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26.01.2005

20:25 Uhr

15 Tote bei Selbstmordanschlag

Trauriger Rekord im Irak

Im Irak ist es erneut zu blutigen Anschlägen gekommen. Zudem sind auf Seiten des US-Militärs am Mittwoch offenbar mehr Soldaten an einem Tag im Irak umgekommen, als jemals zuvor seit dem Beginn des Kriegs.

Die US-Truppen im Irak müssen neue Verluste beklagen. Foto: dpa

Die US-Truppen im Irak müssen neue Verluste beklagen. Foto: dpa

HB MOSSUL/KAIRO. Bei einem Sprengstoffanschlag auf das Hauptquartier der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) in der nordirakischen Großstadt Mossul sind am Mittwochabend 15 Menschen getötet worden. Das berichtete ein Parteisprecher. Unter den Toten seien auch Parteimitglieder. Die Zahl der Verletzten gab er mit 30 an.

Augenzeugen sagten, ein mit einer großen Menge Sprengstoff beladener Tanklastwagen sei vor dem Gebäude explodiert. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terroristengruppe des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi. In einer der Gruppe zugeschriebenen Erklärung, die auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, hieß es, ein Mitglied ihrer „Selbstmordbrigade“ habe sich mit einem Fahrzeug vor dem Parteibüro in die Luft gesprengt. Die KDP ist eine der beiden wichtigsten Kurdenparteien des Irak.

Der Sender CNN berichtete zudem von 31 Marineinfanteristen, die bei einem Hubschrauberabsturz im Westen des Landes ums Leben gekommen seien. Das Militär bestätigte den Absturz, nannte jedoch keine Ursache oder Opferzahlen. Fünf weitere Soldaten wurden bei Anschlägen getötet. Auch auf Parteibüros und Polizeireviere wurden neue Angriffe verübt. US-Präsident George W. Bush rief die Iraker auf, trotz der anhaltenden Gewalt am Sonntag zur Wahl zu gehen.

Der Hubschrauber sei in einer Wüste in der Anbar-Provinz abgestürzt, berichtete CNN unter Berufung auf Militärkreise. Das US-Militär teilte mit, die Such- und Rettungsaktionen seien noch in Gang. In Anbar starben vier weitere Soldaten bei Kämpfen, nördlich der Hauptstadt Bagdad wurde ein fünfter Soldat getötet. Bei drei eng abgestimmten Selbstmordanschlägen in der Stadt Rijad im Norden des Landes explodierten drei Autos. Dabei starben drei Zivilisten, vier irakische Polizisten und zwei irakische Soldaten. In Mossul tauchte ein Videoband auf, das anscheinend drei entführte irakische Wahlhelfer zeigt. Maskierte Rebellen kündigten in der Aufnahme an, die Wahlen zu stören.

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