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01.05.2014

18:55 Uhr

1. Mai in Istanbul

Zusammenstöße rund um den Taksim-Platz

In Istanbul kommt es am Maifeiertag zu den ersten schweren Zusammenstößen seit Wochen. Den von Tausenden Polizisten abgeriegelten Taksim-Platz erreichen die Demonstranten nicht.

Bei den Zusammenstößen wurden nach Angaben der regierungskritischen Anwaltsvereinigung CHD 50 Demonstranten verletzt. ap

Bei den Zusammenstößen wurden nach Angaben der regierungskritischen Anwaltsvereinigung CHD 50 Demonstranten verletzt.

IstanbulDie Polizei in Istanbul hat Demonstrationen von Regierungsgegnern am 1. Mai mit Wasserwerfern und Tränengas niedergeschlagen. Den Demonstranten gelang es nicht, auf den von Tauenden Sicherheitskräften abgeriegelten Taksim-Platz im Zentrum der türkischen Metropole vorzudringen. In der Umgebung des symbolträchtigen Platzes und in mehreren Stadtvierteln kam es zu schweren Zusammenstößen. Demonstranten griffen Polizisten mit Pflastersteinen, Molotowcocktails, Steinschleudern und Feuerwerkskörpern an, wie dpa-Reporter berichteten.

Bei den Zusammenstößen wurden nach Angaben der regierungskritischen Anwaltsvereinigung CHD 50 Demonstranten verletzt. Auf Fernsehbildern waren auch verletzte Polizisten zu sehen. CHD teilte mit, in Istanbul seien rund 250 und in der Hauptstadt Ankara mehr als 100 Demonstranten festgenommen worden.

Die Behörden hatten 1.-Mai-Demonstrationen auf dem Taksim-Platz untersagt. Gewerkschaften, Parteien, linke Gruppen und andere Regierungskritiker hatten dazu aufgerufen, trotzdem dorthin zu kommen. Zu Massenprotesten kam es aber nicht. Medienberichten zufolge waren rund 40 000 Polizisten in Istanbul im Einsatz, knapp die Hälfte von ihnen rund um den Platz. Die Proteste in Istanbul ebbten am Nachmittag ab.

Amnesty International kritisierte den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas durch die Polizei in Istanbul als „verwerflich“. Damit sollten das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf friedliche Versammlungen niedergeschlagen werden, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Sie übte auch Kritik am Demonstrationsverbot auf dem Taksim-Platz.

Im Istanbuler Stadtteil Besiktas flohen Menschen wegen des massiven Tränengaseinsatzes aus ihren Häusern. Auf Fernsehbildern waren weinende Kinder zu sehen, die in Sicherheit gebracht wurden.

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