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19.02.2013

03:45 Uhr

150 Millionen Euro

Frankreich leistet in Mali offiziell wieder Entwicklungshilfe

Frankreich macht Entwicklungs-Gelder für das krisengeschüttelten Mali wieder frei. In Deutschland entscheidet heute das Bundeskabinett über die deutsche Beteiligung an der Krisenbewältigung im nordafrikanischen Land.

Französische Soldaten im Einsatz in Mali. Reuters

Französische Soldaten im Einsatz in Mali.

Mopti/BerlinFrankreich hat die vor knapp einem Jahr eingestellte Zusammenarbeit mit Mali offiziell wieder aufgenommen. Der französische Entwicklungsminister Pascal Canfin sagte am Montag bei einem Besuch in Mopti im Zentrum des westafrikanischen Landes, seine Reise verfolge „das Ziel, mit den malischen Behörden die vordringlichen Erfordernisse für die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit einzuschätzen“.

Frankreich hatte seine Entwicklungshilfe für Mali nach dem dortigen Staatsstreich am 22. März 2012 gestoppt. Nun sollten die eingefrorenen 150 Millionen Euro aber sowohl für alte als auch neue Projekte wieder bereitgestellt werden, kündigte Canfin an. Der Minister besuchte in Mopti ein Krankenhaus, das von Frankreich und Belgien mit 16 Millionen Euro finanziert wurde.

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„Ich habe Kinder auf der Entbindungsstation gesehen, die gestorben wären, wenn es dieses Krankenhaus heute nicht gäbe“, sagte Canfin. Es gebe in Mali aber noch „viele Dinge zu verbessern“. So werde die legendäre Wüstenstadt Timbuktu nur an manchen Tagen mit Trinkwasser und Strom versorgt. „Es ist eine Verantwortung Frankreichs, den Frieden in Mali siegen zu lassen“, sagte Canfin, der am Dienstag Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré in der Hauptstadt Bamako treffen wollte.

Nach dem Putsch im März vergangenen Jahres hatten islamistische Gruppen begonnen, den Norden Malis zu erobern. Frankreich griff Mitte Januar militärisch in den Konflikt ein, um den malischen Regierungstruppen bei der Rückeroberung des Gebietes zu helfen.

Der Vorsitzende des Afrika-Unterausschusses des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat, Christopher Coons, stellte unterdessen eine aktivere Rolle der Vereinigten Staaten in Mali in Aussicht. In Deutschland entscheidet das Bundeskabinett heute über die Beteiligung von bis zu 330 deutschen Soldaten an der Krisenbewältigung. Angedacht sind die Teilnahme an der EU-Ausbildungsmission sowie der Einsatz von Transport- und Tankflugzeugen. Ein Kampfeinsatz bleibt aber weiter tabu.

Der Beschluss einer Ausbildungskommission für die malische Armee kommt bei der FDP schlecht an. Die verteidigungspolitische Sprecherin der Partei, Elke Hoff, hat grundsätzliche Bedenken am Vorgehen der internationalen Gemeinschaft geäußert. „Es fehlt an Polizeiausbildung“, sagte Hoff der „Rheinischen Post“. Weder durch die Ausbildungsmission für malische Soldaten noch durch das Eingreifen westafrikanischer Soldaten würden die „Grundübel der Region“ beseitigt.

Kommentare (1)

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HeileKolonialismusWeltParfait

19.02.2013, 10:57 Uhr

Entwicklungshilfe zur Abhängigkeit. Sie wird solchen Staaten gewährt, die Potentaten den Rücken freihalten und dafür Sorge tragen, damit dort von demjenigen, die richtigen Verträge ausgefüllt werden. Die Zukunft führte in rohstoffreichen Ländern, immer schon, direkt in die Vergangenheit.

Da dies in Südamerika seit einigen Jahren anders, muß auch dort ein Weg gefunden werden, damit Uncle Sam mit Dritten im Bunde für seine "Allmacht" auf diesem Globus sorgen darf.

Auch hier sollte man sich den Anfängen wehren und verstärkt die Länder in Südamerika in den europäischen Handel mit einbeziehen.

Wer braucht eigentlich Waren, die er aus China direkt beziehen kann, über das Transferland USA? Richtig, niemand. Die gleiche Hackordnung hatten wir bis anhin in EUropa auch und sie wird weiter bestehen, zumindest im Austausch mit den EULänder in bilateralen Verträgen, versteht sich von selbst odr?

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