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08.04.2013

09:29 Uhr

„1:12-Initiative“

Schweizer stimmen über Deckelung der Gehälter ab

Die Schweiz als Vorbild für Deutschland? Ein Referendum soll über die Deckelung der Saläre von Managern entscheiden. In der Schweiz angesiedelte Unternehmen sehen den „Anfang vom Ende” und wollen gegebenenfalls fliehen.

Im Herbst stimmt die Schweiz über die Gehälter-Deckelung ab. dpa

Im Herbst stimmt die Schweiz über die Gehälter-Deckelung ab.

BaselKönnte man auch in der Schweiz den Sozialismus einführen? Die Antwort des fiktiven sowjetischen Radiosender Eriwan ließ einst viele im Osten schmunzeln: „Im Prinzip ja, aber es wär schade um das schöne Land.“ Mittlerweile fragt sich allerdings so manch Schweizer, ob die reiche Alpenrepublik nicht doch irgendwie auf dem Weg in eine staatliche Planwirtschaft ist. Allen Ernstes sollen die Eidgenossen per Referendum über eine Verfassungsänderung entscheiden, die Spitzengehälter in Unternehmen auf das maximal Zwölffache des niedrigsten Mitarbeiterlohns begrenzen würde.

Als die Schweizer Jungsozialisten 2009 die Initiative für ein entsprechendes Volksbegehren ergriffen, wurden sie in der Wirtschaft als politische Irrlichter belächelt. Auch als sie 2011 weit mehr als die 100.000 für das Zustandekommen einer Volksabstimmung erforderlichen Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern einreichten, wimmelten Unternehmerverbände ab: Für solchen „Unsinn“ werde es niemals eine Mehrheit geben.

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Dann kam der 3. März 2013 und die Schweiz machte weltweit Schlagzeilen: Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Eidgenossen einer „Initiative gegen die Abzockerei“ zu, mit der die Kontrolle der Kleinaktionäre über Vergütungen von Spitzenmanagern börsennotierter Unternehmen erheblich gestärkt wird.

Prompt riefen Deutschlands rot-grüne Wahlkämpfer die „Abzocker-Initiative“ zum Vorbild aus. Auf das Trittbrett der „1:12-Initiative“ könnten sie ebenfalls springen. Denn die Abstimmung darüber im Nachbarland wird voraussichtlich genau in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes im September fallen. Und „Gerechtigkeit wird das zentrale Thema des Wahlkampfes“, wie neben anderen Katrin Göring-Eckardt erklärte, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.

Kommentare (25)

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hermann.12

08.04.2013, 10:11 Uhr

Grundsätzlich würde ich eine Begrenzung der Entlohnung von Managergehältern auf diesen Faktor begrüßen.
Allerdings könnte dies auch zu beträchtlichem Schaden führen, denn diese Regel würde Vieles verändern, das sich nicht kurzfristig anpassen kann, wie das Beispiel Federer zeigt.
Letztlich fände ich es aber auch dort richtig, wenn nicht mehr gezahlt werden könnte. Dem Sport würde es gut tun, nicht aber dem Profisport als Geschäft und Massenbespassung.
Es ist darüber nachzudenken, wie man das Risiko frühzeitig den Beruf nicht mehr ausüben zu können, abfedert. Bislang geschah auch das z.B. im Sport über hohe Gehälter. Im Grunde genommen sind die hohen Gehälter für Manager ebenfalls eine Risikoprämie. Allerdings nur fürs gefeuert werden.

H.

Account gelöscht!

08.04.2013, 10:46 Uhr

Normalerweise wäre es egal was Unternehmen und auch Banken
ihren Vorständen zahlen, wenn die Konseqenzen bei Fehlern
auch von den Firmen und Banken getragen werden. Aber die politische Hartz IV Mentalität des Staates reicht bis in die Vorstände dieser Unternehmen. Bei politischen Verstand wäre es möglich zu sagen,ja mein Lieber wir zahlen dir 5 Millionen im Jahr , aber 4 Millionen bleiben gesperrt für 5 Jahre . Steht das Unternehmen gut da, dann wird ausgezahlt .Umgekehrt nicht. Die Gefahr besteht, dass
der Vorstand eines Großunternehmens bei unstabiler Lage Tausende Menschen entlassen wird. Das kann man als Sanierung ansehen was Lobenswert wäre und nicht abträglich, oder aber als Versagen angesehen wird und es erfolgt keine Auszahlung. Wie nun?

Baehring-BOESER-Verleger

08.04.2013, 11:03 Uhr

Wie kommen wir eigentlich dazu Arbeitern udn Ansgetsllten (auf den billigen (Arbeits-)Plätzen) eine bedingungsloses, leistungsunabhängiges Weihnachtsgeld zu bezahlen?

Um den Vorschlag aufzugreifen:

Weg mit dem Weihnachtgeld, weg mit dem Urlaubsgeld, überhaupt weg mit Vergünstigungen. Geld gibt es nur noch für Akkordarbeit am renade edes Zsuammebruchs (mit) ohne Überstundenvergütung.

Und die Löhne der beamten zahlen ir aus den Spareinkünften und aus Hyptheken, aus denen via Aktien für schlecht laufende Unternehemn trotzdem Lohnsteeur egereirt wird. Also aus der Substanz - dem Haus des Handwerskmeisters - der mit demselebn als Sicherherit für Kredite seinens Bteriebes bürgt, damit es irgendwie weiteregehn ann, aus diesen Schulden die er macht genhmigen sich das rotzfreche
Staatsbedienstetenpack erstmal den nächsten großen Shcluck aus der Lohnerhöhungspulle. Man denke mal an die New Economy - da lief das genau so. Privater Kredit des einen Lohnsteuer- Einküfte des Staates.

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