Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2012

12:08 Uhr

16 Minister

Griechenland hat wieder eine Regierung

Griechenland hat wieder eine Regierung: Der Übergangsregierungschef Pikrammenos hat sein Kabinett vorgestellt. Der neue Finanzminister ist ein ausgewiesener Finanzexperte. Fraglich ist, ob das die Bürger beruhigt.

Griechische Übergangsregierung vereidigt

Video: Griechische Übergangsregierung vereidigt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

AthenDer griechische Übergangsregierungschef Panagiotis Pikrammenos hat am Donnerstag sein Kabinett vorgestellt. Finanzminister des hochverschuldeten Landes wird der Wirtschaftsexperte Giorgios Zanias, hieß es in einer am Morgen in Athen veröffentlichten Erklärung. Außenminister wird der 83-jährige Petros Moliviatis, der dieses Amt bereits von 2004 bis 2006 inne hatte. Neuer Verteidigungsminister wird der ehemalige Generalstabschef Frangos Frangoulis. Das aus 16 Ministern bestehende Kabinett hat noch am Donnerstagmorgen seinen Amtseid geleistet.

Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des Landes wurden am Samstag auch Faschisten vereidigt. Die 21 Abgeordneten der „Goldenen Morgenröte“ betraten das Parlament im militärischen Gleichschritt in Zweieraufstellung, wie Augenzeugen berichteten. Die Partei hatte bei den Wahlen knapp sieben Prozent bekommen. Das Parlament soll an diesem Freitag ein Präsidium wählen und danach aufgelöst werden.

Zur Vereidigung hoben die Abgeordneten - wie im griechischen Parlament üblich - den rechten Arm mit zusammengelegtem Daumen, Zeige- und Mittelfinger, dem orthodoxen Symbol der Dreifaltigkeit. Die meisten Abgeordneten der radikalen Linken (Syriza) und der Kommunisten (KKE) taten dies nicht. Danach wurden drei Abgeordnete muslimischen Glaubens mit der Hand auf dem Koran vereidigt.

Druck steigt: EZB stoppt Hilfen für griechische Krisenbanken

Druck steigt

EZB stoppt Hilfen für kriselnde Hellas-Banken

Die Nachricht ließ den Euro kurzzeitig auf Tauchkurs gehen.

In der vom höchsten Richter des Verwaltungsgerichtshofes geführten Übergangsregierung übernimmt Georgios Zannias das wichtige Finanzressort. Der hohe Beamte hat eng mit allen bisherigen Finanzministern zusammengearbeitet und Griechenland in den vergangenen Jahren bei allen wichtigen Treffen in der EU vertreten. Mit dem Außenministerium wurde der erfahrene Karrierediplomat Petros Molyviatis betraut.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, bezeichnete die Entwicklung in Griechenland als „besorgniserregend“. Trotz mehrfacher Versuche sei es nicht gelungen, eine stabile Regierung zu bilden. Wer jetzt in Populismus verfalle und leichtfertig über einen Austritt Griechenlands aus dem Euro spekuliere, spiele ein gefährliches Spiel. „Die griechischen Wählerinnen und Wähler haben es in der Hand. Ganz Europa hofft auf eine kluge und verantwortliche Entscheidung. Nicht nur für Griechenland hängt viel davon ab“, erklärte Steinmeier in Berlin.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ralphuwe

17.05.2012, 09:34 Uhr

Wenn ich Finanzexperte schon höre.
Diese Experten haben die ganze Krise erst verursacht.

spielaufzeit

17.05.2012, 10:45 Uhr

Griechenland spielt auf Zeit.
Schon immer. Sie haben nie etwas anderes getan.
Die Rechnung scheint aufzugehen.
Jetzt haben sie Hollande im Boot.
Und sie werden sich weiter als Opfer Deutschlands stilisieren.
Deutschland wird zahlen bis es quietscht und der Buhmann Europas sein.

Account gelöscht!

17.05.2012, 11:18 Uhr

..bis vor kurzem "putschte" sich politisch noch das Militär an die Spitze von Staatsämtern, heute "putscht" offiziell und ganz legitim die EU als Lakei der Finanzditatoren und installiert Protagonisten des Finanzflusses and die Spitzen der "Unwilligen" !

Ich könnte gar nicht soviel essen, wie ich kotzen könnte !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×