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15.10.2013

07:28 Uhr

130 Großbanken

EU-Minister wollen Bankenaufsicht einführen

Die Bankenunion ist ein Dauerthema der europäischen Kassenhüter. Nun wird erst einmal die Bankenaufsicht endgültig auf den Weg gebracht. Öffentliche Finanzspritzen für marode Geldhäuser bleiben aber umstritten.

ESM-Chef Klaus Regling (links) und Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden beim Finanzministertreffen in Luxemburg. dpa

ESM-Chef Klaus Regling (links) und Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden beim Finanzministertreffen in Luxemburg.

LuxemburgDie europäischen Finanzminister kommen am Dienstag in Luxemburg zusammen, um die gemeinsame Aufsicht für 130 Großbanken der Eurozone endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Debatten sind dazu nicht geplant, berichteten Diplomaten vor dem Treffen. Zuletzt hatte Großbritannien wegen Vorbehalten seines Parlaments die letzte Zustimmung für Wochen verzögert.

Nach einer Debatte der Euro-Kassenhüter am Vorabend wollen die 28 Ressortchefs auch über die geplanten Stresstests für Großbanken sprechen. Diese sind nötig, weil die Bankenaufsicht vor ihrem Start im Herbst 2014 die Risiken in der Branche kennen muss.

Nach den Worten von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem soll vor öffentlichen Finanzspritzen zunächst der Privatsektor einspringen, also auch Aktionäre und Gläubiger von Banken. Konkrete Entscheidungen sind in der Ministerrunde zu den Folgen der Stresstests nicht zu erwarten.

Der Euro-Rettungsschirm ESM soll nur in Anspruch genommen werden, wenn andere Hilfsmöglichkeiten nicht zur Verfügung stehen. Der ESM hatte bereits Spaniens maroden Banken mit gut 40 Milliarden Euro aus der Bredouille geholfen - dafür haftete aber letztlich der spanische Staat. Programme à la Spanien sollen auch in Zukunft möglich sein.

Dijsselbloem sagte, unter „außergewöhnlichen Umständen“ solle der ESM-Fonds schon vor der Einrichtung der gemeinsamen Bankenaufsicht Geldhäuser direkt rekapitalisieren können. Es müssten dafür aber noch präzise Regeln erarbeitet werden.

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Ein umstrittenes Thema ist auch die Abwicklung von maroden Banken, die nicht mehr lebensfähig sind. Eine geplante Instanz zur Schließung von Krisenbanken ist die zweite wichtige Säule der Bankenunion. Widerstand kommt von Deutschland und anderen Europartnern. Die Bundesregierung will der EU-Kommission auch nicht die Entscheidung über die Abwicklung eines Geldhauses zugestehen. Eine Einigung zu dem geplanten Abwicklungsmechanismus soll bis Jahresende zustande kommen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Mazi

15.10.2013, 12:43 Uhr

Weshalb fragt man nicht die Bürger, was sie davon halten?

Das, was sich politisch wiederholt, erinnert "verdammt" an den Umgang mit den Griechen. Demokraten? Diktatoren sind die Politiker, die sich nach oben geputscht haben.

Sven

15.10.2013, 17:08 Uhr

Wenn die Bürger befragt werden, kommt man doch nie zu einer Entscheidung. Ist ja ein Grund warum man wählt...

Zudem sind ein Großteil der Bürger (insbesondere leider in Deutschland) mit Finanz- und Wirtschaftsthemen überfordert. Es würden also falsche und eventuell gefährliche "Entscheidungen" getroffen, wenn man die Bürger befragt.

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