oder per Staatsknete (siehe GM) vorher schlagkräftig saniert werden.

Die Amis sind sicher alles mögliche, aber nicht doof.

Notstand

27.04.2011, 17:51 Uhr

Weiter Fiat-Money bis zum großen Beben.......
Dann gibts Notstandsgesetz und......

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